Film ab: Unser Dorf in 36 Bildern | Kodak Portra 160

Leica Elmarit 2.8 28 asph. new + Kodak Portra 160

Mitunter sind wir blind vor der eigenen Haustüre, betriebsblind sozusagen. Wir verlernen durch Gewohnheit, unsere direkte Umgebung zu entdecken. Dabei erinnern wir uns doch gerne an unsere Kindheit und damit verbunden an die schönen  Orte, die wir in unseren jüngsten Jahren erobern durften. Da war unsere Seele, unser Kopf, noch frei und neugierig und unsere Perspektive eine ganz andere.

Auf analoger Fototour mit der Leica M und dem Kodak Portra 160

Vielleicht macht es Sinn, einen Menschen, neugierig und aufgeschlossen, unser gewohntes Dorf mit einer, seiner ganz eigenen Perspektive zu entdecken. Unvoreingenommen und frei. Und diese Perspektiven, diese Eindrücke, die unsere Gewohnheiten nicht mehr erkennen, in Bilder zu fassen und vielleicht in Worte. Für dieses Beispiel haben wir die analoge Leica M mit dem Kodak Portra 160 bestückt.

Figeholm Sverige - Kodak Portra 160 | © mare.photo

Figeholm Sverige – Kodak Portra 160 | © mare.photo

Bei unserer Fototour entdecken wir gewohntes, banales, alltägliches. Um stille Fluchten, vertraute Plätze.

Neben der Kunst, einen Blick für solche Momente zu haben, gehört auch die Fähigkeit, diese mit all ihren Emotionen einzufangen. Viele Details machen solche Momente zu etwas Besonderem. Da spielt die Jahreszeit eine Rolle oder der Stand der Sonne, die Himmelsrichtung und die Tageszeit, der Betrieb an diesem Ort oder auch der Pflanzenstand. Auch Nebel kann eine Stimmung wieder geben und auch Schnee. 

Den Moment einzufangen an eben diesem entdeckten Ort, das bedeutet für den Fotografen Zeit und Ruhe, Geduld und Gelassenheit. All das soll dem Fotografen entgegengebracht werden aber auch von ihm aus kommen.

Zudem gehört auch im digitalen Zeitalter einfach eine solide und sehr gute Ausrüstung dazu. Das schönste Motiv leidet unter einer billigen Optik. Das hat weniger mit der Größe der Kamera zu tun als mit der Qualität eines Objektives. Die Möglichkeit einer digitalen Nachbearbeitung macht aus schlechten auch immer noch keine guten Bilder. 

Ein handwerklich sauber aufgenommenes Bild kommt ohne  Nachbearbeitung aus, vor allem in der Landschaftsfotografie. So wird im Idealfall der natürlichen Sehgewohnheit des Betrachters entsprochen.

  • Ein Bild soll nicht bis zum Anschlag geschärft sein. Darin findet das Auge keine Ruhe
  • Schatten dürfen Schatten bleiben, werden diese aufgehellt, deutet das eher auf die Bequemlichkeit des Fotografen hin, zu einer anderen Tageszeit an diesen Ort zu kommen.
  • Menschen sollten zurückhaltend aufgenommen werden, das Hauptmotiv sollte immer einen Bereich der Gemeinde darstellen.
  • Trübes Wetter macht kontrastarme Bilder. Das kann ein Gestaltungsmerkmal sein, ist aber digital nicht aufzuhübschen.
  • Ein Bild sollte je nach Aufnahme dynamisch oder statisch gestaltet sein. Das bedingt, den Bildaufbau zu beherrschen.
  • Extreme Weitwinkel sollten tabu sein, denn eine gute Atmosphäre ist entspannt und durchaus normal, jenseits von extrem.
  • Farben sollten zurückhaltend sein, durchaus auch monochrome (schwarz-weiß).
  • Bilder sollten in einer Auflösung sein, die auch einen detailreichen Druck ermöglicht.

Portraitieren wir eine Gemeinde, dann gehen wir spazieren, spazieren, spazieren. Wir übernachten dort und nutzen die Morgen- wie die Abendstunden.

Entdecken wir einen Ort, der zu einer anderen Tageszeit oder Wettersituation besser ins Bild passt, kommen wir einfach wieder.

Wir bleiben einen Film lang mit dem Kodak Portra 160

Wir kommen so oft wieder und fotografieren so lange, bis die Bildserie unseren Ansprüchen genügt. Wollen wir den Ort, die Gemeinde, mit all ihren Jahreszeiten aufnehmen, beenden wir die Serie erst, wenn der erste Schnee gefallen ist.

Wir sind bei der Art der Aufnahmen einzig unserem Gewissen und der Panorama-Freiheit verpflichtet.

Aufnahmen entstehen nur dann, wenn wir persönlich durch den Sucher schauen können, unsere Perspektive ist immer auf möglicher Augenhöhe.

Wir zeigen an dieser Stelle unsere Aufnahmen aus der schwedischen Gemeinde Figeholm, die im Sommer um die Mittagszeit bei sonnigem Wetter entstanden sind.

In der Tat, es sind keine 36 Bilder. Noch nicht. Denn uns haben nicht alle 36 Bilder zugesagt. Deswegen kommen wir wieder. Bis wir alle unsere Eindrücke eingefangen haben und unseren Ansprüchen genügen.

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