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Gotland entdecken | Gräberfeld Trullhalsar

Gräberfeld Trullhalsar Gotland, Leica M Elmarit 2.8 28 asph., Kodak Ektar
Gräberfeld Trullhalsar Gotland, Leica M Elmarit 2.8 28 asph., Kodak Ektar | © mare.photo

Eigentlich suchen wir nach einem schön Platz, an dem wir mit unserem Bulli übernachten können, doch sind wir zu neugierig und folgen den Pfeilen.

Gotland entdecken – Gräberfeld Trullhalsar

Überall auf dem Weg in dieser Region zwischen Anga und Gothem begegnet uns ein Hinweisschild mit Trullhalsar. Was hat das zu bedeuten? 

Auf unbefestigten Wegen folgen wir den Hinweisschildern in den Wald. Der Weg ist kaum breiter als unser VW Bus. Verstreut befinden sich einige Ferienhäuser in dieser wahrlich mystischen Gegend. Irgendwann geht es mit dem Auto nicht mehr weiter. Wir stehen vor einen kleinen Hinweisschild, auf dem die Geschichte rund um Trullhalsar erklärt wird.

So folgen wir nun mit unserem Hund der Lichtung in den Kiefernwald hinein, es ist schon reichlich spät. Un dein bisschen gespenstig. Wie wird es hier wohl sein, wenn der Vollmond diese Umgebung beleuchtet? Ein Schauer fährt mir über den Rücken, die Geschichte von Trullhalsar vor Augen.

Doch nun stehen wir tatsächlich vor Trullhalsar. Vor uns liegen überall Steinhaufen, kreisrund aufgeschichtet. etwa 350 an der Zahl. Und diese liegen schon seit etwa 500–800 nach Chr. an dieser Stelle. Also entdecken wir hier ein Relikt aus der Wendelzeit. Damals hat man auf diese Art die dem Meer verbundenen Toten begraben. Dieses Gräberfeld muss damals gleich am Meer gelegen haben, die Toten sollten nur einen kurzen Weg über das Meer ins Jenseits haben. Der Meeresspiegel lag um dieser Zeit etwa vier Meter höher.

Das gesamte Gräberfeld setzt sich aus Richterringen, Steinsetzungen und den Steinhügelgräbern zusammen, auf zahlreichen Steinhügeln hat man einen runden Stein als Grabkugel aufgesetzt.

Es gibt auch Vermutungen, dass es hier zu einer Gerichtsstätte mit Hinrichtungen kam. Der Name Trullhalsar lässt auf Trolle mit ausgestreckten Hälsen schließen, die vielleicht diese Menschen geholt haben.

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