Kodak Tmax 100 im Nebel  Kodak Portra 800 Kodak Tmax 100 in der Sonne Elbe

Hamburg macht Grau

Bilder mit dem Kodak Tmax 100 bei grau bedecktem Himmel

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Hamburg, Kodak Tmax 100, Leica M Elmarit 2.8 28 asph.

Hamburg hat heute schattenfrei

Wie verhält sich der Kodak Tmax 100 im Einheitsgrau

Wir sind einmal mehr in Hamburg und besuchen heute die neue Hafencity und die berühmte Speicherstadt. Der Himmel ist grau bedeckt und zeigt keinerlei Kontouren und Nuancen in den Wolken. Das Licht ist diffus, Schatten gibt es faktisch nicht. Wie werden die Bilder unter solchen Bedinungen mit dem Kodak Tmax 100?

Hamburg, Kodak Tmax 100, Leica M Elmarit 2.8 28 asph.

Grau gegen die Langweile

Naturtrüb und der Kodak Tmax 100

Fotografieren ist das Malen mit Licht. Licht lässt sich vielfältig definieren. Aber am schönsten ist es doch, wenn es auch Schatten erzeugt. Dann sind Konturen und Kontraste Programm. Aber besucht man eine Stadt wie Hamburg, ist die Chance groß, dass man keine Schatten vorfindet. Denn wenn es nicht gerade regnet, befindet sich Hamburg gefühlt unter einer riesigen weißen Kuppel.

An solchen Tagen zu fotografieren ist ideal für sanfte und gleichmäßige Portraits. Aber Spannung will unter solchen Lichtbedingungen nicht aufkommen. 

Doch, wer schon mal in Hamburg ist, möchte eben auch fotografieren und vor allem seine Bilder später genießen können. 

Orangefilter hellt die dunklen Ziegelfassaden auf

ein wenig Licht ins Dunkel

Wir haben in unsere analoge Leica M7 den feinkörnigsten Schwarz-Weiss-Film im ISO 100 Bereich eingelegt, den Kodak Tmax 100 und sind neugierig, wie er sich schlägt. Um die Helligkeitswerte zwischen dunkelroten Ziegelfassaden und hellgrauem Himmel anzunähern nutzen wir einen Orangefilter.

Gerade die Fassaden in den engen Schluchten der Hamburger Fleete werden auf diese Art sichtbar gemacht.

Hamburg, Kodak Tmax 100, Leica M Elmarit 2.8 28 asph.
Hamburg, Kodak Tmax 100, Leica M Elmarit 2.8 28 asph.

Hochauflösend detailiert oder grauer Brei

Ein feiner Film nur mit feinem Objektiv

Auch, wenn es viele nicht hören möchten: Ein hochauflösender Film wie der Kodak Tmax 100 bringt seine sehr feinen Qualitäten nur dann zum Vorschein, wenn auch die Linsen des Objektivs eine hervorragende Auflösung haben. Und das hat seinen Preis. Ein Film kann einfach nie feiner auflösen als das Glas, was ihm vor geschraubt wird. 

Wer also ein recht einfaches Objektiv mit sich führt, wird besser einen kontrastreicheren und höher empfindlichen Film wählen (beides geht miteinander einher), um die Defizite des Objektivs auszugleichen.

Wer aber ein sehr gutes Objektiv sein eigen nennt, der wird die einzelnen Tonwerte hervorragend mit dem Kodak Tmax 100 umsetzen können. Gerade die von Wind und Wetter geprägten historischen Eisenbrücken über die Hamburger Fleete werden ihre Patina auch an langweilig grauen Tagen in besonderem Maße zeigen. 

Sollte es doch feinste Wolkenstrukturen geben, werden diese in der Kombination von hochwertigem Objektiv und feinkörnigem Film sichtbar. Mit einfachen Optiken wird der Himmel in der Regel durchgehend dunkelweiß. 

Welche Aufnahmen bei grauem Wetter

Gleichmäßig. Kontrastarm. Schattenfrei

Gleichmäßig diffuses Licht muss kein Nachteil sein für gute Aufnahmen. Es gibt Genres, für die ist ein hellgrau bedeckter Himmel ideal geeignet. Beispielsweise bieten sich Nahaufnahmen an, die durch die schattenfreie Beleuchtung in all ihren Details einzigartig zur Geltung kommen.

Dazu gehören auch Portraits  mit sachlicher oder weicher Ausstrahlung. Oder aber auch die Architektur, die durch das gleichmäßige Licht ihre Konturen zum Vorschein bringt.

Genauso können das Langzeitbelichtungen am Wasser sein, in denen sich die Bewegung sogar auflöst.

Im Gegensatz zu sonniger Beleuchtung sind helle und dunkle Bildpartien dichter bei einander und entsprechend gut beherrschbar. Dunkle Bildelemente geben der ansonsten hellen Umgebung die notwendige Spannung.  Besteht das Bild nur aus ähnlichen Tonwerten und Helligkeiten, wirkt das Bild dagegen schnell flau. Der gezielte Einsatz von Filtern kann also auch bei diffusem Licht sehr viel Sinn machen.

Der Kodak Tmax 100 unterstützt die Aufnahmen mit seiner sehr feinen Auflösung und seiner hervorragenden Kantenschärfe. Ohne damit zu übertreiben. Wie aber alle modernen ISO 100 Filme mit Flachkristallen will der Kodak Tmax 100 korrekt belichtet werden. Idealerweise misst man dazu die mittleren Grauwerte an. Eine Belichtung allein auf die Schatten könnte beim Kodak Tmax 100 dazu führen, dass die hellen Bildflächen in einheitlicher Farbe wiedergegeben werden. Diesen Effekt muss man mögen, dann spricht man auch von High Key Aufnahmen.

Hamburg, Kodak Tmax 100, Leica M Elmarit 2.8 28 asph.

„Wenn schon wenige Grautöne vorhanden sind ist es gut, wenigstens diese auseinander halten zu können. Mit dem Kodak Tmax 100 geht das auf sehr feine Art."

Hamburg, Kodak Tmax 100, Leica M Elmarit 2.8 28 asph.

Fazit

Grau ist auch nur eine Farbe

Insgesamt begeistert uns der Kodak Tmax 100. Das Korn ist sehr fein und in Kombination mit einem hochauflösenden Objektiv bringt der Kodak Tmax 100 auch kaum wahrnehmbaren Wolkenstrukturen bei grau bedeckten Himmel zum Vorschein. In Sachen Belichtungsspielraum ist der Kodak Tmax eine kleine Mimose, reiht sich aber damit in die anderen modernen Schwarz-Weiß-Filme mit Flachkristallen ein. Diese Filme wollen wirklich korrekt belichtet werden.

Belohnt wird man mit einem ungeahnten Detailreichtum. 

Vieles kann man natürlich über den Entwicklungsprozess steuern. Möchte man aber unter vergleichbaren Bedingungen bei ebenso feine Korn einen höheren Kontrast erreichen, so bietet sich vielleicht der Ilford Pan F 50 an, der insgesamt in seinem Einsatz aber durchaus anspruchsvoller zu handhaben ist.

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