Rickelsbüller Koog / Königin Margarethe Kog am Grenzübergang Sieltoft – Norddeich

Es ist noch nicht lange her, da lag der westlichste Grenzübergang zwischen Dänemark und Deutschland direkt am Meer. Auf dem Deich. Erst im Jahr 1981 wurde der dänisch-deutsche Deich nach fast dreijähriger Bauzeit geschlossen. Der Rickelsbüller Koog auf der deutschen und der Königin Margarethe Koog auf der dänischen Seite entstand. Und damit eines der länderübergreifenden Naturschutzgebiete. Ein Geheimtipp ist der nordwestlichste Punkt auf deutschem Festland schon lange nicht mehr. 

Rickelsbüller Koog – Grenzenlos

Das Meer kommt und geht. Und manchmal kommt es auch mit solch großer Wucht, dass nichts mehr bleibt, wenn es wieder geht. So gab es denn auch bis zum Jahr 1615 westlich von Rodenäs das kleine Dorf Rickelsbüll. Rickelsbüll bekam also die ersten Wellen möglicher Sturmfluten ab. So versank es mit der ersten Großen Schadensflut am 01. Dezember 1615 im Meer.

Nun also holte man sich das Land zurück vom Meer. In einem gemeinsamen Projekt zwischen Dänemark und Deutschland hat man die Küstenlinie begradigt und damit die bisherigen Deiche bis nach Hoyer / Højer entlastet. Auch das deutsche Rodenäs war nun in Zukunft besser geschützt.

Der nördlichste Koog in Deutschland

Auf deutscher Seite entstand mit der Eindeichung nun der nördlichste Koog an der deutschen Nordseeküste mit einer Fläche von 534 ha. Den Rickelsbüller Koog benannte man nach dem an dieser Stelle untergegangenen Dorf. Auf dänischer Seite entstand der Königin Margarethe Kog. Bereits im Jahr 1982 wurden der Rickelsbüller Koog und der Königin Margarethe Koog als Naturschutzgebiete ausgewiesen. 

Schnell wurden hier zahlreiche Gänsearten wie die Weißwangengänse, Ringelgänse oder Kurzschnabelgänse heimisch. Aber auch Enten und Limikolen nutzen den Rickelsbüller Koog und den Königin Margarethe Kog als Brut- und Rastplatz. Mitllerweile haben die beiden Köge internationale Bedeutung. So wundern die Besuche aus vielen Nationen an dieser eigentlich verlassenen Gegend kaum.  

Mitten durch

Mitten durch die beiden Köge führt eine schmale Landstraße, auf der die Grenze Deutschland-Dänemark im Zickzack verläuft. Um auf den deutschen Parkplatz zu kommen, muss man also durch dänisches Gebiet fahren. Möchten die Dänen dagegen zum westlichsten Grenzstein fahren oder ihre Straße in Ordnung halten, müssen sie ein paar Meter durch Deutschland fahren.

Mitten auf den Zubringer befindet sich auf deutscher Seite eine Beobachtungshütte mit Blick auf den Rickelsbüller Koogsee. Am Fuße des Deiches befindet sich ein kleiner Infopavillion in dänischer und deutscher Sprache.

Der nördlichste Punkt auf dem deutschen Festland

Die Zufahrt zum Rickelsbüller Koog und zum Margatehe Kog liegt am Grenzübergang Norddeich-Sieltoft und ist zugleich der nördlichste Punkt auf deutschen Festland. Lange Zeit war der westlichste Grenzposten  aller Grenzübergänge zwischen Deutschland und Dänemark auch der unwirtlichste.  wer hier seinen Dienst tat, fühlte sich einer Strafversetzung gleich. Vor allem das brutale Wetter in der winterlichen Sturmperiode machte den Grenzbeamten zu schaffen.  Heute erinnert das kleine Grenzhäuschen und die stillgelegte Schranke an jene Zeit. Die Überwachung dieses Grenzüberganges findet nun mit Scannern und Kameras statt. Und unregelmäßig versehen nun mobile Streifen ihren Dienst am einstigen Außendeich.

Der Rickelsbüller Koog liegt auf der Grenzroute Deutschland-Dänemark und ist Ausgangspunkt des Nord-Ostsee-Radweges. Von hier aus erreicht man über den Grenzübergang Norddeich Sieltoft das beschauliche und malerische dänische Dorf Hoyer / Højer. Der Rickelsbüller Koog selbst gehört zur ebenso beschaulichen wie weit zersiedelten Gemeinde Rodenäs. Rodenäs selbst ist ein echtes und sehr einladendes Dutz-Dorf .

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