Architektur in Norwegen | Der Hamardomen auf Domkirkeodden

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Norwegen ist schon allein aufgrund seiner extravaganten Architekturen eine Reise wert. Fernab unserer üblichen Vorstellungen zeigen international rennomierte Architekten klare Linien, die im Kontrast zur Landschaft stehen und doch so mit ihr verschmelzen. Nahe Lillehammer entdecken wir einen Dom, wie es ihn woh nirgends auf der Welt noch einmal gibt.

Glasklare Architektur in Norwegen – der Hamardomen auf Domkirkeodden

In der kleinen Stadt Hamar nahe Lillehammer in Norwegen steht ein Gebilde, dass zwar erst im Jahr 1998 fertiggestellt wurde, seinen Ursprung aber bereits im 12. Jahrhundert hat. Der Hamardomen auf Domkirkeodden.

Am nördlichen Stadtrand von Hamar steht auf dem höchsten Punkt der Landzunge Domekirkeodden diese gläserne Kathedrale, der Dom zu Hamar oder eben auf norwegisch: Hamardomen. In seinem tiefen Inneren lebt in ihm die die alte Kathedrale von Hamar, zumindest, was von ihr übrig blieb.

Und so hat man in der Stadt Hamar ein altes Wahrzeichen der Stadt mit einem neuen vereint, anstatt es zu ersetzen. Das muss man erst einmal nachmachen. Doch zurück zum Anfang.

Der Ursprung des Hamardomen

An den Ufern des Mjøsa wird im Jahr 1152 – 1153 mit dem Bau einer für die damalige Zeit beeindruckenden Kathedrale begonnen, Damit wird der Gründung einer neuen Diözöse Ausdruck verliehen. Um das Jahr 1200 wird dieses Gotteshaus im romanischen Stil fertig gestellt. Die Kathedrale ist vom See her weit sichtbar. Das Christentum in Norwegen steckt noch in den Kinderschuhen. Es ist die Zeit der Entsehung der berühmten Stabkirchen /Stavskirken.

Den Platz für die Kathedrale in Hamar hat man auf dem höchsten Punkt der Landzunge ausgesucht, der man nun den Hamen „Domkirkeodden“ zuordnet. Für die damalige Zeit ist dieser sakrale Bau ein beeindruckendes, ein mächtiges Wahrzeichen.

In dieser Zeit befindet sich hier am Mjøsa, dem großen Binnensee, die bereits bedeutende Stadt Hamarkaupangen. Bereits im 14. Jahrhundert wird die Kathedrale in Hamar in gothischen Stil erweitert. 300 Jahre lang soll die Kathedrale im Hamar der wichtigste geistliche oder kirchliche Ort zwischen Oslo und Trondheim sein.

Doch dann kommt die Reformation, die sich wie ein Lauffeuer ausbreitet. Vor allem Skandinavien befreit sich vom bisherigen Katholizismus und so wird die Kathedrale in Hamar bereits ab dem Jahr 1536 oder 1537 überflüssig. Das ganze Land reformiert seine Kirche binnen kurzer Zeit.

Dann folgt der siebenjährige Nordische Krieg, schwedische Soldaten dringen in die mittellaterliche Stadt Hamarkaupangen ein und setzen den Bischofssitz auf Domekirkeodden in Brand. Zurück bleiben Trümmer eines zuvor imposanten Gebäudes.

Der gläserne Sarg Hamardomen

Seit Jahrhunderten liegen die Trümmer als Ruine in der Landschaft. Sie prägen den Domkirkeodden am Mjøsa, doch die Ruine droht zu verfallen. Wie also damit umgehen. So kommt die Idee auf, die Reste der Kathedrale im Hamar abzudecken, um sie vor dem weiteren Verfall zu schützen. Aber, die Ruine soll auch weiterhin sichtbar sein. Also entwirft der Architekt Kjell Lund ab 1987 einen Schutzbau aus Stahl und Glas und setzt ihn genau über die Ruine.

Im Jahr 1998 kamm der Hamardomen feierlich eröffnet werden. Schnell etabliert sich der Name Hamardomen. So entsteht zugleich ein lebendiges Museum und: ein hervorragender Konzertsaal. Denn die Kombination der schrägen Glas-Metall-Konstruktion in einer riesigen Dachform mit dem weichen Gestein der Ruine im Inneren bietet einen einzigartigen, hervorragenden Klang. Über den Ort für Musikveranstaltungen finden auch kircchliche Veranstaltungen, hier im Hamardomem,  statt.

Hof Storhamar am Hamardomen

So groß die Schutzkonstruktion Hamardomen auch ist, so kann sie natürlich nur einen kleinen Teil der Anlage des einstigen Bischofssitzes aufnehmen. Die Anlage nimmt auch im den Hamardomen herum einen großen Bereich ein. Denn der Bischofssitz glich urpsrünglich einem großzügigen Palast mit einem entsprechend weitläufigen Innenhof. Heute sind hier nur noch die Bodenplatten und Umrisse der Mauern erhalten geblieben.

Auf einem Teil der Fundamente steht seit dem 18./19.Jahrhundert der Hof Storhamar. Auch dieser ist heute Teil der Museumsanlage und entsprechend vom Architekten Sverre Fehn mit einer modernen Innengestaltung versehen. Im Inneren der Scheunen von Storhamar lädt eine Dauerausstellung zur Geschichte des Bischofssitzes und des Hamardomen ein.

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