Kodak Portra 160 oder Kodak Ektar?

Kodak Ektar, Leica Summilux 1.4 50 asph. | © mare.photo
Kodak Ektar, Leica Summilux 1.4 50 asph. | © mare.photo

Auf mare.photo sind die meisten Fabraufnahmen auf Kodak Ektar oder Kodak Portra 160 belichtet. Doch immer wieder überlegen wir für die nächste Fotoserie, welchen der beiden Filme wir mitnehmen.

Kodak Portra 160 oder Kodak Ektar?

Museumswerft Flensburg - Kodak Portra 160 | © mare.photo

Museumswerft Flensburg – Kodak Portra 160 | © mare.photo

Immer wieder stellt sich die Frage, ob wir nun den Kodak Portra 160 einsetzen oder den Kodak Ektar. Worin liegen die Unterschiede, worin die Stärken des jeweiligen Filmes? Grundsätzlich ist es gut, sich generell auf einen Film festzulegen. Aber es gibt gute Gründe, je nach Aufnahmesituation zwischen beiden Filmen wählen zu können. Wir versuchen, die unterschiedlichen Charaktere des Kodak Ektar und des Kodak Portra 160 vorzustellen.

Grundsätzliches zum Kodak Ektar

Fiskeläge Klintehamn, Gotland, Leica Summilux 1.4 50 asph. Kodak Ekta

Fiskeläge Klintehamn, Gotland, Leica Summilux 1.4 50 asph., Kodak Ektar | © mare.photo

Der Kodak Ektar hat eine Empfindlichkeit von ISO 100 und ist in dieser Klasse der Film mit der höchsten Auflösung. In der Abbildung der Kantenschärfe zeigt er sehr hohes Potential, er ist sehr scharf, ohne an Harmonie zu verlieren. Unserer Wohnung hängt eine Vergrößerung eines Kodak Ektar Abzuges mit den Maßen 40×60 cm. 

Grundsätzlich hat der Kodak Ektar einen für Kodak typischen Hang zu warmen Farbtönen und tendiert in den rötlichen Farbbereich. In Foren findet man totale Begeisterung oder totale Ablehnung für diesen Film. Für die einen sind die Farben zu kräftig, die anderen sind von den leuchtenden Farben begeistert.

Bugøynes, Barents Sea, Barentssee, Varangerfjord, Finnmark, Kodak Ektar, Leica Elmarit M 2.8 28 asph.| © mare.photo

Bugøynes, Barents Sea, Barentssee, Varangerfjord, Finnmark, Kodak Ektar, Leica Elmarit M 2.8 28 asph.| © mare.photo

Allerdings entwickelt der Kodak Ektar vor allem bei einer Witterung seine absolute Stärke: bei bewölktem Himmel und damit bei diffusem Licht. Dort, wo andere Filme nur noch langweilige graue Suppe zu Tage fördern, holt der Kodak Ektar sehr charmant das an Farbe heraus, was noch vorhanden ist. 

Bei strahlendem Himmel bringt er warme leuchtende Farben, einen Herbstwald gibt der Kodak Ektar in all seiner Lebendigkeit wieder. 

Immer wieder taucht mal die Frage auf, wie man den Kodak Ektar 100 denn am besten belichtet. Da gibt es eigentlich beim Kodak Ektar keine Diskussion. Man sollte ihn auf seine Nennempfindlichkeit belichten und bei der Belichtungsmessung einen mittleren Wert zwischen der hellsten und der dunkelsten Bildpartie messen. Oder bei extremen Kontrasten, die er übrigens sehr gut beherrscht, mit einem Belichtungsmesser vom Motiv hin zum Objektiv die Messwerte ermitteln.  Wer unbedingt mag, kann den Kodak Ektar mit ISO 80 belichten, normal entwickelt lassen. Aber mehr als eine minimale und kaum wahrnehmbare Steigerung der Farbsättigung wird man nicht erleben.

Grundsätzliches zum Kodak Portra 160

Leica Elmarit 2.8 28 asph. new + Kodak Portra 160

Figeholm – Kodak Portra 160 | © mare.photo

Der Kodak Portra 160 ist auf die Wiedergabe von Hauttönen im nordwestlichen Kulturkreis abgestimmt, er ist in erster Linie ein Portraitfilm. Zudem ist der Kodak Portra 160 für die digitale Weiterverarbeitung vorgesehen. Somit lässt sich der Kodak Portra 160 hervorragend scannen. Die Wiedergabe der Farben ist zurückhaltend und durchaus erfrischend, ohne wirklich kühl zu wirken. Er hat eine hohe Auflösung und Schärfe.

