In der Hand das neue Smartphone
Im Herzen einen alten Kahn

Leica M Summilux 1.4 50 asph.

Früher war alles besser. Man hatte Zeit und Ruhe, eine gesicherte Existenz, arbeitete in architektonisch anspruchsvollen Fabrikgebäuden und saß in einer gemütlichen Baracke, in der die Kantine untergebracht war. Zumindest für einen Moment sehnt man sich genau in diese Zeit zurück- ganz gleich, ob selbst oder vom Großvater so erlebt. Die Entbehrungen aus der Epoche stehen in dieser Sehnsucht ganz hinten an. Wir schwelgen in Romantik.

Nun bin ich der Letzte, der sich davon frei macht, allerdings verzichte ich konsequenter Weise auf ein Smartphone. Genauso, wie ich zu einer 70er Party eine analoge Kamera mitnehme. 

Individueller war die frühere Zeit allemal und so ist es heute genau die verloren gegangene Individualität, nach der wir uns so sehnen. Diese Sehnsucht nach Individualität ist heute eines der wichtigsten Standbeine im Marketing. Ob in der Werbung mit Polaroid gearbeitet wird oder zunehmend mit hochwertigen Schwarz-Weiß-Fotografien, ob in der Schaufensterdekoration mit einem Wählscheibentelefon, einem analogen Fotoapparat oder einem Plattenspieler gestaltet wird oder ob die Museumsbahn fauchend und dampfend durch die Winterlandschaft fährt und das Pfeifen des bald 100 Jahre alten Tonnenlegers aus diesem Bild Tränen vor Rührung in die Augen treibt- die Sehnsucht nach früher nimmt uns ein.

Und so versucht Mare.Photo, die Zeit, nach der wir uns so sehnen, in Bilder zu fassen. Analog allemal, aber auch im zeitgeschichtlichen Kontext.  Wir möchten die gezeigte Epoche möglichst unbeeinflusst von der heutigen lassen, auch, wenn es oft den Verzicht auf ein Motiv bedeutet. Denn lieber kommen wir ohne Foto als mit einem Schlechten.

Dabei lassen wir uns von alten Meistern inspirieren, aber auch von Technikmuseen, Dekorationen und alten Filmen. Erst, wenn man ein Bild fühlt ohne es noch zu sehen, wird die Sehnsucht des Betrachters geweckt. Dann möchte er erleben wie es früher war, auch, wenn es damals ganz anders…..

Das wissen wir ja auch, nur in diesem Moment wahr haben- da träumen wir doch lieber. Mit schönen Bildern aus der Zeit der Sehnsucht.

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