Museum Oldemorstoft auf der Grenzroute Deutschland – Dänemark / Gendarmstien und Hærvejen

Diese kleinen Museen am Wegesrand bleiben viel zu oft unbeachtet. Dabei erzählen sie meist ganz spannende Geschichten aus der direkten Umgebung. Eines der Museen entlang der Grenzroute Deutschland-Dänemark, des Gendarmstien oder des Hærvej ist das Museum Oldemorstoft genau zwischen den Orten Padborg und Bov. Wer sich für das Leben auf einem Hof im Spannungsfeld einer wechselnden Grenze interessiert, dem können wir einen Besuch in Oldemorstoft unbedingt empfehlen.

Treffpunkt für dänische Könige

In Zeiten vor der Grenzziehung zwischen Deutschland und Dänemark verlief die berühmte Heeresstraße, der Hærvej entlang von Oldemorstoft. Idealer Punkt also, hier ein Gasthof einzurichten. Ein solcher Gasthof durfte aber nur mit königlicher Genehmigung betrieben werden. Und so entstanden die königlich privilegierten Kro entlang der wichtigen Landstraßen. Durch seine Lage gehörte Oldemorstoft dazu. 

Denn das Gebiet unter dänischer Verwaltung reichte bis nach Altona. Auf dieser Route wurde zudem für die Versorgung mit Fleisch regelmäßig ein Vieh-Treck nach Hamburg geführt. So ist heute die weiterführende Route auf deutschem Gebiet als Ochsenweg bekannt. Auf solch wichtigen Routen waren regelmäßig auch die dänischen Könige unterwegs, um ihr Reich zu inspizieren. 

Für König Christian IV war Oldemorstoft ein wichtiger Anlaufpunkt. Denn er sorgte dafür, dass nördlich der Eider bis ins heutige nördliche Grenzland das undurchdringliche Land urbar gemacht wurde. Zudem war Oldemorstoft Sitz des damaligen Amtsvorstehers.

Die Geschichte von Oldemorstoft lässt sich bis ins Jahr 1472 zurück verfolgen. In jenem Jahr taucht Oldemorstoft zum ersten Mal in den Steuerlisten Flensburgs auf. Bis 1864 blieb Oldemorstoft in Familienbesitz. Oldemorstoft entwickelte sich zu einem Treffpunkt für Vieh- und Pferdehändler.

Oldemorstoft – das Regional- und Grenzlandmuseum 

Heute hat man alle Facetten aus der Historie von Oldemorstoft zusammen getragen. Viele Exponate erzählen aus dem Dasein als privilegierter Hof und Gasthaus. Viele Exponate aus der Landwirtschaft, aus dem örtlichen Handwerk und aus dem Umfeld der Grenzsituation veranschaulichen die Situation vor allem der letzten 150 Jahre. Da ist der Torfkarren, der im Einsatz der Trockenlegung der hiesigen Moore im Einsatz war. Daneben zeigen viele landwirtschaftliche Geräte und Wagen die Arbeitsweise aus den vergangenen Epochen. Man bekommt ein Gefühl der Herstellung von Butter. Und entdeckt eine Urne aus der Zeit der Abstimmung über die Grenzziehung im Jahr 1920.

Aber auch Passierscheine, Schmugglerverstecke, historische Fotos aus der Umgebung oder eine alte Grenzhütte bereichern die Ausstellung.

 

Auf einen Kaffee in Oldemorstoft

Man kann selbstverständlich auch Oldemorstoft von der romantischen Seite genießen. Die Exponate als beneidenswerte Dekorationsgegenstände und die wunderschöne kleine Kaffeestube als verträumtes Café in Anspruch nehmen. Genauso darf man auch die zahlreichen Sitzmöglichkeiten im kleinen Obstgarten von Oldemorstoft für das mitgebrachte Picknick nutzen. In diesem Obstgarten findet sich im übrigen eine Sammlung von Obstsorten einzig aus dem Raum Nordschleswig, Südjütland. Kenner werden dort manchen Exoten entdecken. Die anderen vielleicht die herrliche Blüte oder die leckeren Früchte bestaunen.

Oldemorstoft – mitten drin statt links daneben

Oldemorstoft, das lohnt sich. Unaufdringlich, ein wneig unscheinbar aber im Inneren sehr herzlich und sehr interessant. Geöffnet hat das Grenzmuseum „Oldemorstoft“ in der Saison zwischen April und Oktober Dienstags bis Sonntags zwischen 10.00 Uhr und 16.00 Uhr.

Museum Oldemorstoft Bovvej 2
6330 Padborg
tlf: 7376 6436

Web: www.oldemorstoft.dk

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