Südnorwegen

Mandal – die südlichste Stadt in Norwegen

Mandal, Kodak Ektar, Leica M Elmarit 2.8 28 asph., mare.photo
Mandal, Kodak Ektar, Leica M Elmarit 2.8 28 asph. | © mare.photo

Mandal ist die südlichste Stadt Norwegens, sie ist eine der zahlreichen kleinen und größeren Hafenstädte entlang des Nordsjøvegen, nicht schöner als die anderen ohnehin schon sehr reizvollen Nachbarstädte, aber genauso besonders wie jede einzelne von ihnen. Grund genug, dass wir hier abbiegen und einem Moment verbleiben. Mit dem Wunsch, hier eines Tages wieder zu kommen.

Mandal – die südlichste Stadt Norwegens

Mandal hat die schönsten Strände vor der Haustüre, etwas, was man so gar nicht unbedingt mit Norwegen und seiner überwiegend schroffen Landschaft in Verbindung bringt. Mandal gehört auch zu den wohlhabenden Städten in Norwegen und das zeigt sich auch in der Bebauung. Die weißen Fassaden sind nur ein Hinweis auf den Reichtum, vor allem die prächtigen Holzhäuser um den Marktplatz und entlang der Fußgängerzone von Mandal sind kaum zu übersehen.

Mandal, Kodak Ektar, Leica M Elmarit 2.8 28 asph., mare.photo

Mandal, Kodak Ektar, Leica M Elmarit 2.8 28 asph. | © mare.photo

Mandal – Geschichte und Moderne

Aber Mandal zeigt etwas, was in vielen Teilen Norwegens, selbst in den abgelegenen Regionen uns immer wieder fasziniert- die moderne Interpretation des Landes und seiner Geschichte. So können wir nicht umhin, die neue Hafenmeile zu besuchen und ganz entspannt das Flair dieser südlichsten Stadt Norwegens an dem Ort zu entdecken, an dem es reich geworden ist.

Mandal, Kodak Ektar, Leica M Elmarit 2.8 28 asph., mare.photo

Mandal, Kodak Ektar, Leica M Elmarit 2.8 28 asph. | © mare.photo

Aber von Anfang an: Mandal hat einen Fluss, der genau hier ins Meer fließt- der Mandalselva. Der Lage an diesem Fluss ist in gewisser Weise der Wohlstand der Stadt zu verdanken. Denn zum einen führt der Mandalselva sehr viel Lachs und zum anderen kam durch das Flößen das in den nahen Bergen geschlagene Holz für den Export hierher.

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Mandal, Kodak Ektar, Leica M Elmarit 2.8 28 asph. | © mare.photo

Bereits im 14.Jahrhundert, damals nich unter der Ortsbezeichnung „Vester Risør“ bekam Mandal das Recht, mit Lachs zu handeln. Eigentlich war dies der Auftakt, dass sich Mandal zu einer erfolgreichen Hafenstadt entwickelte.

Im 15. Jahrhundert gehörte Mandal zu den bedeutenden Hafenstädten an der Südküste von Norwegen. Es waren vor allem auch die holländischen Seefahrer, die Mandal ansteuerten. Immerhin gehörten die Holländer zu den bedeutendsten Seefahrer-Nationen.

Damit scheint sich die Schönheit und die Perspektive in Südnorwegen herum gesprochen zu haben, denn die Seefahrer brachten mit der Zeit auch Heringsfischer und Flößer mit, die sich an der Südküste von Norwegen ansiedelten. Und so kommt es nicht von ungefähr, dass die Architektur in der südlichen Städte in Norwegen Ähnlichkeiten mit der holländischen Architektur aufweisen. Dazu gehören auch die weißen Fassaden, die man hier so oft antrifft wie nirgend anders in Norwegen. Alleine etwa 650 Häuser im Gebiet der kleinen Küstenstadt Mandal mit ihren 13.500 Einwohnern stehen unter Schutz.

Umgekehrt heuerten viele Norweger auf holländischen Schiffen an. In der Hochphase schätzte man etwa 7000 Norweger auf holländischen Handelsschiffen.Aber genauso wie sich Händler, Handwerker, Arbeiter und Fischer aus Holland im Sørlandet ansiedelten, wanderten Norwegerinnen und Norweger nach Holland aus. Gerade die auswandernden Norwegerinnen fanden Arbeit an Gouvernante oder Haushälterin. In Mandal wiederum etablierte sich der Schiffsbau, vor allem konnten aus den gerade gewachsenen Bäumen aus dem Hinterland wunderbare Schiffsmasten produziert werden. 

