Europastraße E8: Nordkjosbotn – Tromsø

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Norwegen bietet eine Traumstraße nach der anderen. Zahlreiche Straßen gehören zum Fernstraßennetz Europas. Heute biegen wir von der wohl bedeutendsten dieser Wege ab und machen einen langersehnten Abstecher an die Westküste.

Europastraße E8: Nordkjosbotn – Tromsø

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Die wohl wichtigste Fernverbindung und populärste Route in den Norden von Norwegen ist die Europastraße E6. Doch in Nordkjosbotn biegen wir ab auf die Europastraße E8, die uns von Nordkjosbotn nach Tromsø bringt. Und uns mit ihrer undramatischen Schönheit einmal mehr in Staunen versetzt.

Wir sind vom Süden aus ein Stück über die Europastraße E6 gekommen und haben den Zentralort Nordkjosbotn erreicht. Nach einer so großen Entfernung ist für Nicht-Skandinavier das Nordkap gefühlt zu Greifen nah. Allerdings sind wir bereits über einen Monat unterwegs und haben einen Abstecher geplant. Denn dieses Mal steht Tromsø, meine persönliche Traumstadt, fest im Reiseplan.

Und so ist Nordkjosbotn so etwas wie ein Verkehrsknotenpunkt. Hier kreuzen sich die Europastraße E6 nach Norden und die Europastraße E8. Die Europastraße E8 führt in nord-westliche Richtung nach Tromsø und in südöstliche Richtung nach Turku in Süd-Finnland. Überhaupt ist das Dreiländereck Norwegen-Schweden-Finnland nur einen Katzensprung entfernt.

An der Tankstelle unterhalb der Kirche, der Nordkjosbotn Kirke, legen wir eine Pause ein. Da sind wir nicht die Einzigen. In norwegischen Tankstellen hat der Kiosk einen ganz anderen Stellenwert, hier wird wirklich gerastet. Die große Parkfläche mit den Sitzbänken, direkt im Abbiege-Bereich Europastraße E6 / Europastraße E8 lädt dazu förmlich ein.

Hier sehen wir den Militärkonvoi wieder, der auf seinen Pritschen zahlreiche Minifahrzeuge für Patrouillen  im Grenzgebiet zu Russland geladen hat, hält hier genauso wie mancher LKW-Fahrer auf der langen Inlandsfahrt. Denn für viele Menschen sind die Traumstraßen wie die Europastraße E6 oder Europastraße E8 schlicht ein Arbeitsweg.

Wir haben eine Schwäche für die norwegische Schokolade „Freya“ und genießen sie zusammen mit einem Kaffee, eh wir uns nun auf den Weg Richtung Tromsø machen. Es ist nun schon ein paar Jahre her, dass wir hier gerastet haben und immer wieder begegnen uns auch die bekannten Orte die Nordkjosbotn neu.

Aber nun starten wir, fahren auf die Europastraße E8 geradezu in Richtung Tromsø. Etwa 20 Kilometer geht es nun entlang des Balsfjorden, bis wir Laksvatn erreichen. Müssten wir nur nicht Rücksicht auf die Menschen hinter uns nehmen, wir würden vor der Schönheit dieser Strecke niederkniend die Strecke der Europastraße E8 kriechen.

Auf der rechten Seite richten sich die Berge recht steil auf, auf der linken Seite fahren wir auf diesem Teilstück der Europastraße E8 genau parallel zum Balsfjorden. Wir ein breiter Fluss zieht sich dieser Fjord durch die malerische Landschaft mit seinen schneebedeckten Berggipfeln. Immer wieder mag man anhalten und diese Umgebung in sich aufsaugen. 

Bereits am kleinen Nordkjosbotn Rastplatz  der Europastraße E8 halten wir und genießen bei einer weiteren Pause das grandiose Panorama. Bisher haben die ersten Kilometer kontinuierlich aufwärts geführt, immer wieder fahren wir unter breiten Wildbrücken her, die den Rentieren und Elchen einen sicheren Zugang zum Balsfjorden bieten.

Wir entdecken dicht am Ufer des Balsfjorden eine kleine Landstraße, die parallel unterhalb der Europastraße E8 bis Laksvatn verläuft. An ihren Hängen verteilen sich einzelne kleine Höfe und betreiben in bescheidenem Ausmaß Landwirtschaft. Bei aller Idylle für uns Touristen,  Wohlstand ist hier nicht zuhause. Mit diesem Abschnitt der Europastraße E8 zwischen Nordkjosbotn und Tromsø bewegen wir uns immerhin an den Ausläufern der Arktis und die Sommermonate sind hier kurz.

