Wiedersehen im Kvænangsfjellet

Zum Melonenessen ins Kvænangsfjellet

Norwegen bietet in der Natur überall so herrliche Rastplätze, dass man idealerweise im Urlaub nur ganz langsam vorwärts kommen sollte. Auf einen Ort der Rast haben wir besonders gefreut. Und für diesen Moment eine Melone beim Kaufmann geholt. endlich sind wir im Kvænangsfjellet.

Wie sehr habe ich mich auf ein Wiedersehen im Kvänangsfjell ( norw. Kvænangsfjellet) gefreut. Vor einigen Jahren waren wir hier und legten eine lange Rast ein. Und nun sind wir wieder auf unserer Nordland-Route über die Europastraße E6. Wir haben die norwegische Küste entlang der Barentssee als eines unserer Etappenziele.

Ich liebe das Kvänangsfjell (Kvænangsfjellet). Warum auch immer, wir sind immer neu berauscht von dieser schlichten, ruhigen und rauen Schönheit einer Umgebung, in der man außer dem Beweiden mit Rentieren nicht viel anfangen kann. Das Kvänangsfjell (Kvænangsfjellet) liegt an den Gemeindegrenzen  von Kvænagen und Nordreisa. Überschaubare Ebenen, beeindruckende Schluchten und ein atemberaubendes Panorama und mitten durch das Kvänangsfjell (Kvænangsfjellet) führt die Europastraße E6

 

Kvænangsfjellet, kvaenangsfjellet, kodak ektar, leica m elmarit 2.8 28 asph. | © mare.photo

Jetzt, Mitte Juni, ist das alles entspannt im Kvænangsfjellet

Noch, muss man sagen, denn die Europastraße E6 ist in der weiten Umgebung das einzige Bindeglied in den Norden von Norwegen, entsprechend führt eine der wichtigsten Verkehrsverbindungen Norwegens zwischen Troms und der Finnmark  genau hier durch das Kvänangsfjell (Kvænangsfjellet). Jetzt, Mitte Juni, ist das alles entspannt. Aber wenn erst der Schnee kommt und die Winterstürme über das Fjell ziehen, zeigt sich das Kvänangsfjell (Kvænangsfjellet) von seiner ganz anderen Seite. Da kann es durchaus vorkommen, dass diese Straße 10 bis 15 Tage aufgrund von heftigen Schneestürmen gesperrt ist, weil sie von meterhohen Schneeverwehungen bedeckt ist.

Wie wichtig diese Verbindung ist, das wussten schon die deutschen Besatzer während des Zweiten Weltkrieges. Auf einer Länge von etwa sechs Kilometern mussten Zwangsarbeiter des Gefangenenlagers Veidal eine schützende Holzkonstruktion entlang der Bergstrecke der E6 bauen. Die Besatzer verbrannten sie allerdings wieder beim Abzug unter dem Befehl der verbrannten Erde.

Bald schon wird ein Tunnel unter dem Kvänangsfjell (Kvænangsfjellet) fertig gestellt. Aber wir hoffen sehr, dass dieser wunderschöne Streckenabschnitt irgendwie erhalten bleibt. Denn für uns gehört er zu den schönsten Bereichen der Europastraße E6 auf dem Weg nach Norden.

Aber jetzt ist jetzt, wir haben Anfang Juni und der Pass durch das Kvænangsfjell ist offen. Auf der Straße liegt kein Schnee mehr, allerdings oben auf der Höhe sind große und zum Teil noch knietiefe Reste des Winters geblieben. Überall tauen sie weg und suchen sich in kleinen Rinnsalen ihren Weg zum Fjord im tiefen Tal. Der Pass durch das Kvænangsfjell (Kvænangsfjellet) ist an seiner höchsten Stelle 404 Meter hoch, die umgebenden Berger sind noch deutlich höher. Das hört sich zunächst nicht so viel an und doch gehört der Pass durch das Kvænangsfjell (Kvænangsfjellet) zu den höchsten in Nordnorwegen. Die höchsten Berge des Landes befinden sich unvorstellbarer Weise allerdings in Südnorwegen.

Aber heute sind wir genau hier im Kvænangsfjell (Kvænangsfjellet) und wir können es kaum abwarten, unseren VW-Bus zum Stehen zu bringen. Ein breiter Seitenstreifen bietet großzüge Möglichkeiten, anzuhalten. Auf der Straße ist kaum Betrieb. Entspannt breiten wir eine Decke für unser Baby aus, ziehen unserer kleinen Tochter ihre ersten Wanderschuhe an und lassen unseren alten Hund raus. Er liebt Schnee, auch, wenn er jetzt schwer und nass ist.

Der kleine Campingtisch mit den Klappstühlen wird in die Landschaft gesetzt und die Melone ausgepackt. Heute ist es fast windstill und der Himmel zeigt sich in strahlend blauer Farbe.

Die Luft ist rein und klar und wir fühlen uns im Paradies.

Kvænangsfjellet, kvaenangsfjellet, kodak ektar, leica m elmarit 2.8 28 asph

Die Luft ist rein und klar und wir fühlen uns im Paradies. Ja, eigentlich, wenn man an Gott und dessen Schöpfungsgeschichte glaubt, kann er das Paradies doch gar nicht besser hinbekommen als hier im Kvænangsfjell (Kvænangsfjellet). Wir schneiden die Melone auf und genießen unsere ausgiebige Pause. Unsere Tochter läuft in Begleitung durch diese friedliche Landschaft, macht kleine Schneeballschlachten mit uns. Allerdings lassen wir sie in Kenntnis der tieferen Schluchten nicht alleine. Unser Hund pflügt seine Schnauze durch den Schnee oder wälzt sich gleich ganz darin.

Immer wieder halten Menschen in ihren Autos oder Wohnmobilen, machen Fotos vom Kvænangsfjell (Kvænangsfjellet) und fahren gleich weiter. Einige beneiden uns, aber sie könnten ja auch….

Wir überlegen, hier zu übernachten, aber nach einigen Stunden nimmt uns ein anstehender Wetterwechsel die Entscheidung ab und wir fahren zum nächsten Campingplatz. Ganz beseelt brechen wir auf und freuen uns schon jetzt an eine Rückkehr, hier auf der Höhe des Kvænangsfjell (Kvænangsfjellet).

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