Finnmark

Begegnung in der Sydvaranger Gruver Bjørnevatn

Sydvaranger Gruver Bjørnevatn, Leica M Elmarit 2.8 28 asph. Kodak Ektar
Sydvaranger Gruver Bjørnevatn, Leica M Elmarit 2.8 28 asph. Kodak Ektar | © mare.photo

Wir müssen schon ein wenig suchen, dann biegen wir ab in Richtung Pasvikdal und erreichen schnell den kleinen Grubenort Bjørnevatn. Eine riesige Baggerschaufel und ein Denkmal für die Grubenarbeiter zeigt uns: hier sind wir richtig- hier liegt die Erzgrube Sydvaranger gruver Bjørnevatn.

Begegnung in der Sydvaranger Gruver Bjørnevatn

Gegenüber des Wartehäuschens, der überdimensionalen Schaufel eines Abraumbaggers, liegt im kleinen Bergarbeiterdorf Bjørnevatn ein moderner Co op. Wir müssen nur noch der Straße folgen und stehen dann vor dem großen Eingangstor der Minengesellschaft der Sydvaranger Gruver Bjørnevatn.

Sydvaranger Gruver Bjørnevatn, Leica M Elmarit 2.8 28 asph. Kodak Ektar

Sydvaranger Gruver Bjørnevatn, Leica M Elmarit 2.8 28 asph. Kodak Ektar | © mare.photo

Aber wir nehmen uns Zeit, atmen den Ort, um uns langsam auf die Umgebung der Sydvaranger Gruver Bjørnevatn einzulassen. Der Besuch dieser Grube bei Kirkenes war lange geplant  und entsprechend haben wir uns mit der neuen Minengesellschaft im Vorfeld ausgetauscht. Und so nahmen wir die Einladung zur Besichtigung der Mine gerne an.

Stillstand in der Sydvaranger Gruver Bjørnevatn

Schon lange bewegt sich hier nichts mehr. Das Tor, vor dem ich nun stehe, scheint verwaist. Es ist verschlossen. Drei historische Fahrzeuge  aus den 1950er und 1960er Jahren sind die aktuelle Visitenkarte der Grube bei Kirkenes. Doch sie wirken ebenso vergessen wie die Sydvaranger Gruver Bjørnevatn selbst.

So wechselhaft wie die Geschichte der Sydvaranger Gruver Bjørnevatn ist heute auch das Wetter. Hat es zuvor Stunden geregnet, öffnet sich der Himmel und wird uns die nächsten zwei Stunden tolle Lichtverhältnisse zum Fotografieren bieten, eh das neue dunkle Wolkenband uns wieder erreicht und seinen Ballast abwirft.

Sydvaranger Gruver Bjørnevatn, Leica M Elmarit 2.8 28 asph. Kodak Ektar

Sydvaranger Gruver Bjørnevatn, Leica M Elmarit 2.8 28 asph. Kodak Ektar | © mare.photo

Beste Zeit also, Egil zu treffen, der mich gleich über die Pfade der Sydvaranger Gruver Bjørnevatn führen wird. Egil hat bis zum letzten Betriebstag hier gearbeitet, heute dreht er mit seinem fünfjährigen braunen Labrador Retriever seine Runden und versinkt immer wieder in Gedanken an die lebendigen und betriebsamen Tage hier in der Sydvaranger Gruver Bjørnevatn. Er hatte Glück, denn mit Beginn der Pleite der Sydvaranger Gruver Bjørnevatn hat er sein Rentenalter erreicht .

Wir machen uns zunächst auf den Weg zum besten Aussichtspunkt der Sydvaranger Gruver Bjørnevatn. „Sei vorsichtig an den Kanten..“ ist ein wohlgemeinter Hinweis, denn dort geht es zum Teil einige hundert Meter in die Tiefe. Für mich ist das eine Selbstverständlichkeit, wie oft war ich schon auf großen Baustellen oder in unübersichtlichem Gelände unterwegs. Jeder Schritt muss überlegt und überschaubar sein. Egil vergleicht die schroffen Hänge der Sydvaranger Gruver Bjørnevatn mit dem Preikestolen, da würde er nie an die Kante gehen- wegen seiner Höhenangst.

