Kodak BW 400 CN – ein Nachruf. Fast.

Kodak BW 400CN, Neue Freiheit Schleswig| © mare.photo
Kodak BW 400CN, Neue Freiheit Schleswig| © mare.photo

Der Kodak BW 400 CN war der feinkörnigste chromogene Film der Welt. Bis vor wenigen Jahren weit ins digitale Zeitalter gab es Profis, die einzig auf diesen Film setzten. Doch die Masse wusste ihn nicht mehr zu schätzen. Dabei faszinieren seine Bilder noch heute. Wir haben einige herausgesucht und beschreiben unsere Faszination.

Kodak BW 400CN, Rendsburg | © mare.photo

Kodak BW 400CN, Rendsburg | © mare.photo

Der Kodak BW 400 CN, bis vor wenigen Jahren in jeder Drogerie erhältlich, kann in jedem normalen C41 Entwicklungsprozess für Farbfilme verarbeitet werden. Er lässt sich sehr gut scannen und hervorragend vergrößern. Auffallend ist seine weiche Tonwertabstufung und seine hohe Schärfe, wenngleich die Kanten eine angenehme und atmosphärische Weichheit ausstrahlen. Er hat einen Kontrastumfang, der auch ohne digitale Programme selbst Details in tiefen Schatten sichtbar macht, ohne dass die hellen Lichter dabei wie weiße  Kleckse wirken.

Allein für die analogen Profis lohnt es sich nicht, die Produktion aufrecht zu erhalten. Im Jahr 2004 kommt er auf den Markt, im Herbst 2014 wird die Fertigung eingestellt. Erhältlich sind die Filme mittlerweile nicht mehr.

Und doch, bei unserem Besuch in der größten fototechnischen Sammlung Skandinaviens, im Fotomuseum auf Åland, komme ich mit dem Betreiber ins Gespräch. Es fasziniert ihn, dass ich zu den wenigen gehöre, die mit einer analogen Leica fotografieren. Auch er selbst fotografiert nach einem kurzen Ausflug in die digitale Welt wieder analog. In seinen Schubladen liegen Fotochemikalien und auch Filme, die zum Teil seit 100 Jahren in ihrer Originalverpackung schlummern. 

Da ich einige Artikel über den Filmregisseur Ingmar Bergmann schreibe, leiht er mir ein Magazin der schwedischen Filmgesellschaft und- er schenkt mir zwei Kodak BW 400CN aus seinem Kühlschrank.

Sie sind mir so wertvoll, dass ich nun überlege, welche Motive ich mit genau diesen beiden Filmen einfange und den Abgesang dieses wirklich tollen Filmes noch ein wenig aufschieben kann. Die hier gezeigten Bilder habe ich vor wenigen Jahren mit genau diesem Film und einem Leica Summilux 1.4/50mm Objektiv aufgenommen.

P.S:: Ilford liefert mit dem XP 2 einen Film mit ähnlichen Eigenschaften, der ebenfalls  wie ein Farbfilm verarbeitet werden kann. Er ist extrem gutmütig in der Belichtung und hat einen riesigen Toleranzbereich.

 

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