Mandal entdecken

VW T6 California Beach 4Motion, Kodak Ektar, Leica Elmarit M 2.8 28 asph., Mandal Norge, mare.photo

VW T6 California Beach 4Motion, Kodak Ektar, Leica Elmarit M 2.8 28 asph., Mandal Norge | © mare.photo

Wir sind auf der Route des Nordsjøvegen und kommen vom etwa 45 Kilometer entfernten Kristiansand. Kurz vor den Toren der Stadt haben wir einen wunderbaren Campingplatz entdeckt, direkt am Mandalselva, der Mandal seit Jahrhunderten geprägt hat. Der kleine Campingplatz ist so familiär wie günstig, von hier aus bieten sich einige spannende Wanderpfade.

Einer dieser Pfade führt hoch auf den Berg mit einer offenen Hütte, darin ein Klavier. Gibt es eine schönere Einstimmung auf eine Stadt wie Mandal? Holzwirtschaft spielt auf dem Hof, der diesen Campingplatz betreibt, traditionell die Hauptrolle. Gleich gegenüber am Mandalselva gibt es schöne Angelplätze in einer ziemlich romantischen Umgebung. Die Brücke über den Mandalselva nach Mandal ist zum greifen nah.

Mandal, Kodak Ektar, Leica M Elmarit 2.8 28 asph.

Mandal, Kodak Ektar, Leica M Elmarit 2.8 28 asph. | © mare.photo

Am folgenden Tag biegen wir ab ins Stadtzentrum, der beste Parkplatz befindet sich im Berg. In Mandal hat man das Parkhaus nicht gebaut, sondern dafür einen Berg ausgehöhlt. Aber noch gibt es auch in der Stadt genügend Parkmöglichkeit, die Saison kommt erst noch.

Aber das Auto abzustellen und die kleine Stadt zu Fuß zu entdecken ist eigentlich die beste Variante. Denn Mandal lädt zum Bummeln und Spazieren ein. 

Durch schmale Gassen oder entlang der modernen Promenade des Mandalselva schlendern wir ohne Zeitdruck entlang des historischen Zentrums. In der Fußgängerzone entdecken wir kleine Läden und eine große Auswahl der Gastronomie. Wir sind mittendrin und wollen gar nicht weiter.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten

Doch irgendwann folgen wir der kleinen steilen Treppe (Kinder unbedingt an die Hand). Oben wartet auf dem Aussichtspunkt Uranienborg ein Aussichtspavillon mit einer traumhaften Aussicht über diese herrliche Küstenstadt. Hier oben lässt sich auf einer Bank die Sonne bei einem herrlichen Ausblick auf die Stadt genießen. Das Titelbild entstand von diesem Aussichtspunkt aus.

Mandal, Kodak Ektar, Leica M Elmarit 2.8 28 asph.

Mandal, Kodak Ektar, Leica M Elmarit 2.8 28 asph. | © mare.photo

Wer sich auf die Spuren der spannenden und wechselvollen Geschichte von Mandal begeben will, dem empfehlen wir das Bymuseum. Alleine schon das Gebäude mit seinem romantischen Garten ist eines der vielen Fotomotive der Stadt.

Mandal Bymuseum, Kodak Ektar, Leica M Elmarit 2.8 28 asph.

Mandal Bymuseum, Kodak Ektar, Leica M Elmarit 2.8 28 asph. | © mare.photo

Natürlich hat sich die Stadt gewandelt, aber es hat seinen Ursprung. Dieser liegt am Wasser, genauer gesagt am Hafen. So modern er ist, so entdeckt man immer noch historische Gebäude und ehemalige Speicher auf Kleven og Gismerøya. Hier befindet sich heute u.a. eine moderne Marinewerft.

Mandal ist geprägt von historischer und moderner Architektur. Und so prägt im Stadtzentrum die moderne Betonbrücke über den Mandalselva mit schwimmender Kunst das Flair entlang des Mandalselva. Auf der gegenüberliegenden Seite wartet das Buen Kulturhus mit seinen klaren Linien, der harmonisch gebogenen Fassade und dem begrünten geschweiften Dach.

Buen Kulturhus Mandal, Kodak Ektar, Leica M Elmarit 2.8 28 asph.

Buen Kulturhus Mandal, Kodak Ektar, Leica M Elmarit 2.8 28 asph.| © mare.photo

Etwas außerhalb liegt die Mandal Kirke, eine architektonische Besonderheit, zudem mit einer ganz spannenden Geschichte. Wir haben uns der Mandal Kirke in einem eigenen Artikel gewidmet. Unser Artikel findet sich hier.

Mandal, Mandal Kirke, Kodak Ektar, Leica M Elmarit 2.8 28 asph., mare.photo

Mandal, Mandal Kirke, Kodak Ektar, Leica M Elmarit 2.8 28 asph.| © mare.photo

Mandal, das ist für uns eine der zauberhaftesten und entspanntesten Städte in Norwegen, die wir auf jeden Fall wieder besuchen möchten. Dabei können wir uns einen Besuch zu wirklich jeder Jahreszeit in der südlichsten Stadt Norwegens vorstellen. Wir freuen uns schon jetzt auf ein Wiedersehen.

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