Wir sind im Norden und haben unsere persönliche Traumstadt Tromsø erreicht. Aber neben dieser wunderbaren Stadt nehmen wir uns auch viel Zeit für die Umgebung, die uns nicht weniger fasziniert und berührt. Heute sind wir zu zwei abgelegen Insel gefahren und sind überrascht von ihre unbeschreiblichen Schönheit.

Hillesøya bei Tromsø – eiskalte Karibik in Nordnorwegen

Was fällt uns zur Karibik ein? Glasklares türkisfarbenes Wasser, kleine idyllische Inseln und Buchten, sanfte Berge. All das aber gibt es in nicht weniger bezaubernder Schönheit etwa 36 Kilometer von Tromsø entfernt: auf der Insel Hillesøya. Nur die Temperaturen sind andere. Statt im Bikini oder in Badehose sitzen die Menschen allerdings auch im Sommer in dicken Jacken auf einer Thermodecke auf dem feinen Sandstrand. Und so wurde ich verwundert angeschaut, wie ich zumindest in Shorts und Pullover bei vier Grad Wassertemperatur durch das arktische Meer gewatet bin.

Hillesoya, Hillesøya, Leica M Elmarit 2.8 28 asph., Kodak Ektar | © mare.photo

Hillesoya, Hillesøya, Leica M Elmarit 2.8 28 asph., Kodak Ektar | © mare.photo

Bereits in der Reisvorbereitung haben wir einen Besuch auf Hillesøya fest eingeplant, überhaupt waren wir auf die Umgebung von Tromsø so gespannt wie auf diese arktische Stadt selbst. Denn Tromsø, selbst auf der Insel Tromsøya gelegen, ist von zahlreichen ganz unterschiedlichen Inseln umgeben. Und so ist schon die entspannte Fahrt von Tromsø über Store Sommarøya nach Hillesøya ein Erlebnis.

Hillesoya, Tromsøya, Leica M Elmarit 2.8 28 asph., Kodak Ektar ] © mare.photo

Hillesoya, Tromsøya, Leica M Elmarit 2.8 28 asph., Kodak Ektar ] © mare.photo

Zunächst lassen wir schweren Herzens den Fähranleger nach Senja links liegen, bis wir kurz später auf unserem Weg nach Hillesøya vor einer einspurigen Sommarøy-Brücke stehen. Sie Ampel steht auf rot, der Ausblick auf das Meer ist an dieser Stelle nur ein kleiner Vorgeschmack dessen, was kommt. Auf dem Rückweg werden wir an dieser Stelle wieder halten und den Ausblick auf uns wirken lassen. Irgendwie fühlen wir uns erinnert an die weltberühmte Atlantikstraße, den Atlanterhvasvejen.

Sommarøy Brua, Sommarøy Bro, Sommarøy Bridge, Sommarøy Brücke, Kodak Ektar, Leica M Elmarit 2.8 28 asph. | © mare.photo

Sommarøy Brua, Sommarøy Bro, Sommarøy Bridge, Sommarøy Brücke, Kodak Ektar, Leica M Elmarit 2.8 28 asph. | © mare.photo

Bald geht es über die schlanke Bogenbrücke auf die vorgelagerte Insel Store Sommarøya, umgeben von türkisfarbenen Meer. Feine Sandstrände, eine unwirklich Landschaft, wie wir sie in dieser Region niemals vermutet hätten. Sommarøya ist recht flach, nirgends ragt sie höher als 55 Meter aus dem Meer. Es dauert nur wenige Minuten, dann erreichen wir unser eigentliches Ziel, Hillesøya. Mit dem Wissen, hier wieder her zu kommen.

Store Sommaroya, Hillesoya, Tromsoya, Kodak Ektar, Leica M Elmarit 2.8 28 asph.

Store Sommaroya, Hillesoya, Tromsoya, Kodak Ektar, Leica M Elmarit 2.8 28 asph. | © mare.photo

Fast unbemerkt landen wir auf die Trauminsel Hillesøya, denn nur ein kleiner Sund, kaum breiter als ein breiter Bach, trennt die beiden Inseln voneinander. Und so unscheinbar wie dieser Sund zwischen Hillesøya und Sommarøya ist auch diese Hillesøy-Brücke.

