Südnorwegen

Kristiansand – erst mal ankommen

Kristiansand, Kodak Ektar, Leica Elmarit M 2.8 28 asph.
Kristiansand, Kodak Ektar, Leica Elmarit M 2.8 28 asph. | © mare.photo

Wer über Dänemark kommend nach Norwegen reist, nimmt gerne auch die Fähren an die Südküste des Landes. Auch für uns, an der dänischen Grenze lebend, ist es eine der kürzesten Verbindungen und so landen wir in der schönen Küstenstadt Norwegens. Doch jetzt einfach weiter zu fahren, währe viel zu schade,

Kristiansand – ab in den Norden. Aber warte. Einen Moment noch.

Die an der Südküste von Norwegen gelegene Hafenstadt bietet eine der wichtigsten Fährverbindungen zwischen Dänemark und Norwegen. So unterhalten die Color Line und in den Sommermonaten die Fjord Line die Verbindungen über die Nordsee mit ihren modernen Schiffen. Eine Überfahrt dauert zwischen 2 1/4 und 3 1/2 Stunden. Immer wieder genießen wir diese Fahrten, gerade außerhalb der Hauptsaision geht es entspannt zu und die kurzweilige Fahrt vergeht wie im Flug. Wunderschön ist schon die Einfahrt in den Naturhafen von Kristiansand, auf kleinen Inseln stehen die ersten Leuchttürme auf der Route zur norwegischen Küste.

Natürlich hat man in Norwegen irgendwelche Ziele, die man ansteuert, aber es lohnt sich, diese ein wenig aufzuschieben und Kristiansand ein wenig Zeit zu widmen. Dann entdeckt man eine historisch gewachsene und doch moderne und offene Stadt. Kristiansand ist mit seinen etwa 92.300 Einwohnern zwar groß, aber ganz gut zu Fuß zu erkunden. Wenigstens einen Tag sollte man sich und der Stadt fürs Kennenlernen gönnen.

Kristiansand, Kodak Ektar, Leica Elmarit M 2.8 28 asph.

Kristiansand, Kodak Ektar, Leica Elmarit M 2.8 28 asph. |  © mare.photo

Kristiansand ist die Hauptstadt der Region Sorlandet, nicht zu verwechseln mit der Provinz Agder, die das gleiche Gebiet abdeckt, aber als Verwaltungseinheit andere Aufgaben erledigt. Provinzhauptstadt von Sørlandet, oder Verwaltungszentrum ist das benachbarte Arendal.

Ein wenig Geschichtliches

Kristiansand hat eine ziemlich tolle Lage. Das hat Kristiansand zu einem ziemlich populären Ferienort gemacht. Begehrt war die Lage am Skagerrak aber bereits im Mittelalter. Die Dänen und Schweden hatten sich ja immer wieder mal in den Haaren. U.a. wollte auch jeder seinen Anspruch auf das norwegische Gebiet geltend machen. So verwundert es wenig, dass man als Küstenstadt von See her immer gefährdet war und entsprechend Vorkehrungen traf. Man musste sich zur Wehr setzen können. So war es Christan III, König von Dänemark und Norwegen, der diesen strategisch so wichtigen Naturhafen mit seiner Siedlung  im Jahr 1555 durch die ersten Befestigungsanlagen wie Christiansholm sicherte. 

Kristiansand, Kodak Ektar, Leica Elmarit M 2.8 28 asph.

Kristiansand, Kodak Ektar, Leica Elmarit M 2.8 28 asph. | © mare.photo

Sein Nachfolger, Christian IV, ebenfalls König von Dänemark und Norwegen, gründete aber die Stadt und benannte sie nach sich durch die Namensgebung Christanssand. Das war im Jahr 1641. Städteplanung war zu diesem Zeitpunkt auf dem gesamten Kontinent ein großes Thema und so wurde die Stadt auf dem Reißbrett konzipiert. Und genau dieses Konzept findet sich noch heute.

Erklärtes Ziel war eine für Dänemark wichtige Handels- und Garnisonsstadt. Garnionssatdt wurde das heutige Kristiansand im Jahr 1666.

Doch zurück zum Städtebau: Man teilte das neue Christanssand (heutige Kristiansand) in ein Schachbrett ähnliches Raster von 54 Quadraten. Nach diesem Raster bestehen heute noch die Straßenzüge.  Mittendrin befindet sich das Stadtzentrum mit seinem Marktplatz und der Domkirche. Und so hat aufgrund dieser Anordnung heute noch das Stadtzentrum von Kristiansand den Namen Kvadraturen. 

Kristiansand, Kodak Ektar, Leica Elmarit M 2.8 28 asph.

Kristiansand, Kodak Ektar, Leica Elmarit M 2.8 28 asph. | © mare.photo

Die Domkirche von Kristiansand hat eine sehr bewegende Geschichte, die wir in Kürz ein einem eigenen Artikel erzählen. Sie gehört auf jeden Fall zu den größten Kirchen in Norwegen. Ihre Historie lässt sich bis ins Jahr 1645 zurück verfolgen. Sie liegt ebenfalls im Stadtzentrum inder Fußgängerzone nahe des Marktplatzes.

Die Architektur in Kristiansand wirkt recht modern. Öffentliche Gebäude wurden in romantischen oder gotischen Stil  aufgebaut, an anderen Gebäuden im Zentrum finden sich Stilrichtungen der Antike oder der Reinessance. Auch der heutige Baustil hat rein gar nichts mehr mit unseren Vorstellungen von norwegischen roten und weißen Holzhäusern zu tun. Diese gibt es aber dennoch, insofern sie von den Stadtbränden verschont geblieben sind. Sie liegen im Nordosten des Zentrums von Kristiansand, Kvadraturen, im Stadtteil Posebyen.

Wer neben einem Stadtspaziergang mehr in Kristiansand erleben möchte, findet hier, auf der offiziellen Tourismusseite viele spannende Angebote, die wir auf unserer nächsten Tour persönlich besuchen. Denn wir schreiben nur von Dingen, die wir selbst erlebt haben. Zu den Angeboten von visitnorway gehts hier her.

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