Tundra oder Taiga – worin besteht der Unterschied

Tundra | © mare.photo

In Norwegen, in der arktischen Klimazone, trifft man sowohl auf die Tundra wie auch auf die Taiga. Bringt man die beiden Begriffe doch eher mit den Weiten Russlands und Sibiriens in Verbindung, so prägen beide Landschaftsformen auch den hohen Norden in Skandinavien. Wir versuchen, die beiden Begriffe zu beschreiben.

Tundra oder Taiga – unterwegs in der Finnmark von Norwegen

Die Tundra wird auch Kältesteppe genannt und prägt die Landschaften in der subarktischen Klimazone. Die Tundra liegt in der Regel zwischen dauerhaft gefrorenen und schneebedeckten Landschaften und dem borealen Wald, der die Taiga prägt. (siehe unten unter Taiga). Dazu gehören auch weite Teile Nordnorwegens, etwa auf der Höhe des Nordkaps. Bäume gibt es im Gebiet der Tundra nicht, auch sonstige Pflanzen sind sehr übersichtlich anzutreffen. Blühende Landschaften sucht man vergebens. Gelegentlich kommen an geschützten Bachläufen ein paar Sträucher vor.

Die Tundra entsteht in Gebieten, in denen es durchaus bis zu 300 Tage im Jahr schneien kann und der Boden in den Tiefen durchgehend gefroren bleibt. Im Sommerhalbjahr wird hier nur die Oberfläche auftauen, in Norwegen ist allerdings der Untergrund oft felsig.

Tundra, Leica M Summilx 1.4 50 asph. | © mare.photo

Tundra, Leica M Summilx 1.4 50 asph. | © mare.photo

Das Klima in der Tundra

Der Tundra werden klimatische Bedingungen zugeordnet. So sind im Winter Temperaturen von minus 50 Grad Celsius möglich, im Sommer wird es kaum wärmer als 15 Grad Celsius über den Gefrierpunkt.

An den Golfströmen, die an Nord-Norwegen vorbei ziehen, ist das Wetter allerdings deutlich milder als im Inland. Hier wird es im Mittel kaum kälter als minus acht Grad Celsius und im Sommer nicht wärmer als 12 Grad Celsius über dem Gefrierpunkt.

Der Niederschlag in der Tundra ist deutlich geringer als üblich, etwa 300 Milimeter  fallen im Jahr. Das  ist weniger als ein voller Eimer und wäre für die Pflanzen eigentlich zu wenig. Doch durch den entweder in der Tiefe gefrorenen Boden oder den felsigen Untergrund fließt das Wasser nicht ab udn versorgt die karge Vegetation völlig ausreichend.

Tiere in der Tundra

Wo es kaum pflanzliche Nahrung gibt, gibt es auch nur wenige Tierarten. Und so bleiben eigentlich nur die beliebten Polarfüchse, die Rentiere, manchmal das Vielfraß, Schneehasen, Lemminge oder Schneehühner.

Der Mensch in der Tundra

Tundra, Finnmark, Fjelltundra, Leica M Elmarit 2.8 28 asph., Kodak Ektar

Tundra, Finnmark, Fjelltundra, Leica M Elmarit 2.8 28 asph., Kodak Ektar | © mare.photo

In der Tundra Norwegens leben im Verhältnis sehr wenige Menschen. Die Winterhälfte ist zum Teil durchgehend dunkel, Landwirtschaft ist nicht möglich. Tourismus ist eher etwas für Individualisten udn spielt nur in der kurzen Saison eine zum Teil bescheidene Rolle. So bleibt vor allem der Fischfang, in geringen Maße auch Robbenjagd oder Walfang.

Durch die Überfischung der Nordmeere ist der Bestand aber extrem zurückgegangen und nur durch drastische Fangverbote kommt es langsam wieder zu einer Zunahme der Fischbestände. Entsprechend sind aus dieser Region viele ehemalige Fischer abgewandert.

Die Taiga in Norwegen

Die Taiga liegt in Norwegen unterhalb der Tundra und ist vor allem an der russischen Grenze zum Dreiländereck Norwegen-Finnland-Russland hin zu finden. Sie ist geprägt vom borealen Nadelwald, einem kargen Nadelwald. In vielen Bereichen bleibt der Boden das ganze Jahr über gefroren, oder er taut in geringem Maße an der Oberfläche auf, dass die Bäume während des Sommers in Sumpfgebieten stehen.

Die Taiga ist vorwiegend in Russland anzutreffen, so kommt auch der Begriff aus Russland und steht übersetzt für undurchdringlichen dichten und oft sumpfigen Wald. Tatsächlich gibt es die Taiga ausschließlich auf der Nordhalbkugel, also Kanada, Russland, Finnland, Norwegen und Schweden.

 

Taiga, Sydvaranger Gruver Bjørnevatn, Kodak Ektar, Leica Elmarit M 2.8 28 asph, | © mare.photo

Taiga, Sydvaranger Gruver Bjørnevatn, Kodak Ektar, Leica Elmarit M 2.8 28 asph, | © mare.photo

Die Pflanzen in der Taiga

Die Taiga gilt als der nördlichste Wald der Welt. Die Bäume müssen gut mit den Schneemassen zurecht kommen, deswegen sind sie schlank und durchlässig. So wachsen hier vor allem Kiefern, Lärchen, Fichten und Tannen. Die Böden sind bedeckt mit Moosen und Flechten. An den vielen Bachläufen und Flüssen, in denen auch das Schmelzwasser abfließt, wachsen durchaus Birken und Espen. Zwischen den recht licht wachsenden Bäumen siedelt sich gerne dichtes niedrig wachsendes Strauchwerk an. Vor allem die Heidelbeersträucher sind hier zu finden.

Je kälter eine Region ist, umso höher ist der Anteil der Lärchen. Denn die Lärchen können als einziger Nadelbaum ihre Nadeln abwerfen. Sie halten somit auch Temperaturen kälter aus minus 40 Grad Celsius aus.

Taiga, Sydvaranger Gruver Bjørnevatn, Kodak Ektar, Leica Elmarit M 2.8 28 asph, | © mare.photo

Taiga, Sydvaranger Gruver Bjørnevatn, Kodak Ektar, Leica Elmarit M 2.8 28 asph, | © mare.photo

Die Tiere in der Taiga

In der Taiga ist das Zuhause zahlreicher Tierarten, so auch in Norwegen. Nur hier gibt es beispielsweise Warnhinweise vor Braunbären. Aber hier sind auch Elche, Rentiere, Luchse, Eichhörnchen, Biber und Füchse zuhause und natürlich zahlreiche Vogelarten.

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