Leuchttürme in Norwegen | Leuchtturm Andenes Fyr

Vesterålen, Andenes Fyr, Kodak Ektar, Leica Elmarit M 2.8 28 asph.

Wir sind unterwegs entlang der Küste von Norwegen und besuchen die Inselgruppe Vesterålen nördlich der Lofoten. An ihrer Nordspitze ragt einer der höchsten gußeisernen Leuchttürme von Norwegen empor.

Leuchttürme in Norwegen – Leuchtturm Andenes Fyr

Der Leuchtturm Andenes Fyr ist mit 40 Metern Höhe einer der höchsten gußeisernen Leuchttürme in Norwegen. An der Nordspitze der Inselgruppe Vesterålen gibt er in den durchaus schwierigen Fahrwassern um die Insel Andøya herum der Schifffahrt eine gute Orientierung. Denn die Küste von Norwegen ist allgemein sehr zerklüftet und selbst heute für erfahrene Kapitäne trotz moderner Navigation eine echte Herausforderung. Wir haben den Leuchtturm Andenes Fyr von der Landseite her besucht.

Leuchtturm Andenes Fyr – einer von Vielen der Leuchttürme in Norwegen und doch ganz der Eine

Etwa 200 Leuchttürme gibt es in Norwegen, die einst bemannt waren. Doch im Zuge des Fortschrittes wurden sie mit der Zeit automatisiert. Auch, wenn man heute der modernen Satellitennavigation vertraut. mag man diese Landmarken egal wo auf der Welt nicht weg denken. Denn abgesehen vom Sinn der Orientierung lassen solche Bauwerke wie das des Leuchtturm Andenes Fyr niemanden unberührt.

Die Aufgabe des Leuchtturm Andesnes Fyr hat genauso wenig romantischen Hintergrund wie die anderen Leuchttürme in Norwegen, und doch zieht er Jahr für Jahr viele Menschen an die Nordspitze auf Vesterålen, nach Andenes.

Für stürmische Zeiten, ohne sicheren Hafen – der Leuchtturm Andenes Fyr auf Vesterålen

Vesterålen, Andenes Fyr, Kodak Ektar, Leica Elmarit M 2.8 28 asph.

Vesterålen, Andenes Fyr, Kodak Ektar, Leica Elmarit M 2.8 28 asph.| © mare.photo

Man muss sich wohl in die Zeit zurück versetzen, als die Geschichte des Leuchtturm Andenes Fyr begann. Im Jahr 1859 wurde der Betrieb dieses Leuchtturmes auf Vesterålen aufgenommen. Zu der Zeit gab es keine satelliten-gestützte Navigation,  keine Nachtsichtgeräte, keinen Funk. Die meisten Segler und Fischerboote waren Segelboote oder Segelschiffe. Und damit auch entsprechend schwerer zu steuern. Auch mit Einzug der Dampfschifffahrt mussten Küstenlinien immer auf Sicht mit den Seekarten abgeglichen werden, um sich nicht zu verfahren.

Die Zeit vor dem Leuchtturm Andenes Fyr

Bereits im Jahr 1828 wurde eine Kommission gebildet, die mögliche Plätze für Leuchttürme an der nordnorwegischen Küste  vorschlagen sollte. Die Kommission beendete ihre Arbeit bereits im Jahr 1829 und übergab ihren Bericht an die Seefahrt-Behörde. Die Behörde interessierte sich schon früh für einen Standort in Andenes und begann bereits um 1940 mit dem Ankauf von Grundstücken von seinem Besitzer Jonas Falck. Denn zunächst wollte man den Leuchtturm in Kleiva errichten.

So unterschrieb man die Kaufverträge für die weiteren erforderlichen Grundstücke am 24. Januar 1845. Die Baupläne zur Errichtung des neuen Leuchtturm Andenes als einer der zahlreichen geplanten Leuchttürme in Norwegen benötigte viel Zeit. Erst am 01.März im Jahr 1854 beschäftigte sich das Parlament, der Folketing,  Am 08. Mai 1854 stimmte der Folketing einstimmig für einen Zuschuss zum Bau eines Leuchtturm auf Andøya. Nur einer war dagegen und das war der Vorsitzende des Haushaltsausschusses.

