Finnmark

Store Molvik bei Berlevåg – und am Ende der Straße ist ein Strand voll Müll

Store Molvik, Berlevåg, Barentssee, Barentssea, Plastik Norway, Ishavsvejen, Kodak Ektar, Leica Elmarit M 2.8 28 asph. | © mare.photo
Store Molvik, Berlevåg, Barentssee, Barentssea, Plastik Norway, Ishavsvejen, Kodak Ektar, Leica Elmarit M 2.8 28 asph. | © mare.photo

Im nördlichsten Europa wird die Landschaft immer karger und ebenso sensibler. Überrascht sind wir, was wir in dieser abgeschiedenen und fast einsamen Umgebung vorfinden. Und nicht nur in dieser…

Store Molvik bei Berlevag – auf den Spuren der Vergangenheit. Und der Zukunft

Store Molvik liegt etwa 20 Kilometer südwestlich von Berlevåg und dem Ende der Eismeerstraße in Norwegen auf der Varanger Halbinsel. Wenn wir also schon tausende Kilometer in den Norden unterwegs sind, dann nehmen wir auch die letzten 20 Kilometer schmale Schotterpiste zum alten Fischerort Store Molvik in Kauf. Die Küste soll in Store Molvik historisch sein, ebenso die Bebauung. Doch was uns in dieser so angepriesenen Umgebung erwartet, stellt all unsere Vorstellung in den Schatten.

Wir sind Anfang Juli auf der Varanger Halbinsel und fahren über den Ishavsvejen, die Eismeerstraße, nach Berlevåg. Von hier aus führt ein schmaler Schotterweg bis nach Molvik udn Store Molvik. Dieser ist allerdings nur im Sommer geöffnet, während der langen Winterperiode führt lediglich ein offizieller Weg für Schneemobile parallel zu diesem Weg.

Bis 1945 war Molvik eine traditionelle Fischersiedlung, wie man sie immer wieder entlang der norwegischen Barentssee vorgefunden hat. Doch mit dem Abzug der deutschen Sodaten wurden alle Bebauungen in und um Berlevåg niedergebrannt und die Menschen vertrieben.

Store Molvik, Berlevåg, Barentssee, Barentssea, Plastik Norway, Ishavsvejen, Kodak Ektar, Leica Elmarit M 2.8 28 asph.

Store Molvik, Berlevåg, Barentssee, Barentssea, Plastik Norway, Ishavsvejen, Kodak Ektar, Leica Elmarit M 2.8 28 asph. | © mare.photo

Geblieben sind die hohen Strandwälle aus groben Kieselsteinen, die während der letzten Eiszeit entstanden. Der letzte Abschnitt führt denn auch durch ein riesiges Kieselfeld, dass zum Strand hin steil abfällt. Der Schotterweg endet mit einer schmalen Brücke, ohne Geländer. Denn parallel zur Küste fließt in diesem Bereich ein breiter und recht tiefer Bach, der ganz in der Nähe in den Tanafjord mündet.

Ein paar einfache Fischerhütten sind hier, in Store Molvik entstanden, die Slipanlagen der Boote haben wahrscheinlich die blindwütige Zerstörung der deutschen Soldaten im Jahr 1845 überstanden und blieben als vermeintlicher Schrott zurück. Heute dienen sie wieder ihrer alten Funktion und ziehen Boote an Land.

Von Store Molvik bieten sich in beide Richtungen schöne, aber durchaus auch anspruchsvollere Küstenwanderungen in dieser kargen und bescheidenen Landschaft an. Doch so schön die Küste des Tanafjord in Store Molvik ist, so ist sie mit Plastik übersät. Große und kleine Plastikteile, frisch entsorgt oder vor längerer Zeit angespült, dem Bereich der Fischerei genauso so zuzuordnen wie dem der privaten Haushalte.

Aufgebrauchte Kunststoffkisten, zerrissene Fangnetzte, kleine Bojen, Plastikflaschen, Stangen und kaputte Handschuhe…., vieles von dem, was hier liegt, wird auch hier entsorgt, anderes wird mit dem Stürmen und Wellen angespült. Ob die Menschen, die hier leben, ein Gespür dafür haben, was sie damit anrichten? Mein Herz blutet bei diesem Anblick und die Massen sind so viele, dass wir sie selbst nicht abtransportieren können.

So, wie an diesem Ort, in Store Molvik, sieht es überall entlang der Barentssee aus. Mit traurigen Gedanken verlassen wir den Ort, der 1945 durch wahnsinnige fremde Mächte zerstört wurde. Heute sind es die Menschen, die hier leben, die diese schöne Bucht, die traumhafte Küste an der Barentssee durch Plastikmüll zerstören.

Doch lade ich ein, Müll mitzunehmen und ordentlich zu entsorgen. BITTE!!! Auch, wenn es nicht der eigene Müll ist. Wenn jeder etwas mitnimmt und so einfach dem Ort, an dem er gerade ist, damit etwas zurück gibt- wie viel könnten wir bewirken. Und auch als Touristen im Geschäft könnten wir zeigen, dass Plastikverpackung von gestern ist. Bitte lasst es uns tun. Für morgen!!!

Leave a Comment