VW T6 California - Kodak Porta 160 | © mare.photo

VW T6 California – Kodak Porta 160 | © mare.photo

Wie üblich taucht auch hier die Frage auf, wie man den Kodak Portra 160 am besten belichtet. Wir empfehlen bei diesem Film in der Tat die Nennempfindlichkeit ISO 160. Möchte man den Pastell-Look erreichen, dann empfehlen wir die Belichtung auf die dunkelsten Bildpartien. Ist der Pastell-Look gewünscht und das Umgebungslicht ist diffus, dann bietet sich eine Belichtung von ISO 100 an, ohne die Entwicklung anzupassen. Möchte man ganz normal belichten, dann misst man am besten die mittleren Bildpartien an oder hält einen externen Belichtungsmesser vom Motiv hin zum Objektiv.


In keinem unserer Artikel wird man Links zu Amazon finden. Wir möchten nicht zu einem Kauf von Filmen bei Amazon animieren, wir beschreiben unsere Erfahrungen unabhängig und empfehlen, regionale Fotobetriebe oder kleinere Versandhändler direkt zu unterstützen. Ein paar Adressen von Firmen, die weltweit liefern, haben wir hier aufgelistet.


Die Unterschiede zwischen Kodak Ektar und Kodak Portra 160

Mit der Wahl hat man die Qual, das gilt auch für die eigene Entscheidung zwischen Kodak Ektar und Kodak Portra 160. Es ist wenig zielführend, fast religiös gegen den einen oder für den anderen zu sein, denn beide Filme haben ein potential breites Einsatzgebiet. Und so sollte man sich vor der Filmwahl mit den gewünschten Motiven auseinander setzen.

Die Hauptunterschiede:

  • Der Kodak Ektar ist feinkörniger. wer also maximale Vergrößerungen wünscht, sollte dies berücksichtigen. Wir haben allerdings von beiden Kleinbildfilmem Abzüge machen lassen größer als 30×40 cm und sind damit sehr zufrieden. Die Frage ist die, wann man wirklich solche oder größere Abzüge benötigt. Selbst für einen großformatigen Bildband bieten sich beide Filme an.
    Kodak Ektar, Leica Elmarit M 2.8 28 asph.,Kjerringøy, Karlsøfjord | © mare.photo

    Kodak Ektar, Leica Elmarit M 2.8 28 asph.,Kjerringøy, Karlsøfjord | © mare.photo

  • Der Kodak Portra 160 ist minimal empfindlicher. Die erforderlichen Belichtungszeiten sind also um etwa 50 Prozent kürzer. Wer ein lichtschwächeres Objektiv hat, also ab Blende 4,5 oder 5,6 und schnellere Bewegungen einfangen will, würde eher zum Kodak Portra 160 greifen.
    Nordfriesland - Kodak Portra 160 | © mare.photo

    Nordfriesland – Kodak Portra 160 | © mare.photo

  • Der Kodak Ektar hat lebendigere Farben. Möchte ich eine Herbstwanderung portraitieren, ist der Kodak Ektar die erste Wahl. Überhaupt leuchtet der Kodak Ektar bei Naturaufnahmen in den Bergen. Wir haben den Kodak Ektar auf zwei große Touren mit genommen. Beispiel Gotland im Sommer: Wir haben einige Wochen die Insel Gotland mit ihren Kirchenruinen portraitiert und wollten zudem die sommerliche Hitze dieser sonnenreichen Insel einfangen. Deswegen haben wir uns in dem Fall für den Kodak Ektar entschieden. Er transportiert die sommerliche Farbintensität, gibt die Wärmer der Steine der Ruinen und der Raukar wieder, genauso den sommerlich blauen Himmel. Wasser wird fast neutral, aber doch ein wenig in Richtung Aquamarin wieder gegeben. Die roten Ziegeldächer der Inselhauptstadt Visby und die Holzhäuser in ihrem klassischen „Schwedenrot“ werden durch den Kodak Ektar dezent betont.
    Kodak Ektar - Gotland - Fiskeläge - fischer settlement | © mare.photo

    Kodak Ektar – Ljugarn – Gotland – Fiskeläge – fischer settlement | © mare.photo

  • Der Kodak Portra 160 hat eine kühlere Farbwiedergabe. Aus diesem Grund haben wir mit ihm die Inselgruppe Åland, diese autonome und zu Finnland gehörende Region nordöstlich von Stockholm portraitiert. Åland ist bekannt für seinen roten Granit. In den Sommermonaten wird dieses Gestein durch die Sonne noch einmal warm angestrahlt.
    Da Åland sehr sonnenreich ist, ist die Vegetation oft trocken und zeigt farblich eine gelblich-rötliche Tendenz. Mit dem Kodak Ektar hätten wir diese Farbintension nochmals ein wenig gesteigert, deswegen haben wir uns hier für den Kodak Portra 160 entschieden. Die Farben werden neutral wieder gegeben. Und diese Wiedergabe ist immer noch so kräftig, wie man sie im Sommer empfindet.
    Ebenso nehmen wir den Kodak Portra 160 gerne mit in den Winter nach Norwegen. Denn er gibt die Kühle des Schnee wieder und dämpft minimal die vorhandenen Farbtöne, was der Stimmung einer winterlichen Landschaft zugute kommt. Gleichzeitig wird dann der Himmel in kühlen Blautönen wiedergegeben. 

