Kodak Tmax 400 – ein wenig empfindlich und auch sonst ein ganz Feiner

Kodak Tmax 400 | © mare.photo
Kodak Tmax 400 | © mare.photo

Der Kodak Tmax 400 gehört zu den analogen Schwarz-Weiß-Filmen mit Flachkristallen und verbindet die mittlere Empfindlichkeit mit feinem Korn, scharfen Kanten und einem breiten Spektrum an Grauwerten. Er macht es einem schwer, sich entweder für den klassischen und robusten Kodak Tri-X oder eben diesem, dem Kodak Tmax 400 zu entscheiden.

Der Kodak Tmax 400 ist ein für die analoge Fotografie recht junger Film, in seiner Form ist er als einer der schärfsten Filme der ISO 400 Klasse erst seit 2007 auf dem Markt. Er gehört zur Gruppe der panchromatischen Filme und durchaus zu den Lieblingen unter den Schwarz-Weiß-Fotografen.

Um den Kodak Tmax 400 auszuprobieren, sind wir nach Wetzlar gefahren und haben die neue Firmenzentrale der Leica Camera AG besucht. Reduzierung auf das Wesentliche, das ist die bekannte Philosophie von Leica und genau diese spiegelt sich in der Architektur der Gebäude wider. 

Viele Gestaltungsmerkmale der Architektur greifen Elemente der Fotografie auf, vor allem aber der monochromen Abbildung. So sind die Innenräume in Schwarz-Weiß gehalten, der Lichteinfall im Eingangsbereich des Hauptgebäudes so diffus, dass es keine Reflexe auf den ausgestellten Bildern gibt.

Dank der ISO 400 war es uns ohne Probleme möglich, mit dem Leica Elmarit M 2.8 / 28 asph. new den Kodak aus der Hand heraus zu belichten. Und erst bei der Entwicklung stellten wir erstaunt fest, wie viele fein nuancierte Grautöne zwischen Schwarz und Weiß sichtbar wurden.

Das hört sich zunächst einmal ganz undramatisch und doch weiß jeder um den Kontrastbereich, der einmal ein Hochzeitspaar mit schwarzem Anzug und weißem Brautkleid fotografiert hat. In der Regel wird je nach Belichtung der schwarze Anzug zu hell oder das weiße Brautkleid zu dunkel abgebildet.

Wie auf dem Titelbild zu sehen, gelingt es, (ein qualitatives und hochauflösendes Objektiv immer vorrausgesetzt), alle Tonwertstufen harmonisch und differenziert wider zu geben.

Grundsätzlich muss man für sich klären, ob man eher rauere und körnigere Bilder mit erhöhtem Kontrast und damit einer Spur mehr Dramatik bevorzugt, wie es beispielsweise mit dem Kodak Tri X möglich ist. Vor allem verzeihen die robusten Klassiker wie beispielsweise der Tri X Belichtungsfehler eher als eben ein feinerer Kodak Tmax 400, der so fein auflöst wie man es von einem modernen Film der ISO 100 Klasse erwartet.

Und doch darf man selbst bei überbelichteten Negativen überrascht sein, wie viele Informationen bei einer solchen Fehlbelichtung erhalten geblieben sind, die durch eine korrigierte Weiterverarbeitung in der analogen aber auch digitalen Dunkelkammer hervorragend und harmonisch sichtbar sind.

Wir haben den Kodak Tmax 400 lieben gelernt und werden ihn einsetzen bei detailreichen oder emotional sensiblen Aufnahmen.  Um diese Art mit dem Handwerk zu vergleichen, würde vielleicht der Schmied auf den Kodak Tri X zurück greifen und der Uhrmacher auf den Kodak Tmax 400.

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