Und nun nimmt die Schönheit ihren Lauf. Das beste, was man jetzt tun kann, für sich und die Bewohner auf Hillesøya, ist, das Auto zu parken, sich warm anzuziehen und raus zu gehen. Denn wie würde man es selbst empfinden, wenn am eigenen Haus und am eigenen Garten bei schönem Wetter ein Wohnmobil nach dem anderen knipsend vorbei zieht. 

Store Sommaroya, Hillesoya, Tromsoya, Kodak Ektar, Leica M Elmarit 2.8 28 asph. | © mare.photo

Store Sommaroya, Hillesoya, Tromsoya, Kodak Ektar, Leica M Elmarit 2.8 28 asph. | © mare.photo

Man kann auch nur am Anfang der Insel Hillesøya parken, dann werden die Straßen schmal und das Land privat. Und mehr als in der frischen Luft spazieren zu gehen, kann man für seinen Geist und seine Seele einfach nicht tun.  Die Parkgebühr liegt zwar bei 50 NOK, kommt aber der örtlichen Jugend zugute. Das ist doch auch das wenigste, was man diesem schönen Ort zurück geben kann, oder?

Im Nordwesten der Inseln Hillesøya prägt ein markanter Berg, der 211 Meter hohe Hillesøytoppen, die etwa 1.8 km² große Insel und bietet somit auch Schutz für dem offenen Meer. An dessen Fuße liegen die einzelnen Häuser der etwa 25 auf Hillesøya lebenden Menschen.

Hillesøya war sogar einst eine eigene Gemeinde. Doch wurde die nach der Insel als Hillesøy genannte Gemeinde durch ihre bescheidene Größe integriert. Ebenfalls gab es eine Kirche auf Hillesøya. Genauer gesagt gibt es die Hillesøy Kirke immer noch, nur an einem anderen Standort. Die weiße Holzkirche wurde im Jahr 1889 geweiht und verfügt über 300 Sitzplätze. Sie befindet sich allerdings auf der großen Insel Kvaløya, von der aus man über Sommarøya nach Hillesøya kommt. Zuvor allerdings gab es seit dem 12. Jahrhundert einige Kirchen auf Hillesøya, die letzte wurde um 1800 gebaut und hatte etwa 150 Sitzplätze. Doch sie wurde zu klein und so fand man einen zentraleren Platz in Brensholmen.

Von jedem einzelnen Haus auf Hillesøya aus kann man das Meer und den Strand sehen, mal rau und mal lammfromm. Es schimmert in den schönsten Farben, wie man sie nur von Urlaubsbildern aus der Südsee kennt. Traumstrände, ein tolles Kajak-Revier und eine unvergleichbare Umgebung für kurzweilige Wanderungen- Hillesøya wird niemanden unberührt lassen. Aber berührt werden bedeutet, seine wohl temperierte Komfortzone zu verlassen.

Hillesøya: zu schade für eine Nacht

Sommaroya, Hillesoya, Hillesoytoppen, Kodak Ektar, Leica M Elmarit 2.8 28 asph. | © mare.photo

Sommaroya vor Hillesoya mit Hillesoytoppen, Kodak Ektar, Leica M Elmarit 2.8 28 asph. | © mare.photo

Ehrlich gesagt, Hillesøya ist wie seine kleine vorgelagerte Insel Sommarøya, viel zu schade für eine Nacht. Es lohnt sich wirklich, zu bleiben. Ganz gleich, zu welcher Jahreszeit. Obwohl bereits im arktischen Raum gelegen sind die Temperaturen vergleichsweise milde.

Der Golfstrom sorgt auch im Winter für gemässigte Temperaturen, die polaren Einflüsse allerdings auch für mäßige Temperaturen im Sommer. So liegt die Durchschnittstemperatur im Jahresmittel bei etwa vier Grad Celsius. Im Winter sinken die Temperaturen kaum unter minus zwei Grad, mit Sommer ebenso selten über 12 Grad. Der Wind lässt die Temperaturen allerdings auch im Sommer als eisig empfinden.  Aber ein heißer Kakao macht auch dieses Empfinden wieder zu einem echten arktischen Erlebnis.

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