Angekommen durch die Arbeit in der Sydvaranger Gruver Bjørnevatn

Ob er schon lange hier im hohen Norden lebe und was man den langen und dunklen Winter in dieser Gegend so mache, möchte ich gerne wissen. Ursprünglich stammt Egil aus einem kleinen Ort bei Oslo. Aber mit dem Tag, an dem er hier ankam, wollte er niemals wieder zurück. Im Winter gehe er raus zum Fischen, vor allem die große Königskrabbe mit ihrem Greifern so lang wie unser acht Monate alter Sohn, stehe bei ihm fest auf dem Speiseplan. Außerdem gebe es hier tolle Skigebiete, ob ich sie schon gesehen habe. Ja, ein wenig stürmisch könne es hier, an der Barebtssee, schon werden. Und sobald die Sonne herauskäme, nutze er seinen fünf Meter langen Husvagn, den Wohnwagen. Der stehe in der Nähe von dem traumhaften Ort Bugøynes, etwa 40 Kilometer entfernt.Dort müsse ich unbedingt einmal hin.

Sydvaranger Gruver Bjørnevatn, Leica M Elmarit 2.8 28 asph. Kodak Ektar

Sydvaranger Gruver Bjørnevatn, Leica M Elmarit 2.8 28 asph. Kodak Ektar | © mare.photo

Mittlerweile sind wie auf dem Aussichtspunkt angekommen, über zwei Kilometer reicht unser Blick über diese Kraterlandschaft der Sydvaranger Gruver Bjørnevatn.

Ob es denn in der Sydvaranger Gruver Bjørnevatn auch Bären gebe, frage ich ihn und zeige dabei schmunzelnd auf die beiden Kraterseen. Bjørn ist ja immerhin die Übersetzung für Bär und Vatn eben für Wasser. Tatsächlich gab es hier einmal einen See, an dem man auf Bären treffen konnte. Vor etwa vier Jahren habe man Bären hier in der Sydvaranger Gruver Bjørnevatn gesichtet, ebenso auch Rentiere. Das sei sehr besonders, denn Nahrung finden beide Tierarten in dieser Kraterlandschaft nicht. Früher sah es hier einmal so aus wie auf dem Flecken, auf dem wir gerade stehen. Birken und Moose, Beerensträucher, die kaum höher als Bodendecker werden und Gräser haben die Umgebung der Ausläufer der sibirischen Taiga geprägt.

Trauriger Ausblick nach Russland von der Sydvaranger Gruver Bjørnevatn

Nun wandert unser Blick zum höchsten Punkt, zum Sendemast. „Von hier aus hat man einen fantastischen Blick nach Russland hinüber, vor allem zur dortigen Grube in Nickel…“ Da sei alles an Natur tot, vergiftet. Manchmal komme die Wolke aus den riesigen Schloten hier herüber. Gut fühle sich das nicht an. Ob er denn im Pasvik fischen oder das dortige Wasser trinken würde, interessiert mich. Beides verneint er mit Nachdruck.

Sydvaranger Gruver Bjørnevatn, Leica M Elmarit 2.8 28 asph. Kodak Ektar

Sydvaranger Gruver Bjørnevatn, Leica M Elmarit 2.8 28 asph. Kodak Ektar | © mare.photo

Aber auch in dieser Grube wurde die Umwelt massiv zerstört und vergiftet. Das sei nun anders. Die Auflagen seien heute sehr streng und die Menschen haben große Hoffnungen auf den beginnenden Neustart.

