Grenzland

Grenzübergang Krusau – Kupfermühle | Grenzübergänge Dänemark – Deutschland

Grenzübergang Krusau-Kupfermühle, Grenzübergänge Dänemark-Deutschland, Ilford HP5 Plus, Leica M Elmarit 2.8 28 asph.
Grenzübergang Krusau-Kupfermühle, Grenzübergänge Dänemark-Deutschland, Ilford HP5 Plus, Leica M Elmarit 2.8 28 asph.| © mare.photo

Wir reisen entlang der dänisch – deutschen Grenze und beschreiben hier den kleinen Grenzübergang Krusau (Kruså) – Kupfermühle.

Grenzübergang Krusau – Kupfermühle | Grenzübergänge Dänemark – Deutschland

Der Grenzübergang Krusau – Kupfermühle ist einer der wichtigsten Grenzübergänge von Dänemark – Deutschland.  Hier verbinden sich das dänische Krusau (Kruså) und Kupfermühle, einer der Ortsteile der Grenzgemeinde Harrislee in Deutschland. Der dänische Grenzort ist nach dem gleichnamigen Grenzflüsschen Flüsschen Krusau (Kruså) genannt, der hier in die Ostsee fließt. Übrigens liegt die Mündung an einem weiteren, dem Grenzübergang Schusterkate. Die Serie über die Grenzübergänge Dänemark – Deutschland fotografieren wir analog mit dem klassischen Reportagefilm Kodak Tri X und dem Objektiv Leica Elmarit M 2.8 28 asph.

Der Grenzübergang Krusau – Kupfermühle war einst der wichtigste Grenzübergang  zwischen Dänemark und Deutschland.  Erst mit der Inbetriebnahme der Autobahn A7  (E45) im Jahr 1978 endete hier die Abfertigung des Schwerverkehrs. Ungeachtet dessen ist er immer noch einer der drei großen Grenzübergänge entlang der dänischen Grenze. An diesem Übergang wird auch sichtbar kontrolliert.

Die Grenzziehung entlang des kleines Flusses Krusau ist das Ergebnis der Volksabstimmung beider Seiten im Jahr 1920. Allerdings gab es direkt in der Fabrik Kupfermühle ein Problem. Denn die Krusau führt dort mitten durch die Fabrik und trieb dort über ein Wasserrad das Hammerwerk an.

Man fand einen Kompromiss, das gesamte Fabrikgelände und der Ort Kupfermühle wurden Deutschland zugeschlagen, dafür wanderte die dänische Grenze 500 Meter von Krusau entfernt in den Süden.

Anfangs, das gab es die deutsche Bundesstraße B 199 noch nicht, führte die Zollstraße zum Grenzübergang Krusau – Kupfermühle. Die alte Zollstraße dient heute auch als Zufahrt zum Hotel des Nordens. Für den deutschen Zoll baute man ein kleines provisorisches Holzhaus auf, der dänische Zoll zog in den alten Krug „Weidmannsruh“ ein. Der deutsche Zoll bekam dann ab 1923 ein modernes Abfertigungsgebäude, heute bekannt als das Zollhaus. Heute wird es als Wohnhaus, am Ende der Zollstraße liegend, genutzt. Mit der neuen Grenzziehung im Jahr 1920 kamen Händler und ließen sich an dem Straßenrändern nieder. In der Zeit des Zweiten Weltkrieges wurde der Grenzübergang Krusau – Kupfermühle dann durch die deutsche Wehrmacht geschlossen, war also nicht mehr passierbar.

Die Dänen hatten das Elend kommen sehen und ein Stück Gleis gebaut, darauf dann einen beladenen Güterwagen gestellt. Diesen wollten sie im Fall eines Einmarsches auf die Straße rollen lassen, doch die deutschen Nazis ließen sich durch nichts aufhalten.

Die Erleichterung des Kriegsendes und des damit verbundenen Abzuges der deutschen Wehrmacht war groß und der Grenzübergang Krusau – Kupfermühle konnte wieder öffnen. So kamen die Dänen wieder zur deutschen Zollstraße und konnten die hier günstigeren Südfrüchte und Süßwaren erwerben. Es etablierte sich der Begriff  „Bananenallee“ zur alten Zollstraße. 

Umgekehrt kamen Menschen nach Dänemark, weil sie von Dänemark aus deutlich günstiger bis zu 10 kg Butter oder Zucker nach Deutschland einführen durften. So entstanden übrigens die Butterfahrten.

Seit 1956 führt nun die Bundesstraße B 199 nach Krusau und somit direkt auf den neuen Grenzübergang Krusau – Kupfermühle zu. Mit der Eröffnung der Bundesstraße B 199 gab es auch eine komfortablere Abfertigung der Reisenden und der Transportöre, immerhin passierten mittlerweile mehr als eine Millionen Fahrzeuge jährlich den Grenzübergang Krusau – Kupfermühle. Kontrollen direkt an der Straße des Grenzübergang Krusau – Kupfermühle gab es aber lediglich in den Sommermonaten, bis zum Jahr 1962. 

Im Jahr 1966 wurde für das deutlich gestiegene Verkehrsaufkommen eine moderne Abfertigungsanlage eröffnet, es war bis zum In Kraft treten des Schengen Abkommen am 25. März 2001 in Betrieb. Wenig später wurde es abgerissen, soll aber wohl auf dänischer Seite aufgrund der politischen Konstellationen neu errichtet werden.

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