Auf einmal diskutierte man über einen neuen Standort für einen Leuchtturm auf Andøya, einige wollten den Leuchtturm lieber an der Einfahrt zum Vestfjord bauen. So setzte man eine Kommission ein, die sich genau mit diesem Thema befassen sollte. Am 06. Oktober schlug die Kommission den heutigen Standort des Leuchtturm Andenes Fyr vor. Und so erwarb man nun zügig die Flächen um den Flamberg im Norden von Andenes. 

Zügig bestellte man die technische Ausrüstung in Frankreich, während sich der gebürtige Däne Le Maire mit seinen zwei Assistenten Christoffersen und Pettersen m Frühjahr 1857 aufmachte, die Bauleitung für den neuen Leuchtturm Andenes Fyr zu übernehmen. Der Maurermeister hatte bereits Erfahrung im Leuchtturmbau, so zum Beispiel auch beim Bau des Leuchtturm Kvitholmen Fyr.

Die Fracht aus Frankreich und die gußeisernen Teile aus einer norwegischen Eisenbahnfabrik wurden nun mit dem Schiff bis nach Henningsvær auf den südlich befindlichen Lofoten gelagert, doch vor Andøya in Andenes konnte kein Schiff anlanden. Zunächst musste hier der Berg abgetragen und eine Kaimauer mit Hafenkran errichtet werden.

Auf Vesterålen gab es viele Fischer und die konnten Hütten udn Häuser aus Holzbauen, aber niemals den 40 Meter hohen Leuchtturm Andenes Fyr. Es waren also Wanderarbeiter, die meisten kamen von der maurischen Küste. Sie waren mittlerweile sehr erfahren mit dem Bau von Leuchttürmen. Doch man musste sie auch versorgen und ihnen Wohnraum bieten. Dazu einigte man sich mit dem damaligen Kaufmann Lind in Andenes, der für 60 Riksdaler entsprechende Unterkunft zur Verfügung stellte.

Die Arbeiten konnten im Frühjahr 1857 endlich beginnen, doch die Arbeiter, nicht sonderlich reeich entlohnt, sahen die Fischer mit ihren ertragreichen Fängen und deren höhere Einkommen. Also wollten sie auch lieber fischen anstatt zu bauen. Also bekamen sie mehr Lohn und die Arbeit konnte endlich im Sommer 1857 beginnen.

Vor Vesterålen sind seither die schroffen und kleinen und größeren Felsen ein großes Risiko für die küstennahe Schifffahrt gewesen. Etliche Wracks liegen vor der Küste von Vesterålen. Nur folgerichtig war es, am 24. September 1859 den nun weithin sichtbaren Leuchtturm Andenes Fyr in Betrieb zu nehmen und damit die aus heutiger Sicht eher kleinen und schwachen Leuchtfeuer abzulösen.

Bereits im Jahr 1897 begann man, vom Leuchtturm Andenes Fyr aus meteorologische Beobachtungen in dieser von polaren Wetterwechseln zu machen, die stark vom Golfstrom beeinflusst werden. Diese Beobachtungen dauerten bis 1958 an.

Bis ins Jahr 1978 tat hier ein Leuchtturm-Wärter seinen Dienst, seitdem ist der Leuchtturm Andenes Fyr  wie die anderen Leuchttürme in Norwegen automatisiert.

Die zum Leuchtturm Andenes gehörenden Nebengebäude wurden an Privatleute verkauft, die nun in unmittelbarer Nachbarschaft dieses Seezeichen leben. Das im Ort befindliche Polarmuseum bietet heute in den Sommermonaten tägliche Führungen auf einen der höchsten Leuchttürme in Norwegen, dem Leuchtturm Andenes Fyr.

Um den Leuchtturm herum verläuft ein Weg in der Breite eines Eisenbahndammes, aber das ist eine andere Geschichte. Bald mehr davon.

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