Egil schaut auf meine Leica M, wundert sich ein wenig, dass ich heute analog fotografiere. Er habe auch eine alte Leica, mit der hat er früher für die Arbeiterpartei fotografiert. Heute müsse er die Filme in Deutschland bestellen. Ich werde ihm ein paar Filme schicken, verspreche ich ihm.

Dornröschenschlaf in der Sydvaranger Gruver Bjørnevatn

Wir gehen langsam zurück zum Zentrum der Mine Sydvaranger Gruver Bjørnevatn und bleiben vor den drei alte Fahrzeugen am Eingang stehen. Der riesige Abraumbagger und der ebenso große Muldenkipper stammen aus der Zeit um 1960, dazwischen steht ein kleiner Muldenkipper, der sei wohl nach 1945 im Einsatz gewesen. Für mich ist der Kleine das schönste Baufahrzeug. Aber der große Muldenkipper konnte immerhin 150 Tonnen Gesamtgewicht erreichen und damit ein vielfaches der Ladung aufnehmen.

Und dann zeigt er mir die riesigen Tore einer endlos langen Halle. „…hier werden die Fahrzeuge gewartet…“

Sydvaranger Gruver Bjørnevatn, Leica M Elmarit 2.8 28 asph. Kodak Ektar

Sydvaranger Gruver Bjørnevatn, Leica M Elmarit 2.8 28 asph. Kodak Ektar | © mare.photo

Neustart in der Sydvaranger Gruver Bjørnevatn

Egil spricht schon von der Zukunft, die für die Sydvaranger Gruver Bjørnevatn wieder begonnen hat. Was vor über 100 Jahren begonnen habe, werde endlich weiter geführt. Die ersten Sprengungen gab es vor kurzem, eine neue Trasse ist angelegt. Planierraupen schieben Mutterboden bis zur Gesteinsschicht zur Seite und bald werden wohl die Fahrzeuge und Baumaschinen, die nun 10 Jahre lang nicht mehr bewegt wurden, fit gemacht für den alt gewohnten und doch nun neuen Einsatz.  Zu Beginn der Grubenzeit, so erzählt er, haben die Menschen ihren Abbau mit Rentieren zum acht Kilometer entfernten Hafen gebracht, bis irgendwann die Schienenverbindung fertig gestellt wurde. Der neue Betreiber der Sydvaranger Gruver Bjørnevatn wirbt massiv um fachkundige Arbeiter hier im so oft vergessenen und fast verlassenen Norden, hier in der Sydvaranger Gruver Bjørnevatn.

Zuhause dank der Sydvaranger Gruver Bjørnevatn

Und dann schwärmt mir Egil wieder vom fast verlassenen Norden vor. „Du musst unbedingt Vadsø besuchen und Vardø…“. Aber wir waren vor wenigen Tagen bereits am Varangerfjord und ich kann seine Begeisterung gut verstehen. Ob wir denn schon in Hamingsberg gewesen sei, das wäre der schönste Ort überhaupt. Oh ja, wie recht er hat. Wären nur nicht die nervenaufreibenden Straßenabschnitte mit ihren schroff abfallenden Kanten, für die braucht man als Reisender aus dem norddeutschen Flachland bisweilen starke Nerven.

Zum Nordkap müsse er nicht, da sei ihm zu viel Betrieb. Er liebt die Einsamkeit und die schöne Stunden in seinem Wohnwagen.

Egil kommt noch mit zu unserem VW Bus und begrüßt kurz unsere Familie. „Har det bra…“, verabschieden wir uns, so, wie man es hier untereinander tut.

Wir verweilen noch ein wenig an der Sydvaranger Gruver Bjørnevatn, lassen sie weiter auf uns wirken. Die dunkle Wolkenwand hat uns wieder eingeholt und lässt die ersten Tropfen fallen. So ist das hier im Norden. Aber wir werden wieder kommen und uns anschauen, wenn der Tagebau wieder den Tagesablauf der Sydvaranger Gruver Bjørnevatn bestimmt. In wenigen Monaten soll es wieder so weit sein.

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