Kodak Portra 400
Farbenspiel

Kodak Portra 400 um zwei Blenden überbelihtet | © mare.photo
Kodak Portra 400 um zwei Blenden überbelihtet | © mare.photo

Der Kodak Portra 400 dürfte zu den erfolgreichsten Farbfilmen der analogen Fotografie gehören und zählt völlig zurecht zu den professionellen Filmen. Wer ihn aber einzig im Bereich seiner Nennempfindlichkeit von ISO 400 einsetzt, hat viel zu kurz gedacht.

Kodak hat die Portra Serie vorwiegend für die professionelle Portrait-, Mode- und Hochzeitfotografie auf den Markt gebracht. Doch schnell hat sich der Kodak Portra auch im Bereich des Lifestyle und der Landschaftsfotografie etabliert. Die Portra-Serie ist ehrlicherweise über alle Zweifel erhaben und spielt selbst heute, im digitalen Zeitalter, in der ersten Liga der analogen Fotografie.  Sie gilt als die technisch beste Serie der analogen Farbfotografie, die derzeit auf dem Markt ist. Einer der empfindlicheren Filme ist aus dieser Serie der Kodak Portra 400. Und genau dieser Film eröffnet einen ungeahnten kreativen Spielraum.

Der Kodak Portra 400 mit gigantischem Beichtungsspielraum

In der Regel setzen wir den Kodak Portra 160 ein und belichten ihn wie angegeben. Doch haben wir von den wahnsinnigen Belichtungsspielräumen des Kodak Portra 400 gehört und nehmen ihn mit in das traumhafte Naturschutzgebiet „Geltinger Birk“ an die Ostsee und ins Nortorfer Land. Der Februar ist erstaunlich warm und die Sonne am Vormittag enttäuscht uns nicht. 

Der Kodak Portra 400 gilt schon von Natur aus als etwas farbintensiver als sein feinkörnigerer Bruder, der Portra 160. Doch lässt sich die Farbigkeit noch steigern, dazu belichten wie den eingelegten Film um ganze zwei Blenden zu viel, ohne die Entwicklung anzupassen. Überrascht sind wir, was ein guter Scanner aus dem Negativ des nun reichlich belichteten Kodak Porta 400 heraus holt und wie lebendig sich dabei die Farben entwickeln.

Der Kodak Portra 400 – natürlich bunt

Nun ist der Kodak Portra 400 dafür bekannt, mit den unterschiedlichsten Beleuchtungsarten bestens umzugehen, das schließt die warme Wintersonne natürlich mit ein. Bei aller Farbigkeit werden die Töne realistisch ohne jeglichen Farbstich wieder gegeben. Feinste nuancen der Strukturen bleiben dabei erhalten, die Farben wirken ein wenig kühler als beim extrem feinkörnigen Kodak Ektar.

Warum nicht gleich den Kodak Portra 160

Warum aber sollte man den etwas teureren Kodak Potra 400 nehmen, wenn man den feinkörnigen Kodak Portra 160 haben kann? Durchaus eine berechtigte Frage, aber auch eine durchaus plausible Antwort. Der Kodak Portra 400 ist ein sehr populärer Portraitfilm. Aber gerade auch in er Reisefotografie zeigt er seine Stärken, wenn es darum geht, mit einem Film die unterschiedlichsten Belichtungssituationen zu beherrschen. Und dabei etwas intensivere Farben als beim Kodak Portra 160 zu erhalten, die trotzdem noch einen Hauch zurückhaltender und kühler als beim Kodak Ektar sind.

Ich kann also mit einem Kodak Portra 400 wunderbare Strandaufnahmen mit einer Überbelichtung von zwei Blenden machen, anschließend Sequenzen auf dem schattigen Friedhof einfangen und beim Besuch einer Kirche die Belichtung auf die Nennempfindlichkeit von ISO 400 einstellen, um lange Belichtungszeiten zu vermeiden.

Wir jedenfalls sind sehr überrascht vom Farbspektrum dieses Films und werden den Kodak Portra 400 zum festen Bestandteil unserer Aufnahmematerialien machen.