Der Kodak Ultramax 400 gehört zu den Discountfilmen und ist vor allem in den Drogeriemärkten erhältlich. Der Kodak Ultramax 400 ergänzt den gängigen Empfindlichkeitsbereich neben dem Kodak Gold 200 nach oben ab. Ultra steht für hohe Farbsättigung und wir möchten wissen, wozu dieser Film eigentlich gut ist.

Kodak Ultramax 400 bei gedämpften Sonnenlicht

Kodak Ultramax + Leica Summilux M 1.4 50 asph. | © mare.photo

Kodak Ultramax + Leica Summilux M 1.4 50 asph. | © mare.photo

Der Kodak Ultramax ist ein Konsumerfilm, der eigentlich für jede einfache Kamera geeignet sein soll. Nun ist es heute ein leichtes, Bilder fürs Internet so zu bearbeiten, dass sie immer gut aussehen, auf solche Bearbeitung haben wir allerdings verzichtet. Für die hier gezeigten Bilder haben wir den Kodak Ultramax 400 normal belichtet.

Wir sind an einem sonnigen Tag mit leicht diffusem Licht in Dänemark am Strand, finden wir doch hier alle Farben, die man auch im Urlaub vorfindet. Tageslicht mag der Kodak Ultramax 400 und genau hier bringt er auch seine schönsten Ergebnisse. Blautöne werden neutral wiedergegeben, Rot- und Gelbtöne oder grüngelbe Farben wirken schön kräftig. Haut bekommt einen leichten, rotbräunlichen Farbstich. 

Der Kodak Ultramax 400 als kontrastarmer Film

Der Kodak Ultramax 400 zeigt einen recht ausgeglichenen Kontrast, dunkle Schatten werden aufgrund einer eher geringeren Auflösung wenig durchgezeichnet. Farbige Flächen wirken etwas matschig und in Details sehr zurückhaltend, Linien und Kanten werden ansatzweise wiedergegeben. Genau hier zeigt sich einer der wesentlichen Unterschiede zwischen Konsumerfilmen und Filmmaterial für den professionellen Bereich. Denn neben der groberen Auflösung zeigen die Filme aus dem Preiseinstieg deutlich weniger Nuancen ist der Farbwiedergabe. 

Und darin besteht die eigentlich Crux: Der Kodak Ultramax 400 ist eigentlich für preiswerte Kameras gemacht, mit recht einfachen Linsen. Diese haben von Natur aus bereits eine geringe Auflösung. Nun haben wir für diese Bilder Leica Objektive eingesetzt, die zu den höchstauflösenden optischen Linsen ihrer Klasse gehören.

Bereits hier zeigt der Ultramax eine reduzierte Schärfe, die mit preiswerten Objektiven noch einmal drastisch abnimmt. Vor allem an den Kanten der abgebildeten Objekte wird die mangelnde Schärfe sichtbar. Man sollte sich dem Umstand bewusst sein, dass die Aufnahmen, wenn nicht bei klaren Sonnenlicht (am besten zur Mittagszeit ohne tiefe Schatten) schnell flau wirken können. Erst recht bei bewölkten Himmel. In jedem Fall aber ist das Korn präsent.

Mischlicht, also unterschiedliche Lichtquellen in schattigen oder dunklen Bereichen, sind eher etwas für die teureren Filme wie den Kodak Portra 400.  Bei Kodak Ultramax 400 wirken die dunklen Bereiche schnell diffus. Die wahre Qualität zeigt sich weniger am Bildschirm als auf den realen Abzügen, die wir für unseren Eindruck mit bestellt haben.

Wo aber den Kodak Ultramax 400 einsetzen

Der Kodak Ultramax 400 ist, richtig eingesetzt, ein echter Gute Laune Film. Nimmt man den Film in erster Linie, weil er preiswert ist, wird man wenig Freude an den Ergebnissen haben. Setzt man den Film ein, um einen gewissen Retro-Effekt zu erreichen und den analogen Stil durch das wahrnehmbare Korn sichtbar zu machen, dann macht der Kodak Ultramax 400 durchaus Spaß.

Möchte man mit diesem Film plakative Farben erreichen, vor allem mit Gelb- und Rottönen, dann bietet sich eine Überbelichtung von einer Blende an. Beispiel könnten bunte Sonnenschirme und Wasserbälle, farbige Strandtücher, Parties oder Obst und Gemüse bei Tageslicht sein. Die Entwicklung sollte dabei aber ganz normal durchgeführt werden.

Egal wie, die Motive kommen mit dem Kodak Ultramax am besten zur Geltung, wenn sie möglichst nah und damit entsprechend groß abgelichtet werden.

Artikel zu Kodak Ultramax 400

1 Comment

  • Ich mag den authentischen Filmlook vom Kodak Ultramax 400 – die Körnigkeit nutze ich als Stilmittel, die man durch minimale Unter- oder Überbelichtung noch steuern kann. Die Bilder sehen so aus, als seien sie Stills aus dem Film Freitag der 13. Teil III, einfach anders, aber im positiven Sinne. Ich nutze den Film für alles, Portraits, Landscapes, oder für die Schnappschüsse der nächsten Saufparty. Die Filme der Portra-Reihe gefallen mir nicht so gut, zu steril, zu „digital“, so möchte ich es mal beschreiben.

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