    Åland, Kodak Portra 160, Leica Elmarit M 2.8 28 asph. | © maree.photo

    Åland, Kodak Portra 160, Leica Elmarit M 2.8 28 asph. | © maree.photo

  • Der Kodak Ektar hat eine besonders feine Farbnuancierung bei diffusem Licht. Wenn die Sonne wegfällt und wir Orte besuchen, zu denen wir vielleicht nicht wiederkehren, dann wollen wir uns nicht erlauben, langweilige Bilder zu machen.Der Kodak Ektar macht selbst Grau lebendig und zeigt feinste Konturen, beispielsweise in verwittertem Holz. So haben wir uns für unsere 90-tägige Tour entlang der norwegischen Küste und der Barentssee für den Kodak Ektar als Hauptfilm entschieden. Die Reise führte uns durch die unterschiedlichsten klimatischen Bedingungen, schnelle Wetterwechsel sind und waren gerade im hohen Arktischen Norden an der Tagesordnung. Sonne udn Meer, Hochgebirge, Schnee und Eis, Regen und Nebel, Winter, Frühling und Sommer, für all das brauchten wir einen Universalfilm, damit die Bilder auch untereinander harmonieren. Helligkeit spielt dank der Mitternachtssonne keine Rolle, somit reichte auch für alle Außenaufnahmen ISO 100, zumal für große Blenden zwischen 1.4 und 2.8 haben und so auch kurze Verschlusszeiten bei Sturm nutzen können, ider die Kamera einfach nicht ruhig zu halten ist.
    Bugøynes, Barents Sea, Barentssee, Varangerfjord, Finnmark, Kodak Ektar, Leica Elmarit M 2.8 28 asph.| © mare.photo

    Bugøynes, Barents Sea, Barentssee, Varangerfjord, Finnmark, Kodak Ektar, Leica Elmarit M 2.8 28 asph.| © mare.photo

Langzeitbelichtungen bei Kodak Ektar und Kodak Portra 160

Langzeitbelichtungen sind sowohl mit dem Kodak Ektar wie auch mit dem Kodak Portra 160 sehr gut möglich. Dabei sind aufgrund der Berücksichtigung des Schwarzschild-Effektes unbedingt die erforderlichen Verlängerungsfaktoren zu berücksichtigen. Wir empfehlen bis zu 30 Sekunden keine Verlängerung, darüber hinaus bis 120 Sekunden die Belichtungszeit zu verdoppeln. Soll die Belichtungszeit über 120 Sekunden hinausgehen, dann die Belichtungszeit vervierfachen. Alternativ kann man natürlich die Blende entsprechend anpassen. Also zwischen 30 und 120 Sekunden die Blendenöffnung verdoppeln, darüber hinaus die Blendenöffnung vervierfachen. Die Blendenwerte haben wir hier beschrieben.

Blaue Stunde am Nord-Ostsee-Kanal in Rendsburg | © mare.photo

Blaue Stunde am Nord-Ostsee-Kanal in Rendsburg | © mare.photo

Kodak Ektar oder Kodak Portra 160 bei Mischlicht

Gerade in der blauen Stunde, in der Dämmerung oder bei Innenaufnahmen hat man unterschiedliche Beleuchtungssituationen. Neon- und Halogenlicht, eventuell noch LED oder eine Lasershow. Für viele Filme sind solche Vorkommnisse eine Überforderung. Beide Filme, sowohl der Kodak Ektar, wie auch er Kodak Portra 160 meistern solche Situationen sehr gut. Allerdings würden wir für Aufnahmen in dieser Umgebung auf den Kodak Portra 160 zurückgreifen, er ist der Meister, wenn es um den Farbstich-freien Umgang mit Mischlicht geht.

Blaue Stunde in Rendsburg | © mare.photo

Kodak Portra 160 | © mare.photo

Beispielbilder

Nachfolgend zeigen wir einige Beispiele, in denen wir sohl Kodak Ektar wie auch Kodak Portra 160 eingesetzt haben. Es macht keinen Sinn, heraus finde zu wollen, welches nun der bessere Film ist. Den gibt es schlicht und ergreifend nicht. Dieser Artikel soll dabei helfen herauszufinden, welches der für die eigenen Vorstellungen idealere Film ist, um sich persönlich darin auszudrücken.

Bilder Kodak Ektar bei diffusem Tageslicht

Kodak Portra 160 bei diffusem Tageslicht

Kodak Ektar bei Sonnenlicht

Kodak Portra 160 bei Sonnenlicht

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