Mekanisk Museum Kruså, Oldtimermuseum Krusau, Leica SL 75mm f2 | © mare.photo

Mit dem Leica SL 75 f2 asph. zu Besuch im Mekanisk Museum Krusau

einfach näher dran

Nahaufnahme: Mit dem Objektiv Leica SL 75mm f2 asph. zu Gast im Mekanisk Museum Krusau

Unsere Fotoausrüstung ist so minimalistisch wie möglich. Was uns am Konzept einer leica gefällt, setzen wir auch quantitativ in der Fototasche um. Nur das Wesentliche haben wir dabei. Neu hinzugekommen ist das Objektiv Leica SL 75mm f2 asph. Und wir erzählen, warum.

Warum ein Objektiv mit 75mm Brennweite und warum keine Leica M?

Nahezu alle Bilder bei mare.photo entstehen mit der Leica M und den M Objektiven. Die meisten Bilder sogar analog. Nun ist eine Leica SL bei uns eingezogen und ganz aktuell das Leica APO Summicron 1:2 75mm asph. Warum ein so schweres Objektiv und warum nicht eine Brennweite von 50mm oder 90mm ?

Die Leica M sei die höflichste Kamera, hat der Fotograf Jim Rakete einmal gesagt. Davon abgesehen ist die Kamera für uns persönlich die schönste, die man zudem noch als Fotoapparat bezeichnen darf. Aber die Leica M hat einen Bereich, für den sie nur sehr bedingt geeignet ist- den Nahbereich. Und genau diesen Bereich haben wir in unseren Artikeln sträflich vernachlässigt. Mit unseren M-Objektiven war der kleinste Ausschnitt einfach viel zu groß und die Wirkung der Schärfentiefe nur schwer abzuschätzen.

Nach langen Überlegungen favorisieren wir für unsere Reportagen die Brennweiten 35 und 75mm, um mit wenig Gepäck einen großen Querschnitt abbilden zu können. Dass dabei zwei Systeme, nämlich Leica M und Leica SL nebeneinander existieren und sich ergänzen anstatt zu konkurrieren, fühlt sich zunächst befremdlich an, wird aber in der Praxis verständlich.

Die Leica M ist die klassische Reportagekamera schlechthin. Brennweiten 28mm bis 50mm sind für sie ideal. Für den Nahbereich hat das Leica M Objektiv mit 75mm Brennweite eine der kleinsten Objektfelder und damit eine der größtmöglichen Abbildungsmaßstäbe. Aber, das Leica M 75mm ist sauschwer genau zu fokussieren. Da kann man in der Praxis fragen, wen man will. 

Genau hier kommt das Leica SL Summicron APO 1:2 75mm asph..gerade richtig. In der Praxis ist dieses Objektiv über alle Zweifel erhaben. Ein kleines Objektfeld und eine Brennweite, die man nicht so oft wechseln muss, da man mit ihr auch noch Straßénzüge und genauso die Waffel mit Kirschen und Sahne aufnehmen kann. Kombiniert mit einer Leica M Brennweite 35mm, die ich auf die SL wie auf die M setzen kann, natürlich mit einem Adapter.

Heute haben wir uns an die 75mm Brennweite heran getastet und der Nahfotografie gewidmet. Wir besuchen nahe der deutsch-dänischen Grenze das Mekanisk Msusem nahe Krusau und rücken dem alten Metall dicht auf die Pelle.

Blende 1.4 war gestern

Nun ersparen wir Euch mit diesen merkwürdigen und erschlagenden Reviews, von Testern und von solchen, die meinen, welche zu sein. Langweiliger kann Fotografie nicht sein, als am Bildschirm mit einer Lupe nach Fehlern zu suchen. Fotografie ist emotional und so geben wir unser Empfinden aus der Praxis weiter. In diesem Fall aus unserer Praxis mit dem Leica APO Summicron 1:2 75mm asph.

Vorweg: Mit diesem Objektiv, dem Leica APO Summicron 1:2 75mm asph. macht man keine besseren Bilder, wenn man vorher nicht schon vernünftig fotografieren konnte. Und die ersten Bilder mit dem Leica APO Summicron 1:2 75mm asph. kann man mit ruhigem Gewissen der Öffentlichkeit ersparen. Das Leica APO Summicron 1:2 75mm asph. braucht Übung, ein ständiges Herantasten. Sowohl an die Brennweite wie auch an das Objektiv und auch den Schärfebereich. Ohne weiteres ist das Leica APO Summicron 1:2 75mm asph. nicht zu beherrschen, aber wenn man es auf ganzer Linie für sich angenommen hat, wird man wahrscheinlich kaum darauf verzichten wollen. 

Die Schärfenebene selbst bei Blende 2.0 ist im Nahbereich nur wenige mm dünn. Gerade bei räumlicher Tiefe sollte man seinen Traum verlassen, nur mit Blende 2.0 zu fotografieren. Auf dem Schriftzug des Traktors würde ich mit Blende 1:2 vielleicht einen Buchstaben scharf abbilden können. Die Blende 2 hat die Dimension der so beliebten Blende 1.4 derart übernommen, dass ich wage zu behaupten, Leica wird das Summilux SL 1.4 50mm absehbar aus dem Programm nehmen, da selbst Bokeh-Fetischisten die leichtere Variante mit „nur“ Blende 2 bevorzugen werden.

p.s. Alle hier gezeigten Aufnahmen sind JPEG direkt aus der Kamera, unbearbeitet.

Faszination Mechanik

Eigentlich bevorzugen wir es, historische Entdeckungen auch mit einer historischen Kamera wie mit der Leica M zu fotografieren. Aber manchmal erfordert es neue Sichweisen, sei es bei der Auswahl der Brennweite, sei es bei der Kamera. Aber zurück zum Wesentlichen: Das wird eindrucksvoll gezeigt im Mekanisk Museum Krusau. Zahlreiche alte Traktoren und Oldtimer schaffen es immer wieder, unsere Emotionen zu wecken. Und vielleicht einmal emotional einzufangen. Vielleicht sogar mit einem Objektiv wie dem Leica APO Summicron 1:2 75mm asph. Entstanden aus einer spannenden Historie für eine durchaus spannende Zukunft.

Infos Mekanisk Musem Sønderjylland in Krusau gibt es hier.