Gunnfjauns Kapell – Kirchenruinen auf Gotland

Gunnfjauns Kapell, Kirchenruinen Gotland, Kodak Ektar, Leica M Summilux 1.4 50 asph.

Auf dem Land der Insel Gotland liegen die Kirchenruinen abseits am Wegesrand. Sie sind mitunter kaum wahr zu nehmen. Erst im letzten Moment haben wir am Straßenrand die Reste dieses Gotteshauses entdeckt.

Gunnfjauns Kapell – Kirchenruinen auf Gotland

Die Gunnfjauns Kapell ist vielleicht die unbekannteste der Kirchenruinen auf Gotland. Allerdings bleibt man nicht unberührt, wenn man sie am Straßenrand entdeckt. Wir wären fast an der Kirchenruine Gunnfjauns Kapell bei Adre vorbei gefahren. 

Dabei unterscheidet sich die Gunnfjauns Kapell von den „Ödekyrkan“, den verlassenen Kirchen auf Gotland. Sie wurde nie als Gemeindekirche genutzt und es ist sogar fraglich, ob die Gunnfjauns Kapelle überhaupt jemals fertig gestellt wurde.

Eigendlich lag die Idee zugrunde, dass die Gunnfjauns Kapell an den Sohn eines sehr frommen und Gottesfürchtigen Häuptlings auf Gotland erinnern sollte, dem Sohn von Havder Gunnfjaun. Havder Gunnfjaun war  zu seiner Zeit Herrscher über das untere Drittel Gotlands. Doch die Gunnfjauns Kapell entstand außerhalb seines Herrschaftsgebietes.

Das weckt weitere Spekulationen über die Errichtung der Gunnfjauns Kapell.  In der Nähe der Gunnfjauns Kapell gab es einen belebten Marktplatz, vermutlich lag er östlich von Kopungsklint. Entgegen den Beschreibungen der Gutasaga könnte demnach die Gunnfjauns Kapell auch als Ort der Anbetung und Andacht  gebaut worden sein.

Aber wie erwähnt ist es fraglich, ob der Bau der Gunnfjauns Kapell überhaupt vollendet wurde. Zunächst begann man vermutlich in der Mitte des 14. Jahrhundert mit dem Bau eines rechteckigen Gebäudes. Im östlichen Bereich wurde ein fast quadratischer Chor eingeplant. Das wunderbar erhaltene dreiteilige Fenster in der Ostwand des Chores ist immer noch sehr gut erhalten.

Die Mauern auf der Süd- und Nordseite sind teilweise zusammen gefallen. Besondere Schwachpunkte waren die Fenster- und Portalbereiche. An ihnen ist der Verfall besonders nachzuvollziehen. 

Ob die Gunnfjauns Kapell nun fertiggestellt wurde oder nicht ist nicht bekannt. Aber irgendwie geriet das Gotteshaus in Vergessenheit. Sie wuchs im Laufe der Jahrhunderte zu. Erst ab dem Jahr 1948 befreite man die Ruine von  Sträuchern und Bäumen und begann, sie zu konservieren. Teilweise wurde sie sogar rekonstruiert. Dazu wurden die Mauern stabilisiert und ausgebessert. Ihre Kronen deckte man mit Grassoden ab. Die Seitenaltäre und die unteren Bereiche der Mauer des Triumpfbogens wurden neu aufgebaut. Dort, wo ursprünglich im Chorbereich der Hauptaltar vorgesehen war, legte man die schwere Altarplatte auf zwei steinerne Untersätze.

Heute werden unregelmäßig Freiluftgottesdienste an diesem sagenumwobenen Ort angeboten. Aber auch außerhalb dieser Gottesdienste bietet die Kapelle auf ihre ganz eigene Art auch in einsamen Zeiten einen besonderen Moment der inneren Einkehr.

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