Dennoch biegen wir in Laksvatn von der Europastraße E8 ab und fahren über die kleine Landstraße ein kleines Stück zurück, nun auf Augenhöhe mit dem Balsfjorden.


Warum Balsfjorden und nicht Balsfjord? Im Norwegischen wir der Artikel nicht vorangesetzt, sondern angehängt. Ein Fjord heißt im Norwegischen „Fjord“, der Fjord heißt im Norwegischen „Fjorden“.


Durch die Südhangseite bekommen die Flächen an dieser Stelle viel Licht und Wärme und so nutzen die Landwirte die kleinen Flächen unterhalb der Europastraße E8 für Weideflächen oder bescheidenen Ackerbau. Natürlich dürfen am Ufer des Balsfjorden die typischen Bootshäuser nicht fehlen, von denen aus es raus zum Fischen geht.

Irgendwann, nach weiterer Pause und Spaziergang kehren wir zurück auf die Europastraße E8 und setzen unsere Fahrt  in Richtung Tromsø fort. Kurz hinter Laksvatn führt die Europastraße E8 durch eine breite Schlucht. Trotz Mitternachtssonne ist sie am späten Nachmittag bereis in Schatten getaucht. Ein wneig bedauern wir die Menschen, die hier leben, aber vielleicht sind sie auch bereits so an die lange Dunkelheit im Winter gewöhnt, dass ihnen der Schatten auch nichts mehr ausmacht.

Zwischendurch laden kleine Rastplätze an rauschenden Bergbächen zum Verweilen ein. Das nutzen wir gerne, um unsere Wasservorräte aufzufüllen und das frische kristallklare Wasser aus den Bergen zu genießen. Andere sitzen in dieser schönen Umgebung und grillen ihren Fisch.

In Sørbotn angekommen bietet sich der erste Wohnwagenpark. Er zeigt durchaus die ärmlichen Verhältnisse außerhalb der kurzen Saison. Nichts also für verwöhnte Wildcamper mit goldenen Wasserhähnen. Jedenfalls fahren wir ab nun wieder im hellen Licht am Ford entlang, die schneebedeckten Berge nahe Tromsø sind nun zum Greifen nah. Wir fahren fast geradewegs darauf zu. Die Europastraße E8 befindet sich nun wenige Meter über dem Balsfjorden, die beiden kleinen Ortschaften Fagernes und Hundbergan folgen.

In Hundbergan an der Europastraße E8 sollte man seinen Kindern und sich selbst eine Pause gönnen und den Tromsø Minizoo besuchen. Vor allem regionale Rassen sind hier zuhause und wollen gestreichelt werden. Der Tromsø Minizoo hat zurecht gute Resonanzen und bietet eine tolle Unterbrechung, eh es aus der recht einsamen Landschaft gleich in die arktische Stadt Tromsø geht.

Nun führt die Europastraße E8 unweigerlich nach Tromsø. Die Umgebung ist so schön, einfach so schön, dass man fast nicht bemerkt, bereits in Tromsø zu sein. Die Bebauung entlang der Europastraße E8 wird von jetzt auf gleich dichter und bald fällt ein riesiges, unterbrochenes und nicht auf Anhieb erkennbares Dach auf, was hier so gar nicht in die Landschaft passt. Ein Industriegebäude? Nein, ein zwingend notwendiger Halt, den sich wohl niemand entgehen lassen wird. Denn schnell bekommen wir Gewissheit: Das ist die Ishavskatedralen, die weltberühmte Eismeerkathedrale Tromsø.

Nun sind ir auf den letzten wenigen Kilometern der Europastraße E8, bald führt sie durch einen Tunnel unter den Fjord auf die Insel Tromsøya, in das Zentrum von Tromsø. Ziel erreicht. Das Ziel befindet sich direkt vor Ihnen.

Für uns gehört die Europastraße E8 zwischen Tromsø und Nordkjosbotn zu den schönsten Routen in Norwegen. Reizvoll dürfte es auch sein, wenn die geplante Eisenbahnverbindung von Fauske bis nach Tromsø realisiert wird. Aber das ist eine andere Geschichte.

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