Stabkirchen in Norwegen | Borgund Stavkirke (Stabkirche Borgund)

Borgund Stavkirke, Leica M Elmarit 2.8 28 asph. Kodak Ektar

Die Stabkirchen gehören zu Norwegen genauso wie die Trolle. Beide haben etwas mystisches, etwas faszinierendes. Und so ist es die erste Stabkirche in meinem Leben, die ich heute, mach vielen Jahren, endlich wieder besuche.

Stabkirchen in Norwegen – Borgund Stavkirke (Stabkirche Borgund)

Borgund, das hört sich irgendwie französisch an. Aber es liegt mitten in Norwegen, in der Gemeinde Lærdal in der Provinz Vestland. Diese junge Provinz Vestland ist zum 01.01.2020 aus dem Zusammenschluss der Provinz Sogn og Fjordane und der Provinz Hordaland entstanden. Aber heute geht es ja weniger um die Provinzen in Norwegen als um die Stabkirchen in Norwegen. Genauer gesagt die Stabkirche Borgund (Borgund Stavkirke).

Das Wetter passt zur Architektur, möchte man fast meinen. Der Ort liegt bei leichten Regen in Nebel und dieser wiederum hüllt das dunkle Gotteshaus mit seinen unzähligen Dächern und den dunkelbraunen Blockbohlen in seine ganz eigene Geschichte ein. Mystik macht sich an diesem Ort breit und macht einmal mehr Lust, sich mit der Stabkirche Borgund (Borgund Stavkirke) auseinander zu setzen.

Das Museum Borgund Stavkirke (Stabkirche Borgund)

Dieses Holzgebäude aus dem frühen Mittelalter hat seine Funktion als Gotteshaus schon lange aufgegeben. Aber es wird erhalten und öffnet neugierigen Besuchern einen Einblick in die frühen Gottesdienste, wie sie in Norwegen statt fanden. Irgendwann im 19. Jahrhundert entstand eine neue Kirche, nur etwa 100 Meter weiter und so dient dieStabkirche Borgund (Borgund Stavkirke) heute als Museum.

Wir parken unseren VW us gleich vor dem großen Besucherzentrum, das für den Ansturm in der Hauptsaison bestens gerüstet ist. Zu einem Besucherzentrum gehört neben guter Information natürlich auch ein Café, aber wir sind ja erst einmal ziemlich neugierig auf diese urige Stabkirche. Die Stabkirche Borgund (Borgund Stavkirke) liegt nämlich gleich gegenüber am Straßenrand. Man kann sie also auch von außen sehen, ohne Eintrittsgelder. Aber der Fortidsminneforeningen, also der Altertumsverein in Norwegen, der dieses mittelalterliche Relikt erhält, braucht eben Geld, um uns an der Geschichte der Stabkirchen in Norwegen teilhaben lassen zu können. Denn die Unterhaltung der Stabkirchen in Norwegen ist extrem aufwendig und teuer.

Borgund Stavkirke, Borgund Stabkirche, Kodak Ektar, Leica M Elmarit 2.8 28 asph., | © mare.photo

Borgund Stavkirke, Borgund Stabkirche, Kodak Ektar, Leica M Elmarit 2.8 28 asph., | © mare.photo

Die Geschichte der Borgund Stavkirke (Stabkirche Borgund)

Einst gab es weit mehr als 1000 Stabkirchen in Norwegen, heute befinden sich über das Land verteilt gerade einmal 28 Stabkirchen in Norwegen. Die berühmteste und besterhaltene ist neben der Stabkirche Heddal die Stavkirke Borgund.

Dabei lässt sich die Geschichte dieses früh mitttelalterlichen Gotteshauses bis ins Jahr 1342 dank schriftlicher Quellen zurück verfolgen. Allerdings gibt es Hinweise, dass es um 1300 fertig gestellt wurde. Bemerkenswert ist das Ergebnis von Wissenschaftlern, die nachweisen konnten, dass das Holz für die Stavkirke Borgund bereits im Winter 1180 / 1181 geschlagen wurde. Nun wird man keine 100 Jahre an einer der Stabkirchen in Norwegen gebaut haben, aber es stellt sich schon die Frage, was in dieser Zeit geschah.

Was man aber weiß: Es gab vor dem Bau der Stabkirche Borgund an dieser Stelle ein anderes Gebäude. Oftmals hat man ja Kirchen an Orte gesetzt, die zuvor heidnische Opferstätten darstellten. Und die Christianisierung verlief ja entgegen der eigentlichen Botschaft Jesu alles andere als friedlich. Mit Gewalt wurden Menschen ab dem Jahr 1000 zu ihrem Glauben an Christus gezwungen, obwohl sie ja eigentlich heidnische Götter anbeteten.

Und so gibt es eine Übergangszeit, in der sich heidnische Rituale mit christlichem Leben vermischen. Diese Phase dauerte etwa 200 Jahre, dann wichen die letzten Zeugnisse der nordischen Religionen dem Christentum. Und genau diese Übergangsphase prägt die Stabkirchen in Norwegen.

Zwar findet man weniger Hinweise auf nordische Götter, dafür aber Ausdrucksformen von Schutzzauber vor bösen Mächten. Das zeigt sich zum einen in der Vielzahl christlicher Kreuze auf den Giebeln, aber auch in den übel und gefährlich aussehenden Drachenköpfen, welche böse Geister verängstigen und fern halten sollten.

Die Architektur

wir arbeiten aktuell an diesem Artikel. Bald mehr!

 

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