Grenzroute Deutschland – Dänemark

Die Grenzroute Deutschland – Dänemark: Unterwegs entlang der deutsch-dänischen Grenze

Wir entdecken die Grenzroute Deutschland-Dänemark und damit die Geheimnisse und Besonderheiten im deutsch-dänischen Grenzland. Kleine Orte und größere Städte, bezaubernde Naturschutzgebiete und faszinierende Museen mit Familienanschluss beschreiben wir beidseits der dänisch-deutschen Grenze.

Unsere Reise endet am wahrscheinlich kleinsten offiziellen Grenzübergang Europas, am Grenzübergang Schusterkate Skomagerhus nördlich von Flensburg. Wir folgen der Grenzroute Deutschland-Dänemark von der Nordsee hin zur Ostsee. Dazu starten wir in der kleinen und ziemlich charmanten dänischenStadt Hoyer / Højer. 

Die demokratische Grenze zwischen Deutschland und Dänemark

Der erste Weltkrieg war verloren. Das Gebiet von Nordschleswig seit dem Krieg mit Dänemark von Preußen besetzt. Die dänische Bevölkerung wurde in vielen Lebensbereichen unterdrückt. Dänen aus Nordschleswig mussten mit in den ersten Weltkrieg ziehen, obwohl Dänemark nicht am Krieg beteiligt war. Entsprechend tief war das Misstrauen zwischen der deutschen und der dänischen Bevölkerung im Grenzland.


Mit dem Friedensvertrag von Versailles im Jahr 1919 wurde auch eine unter internationaler Aufsicht stattfindende Volksabstimmung zum Grenzverlauf vereinbart.
In Nordschleswig stimmte die Bevölkerung am 10. Februar 1920 ab. Etwa 75 Prozent der Wahlberechtigten stimmte für eine Wiedervereinigung mit Dänemark. In Flensburg und Mittelschleswig wurde die Volksabstimmung am 14. März 1920 ab. Hier entschieden sich die Menschen zu 80 Prozent für einen Verbleib in Deutschland, 20 Prozent für Dänemark.
 
Verlief die bisherige Grenzte zwischen Kolding und Ribe entlang der Königsau / Kongeå, wurde sie zum 15. Juni 1920 in den Süden verlegt. Doch die individuelle Festlegung der Grenze und der Grenzübergänge übernahm eine Grenzregulierungs­kommission, die sich aus Deutschen, Dänen, Engländern, Franzosen, Italienern und Japanern zusammen setzte. Sie fuhren die Grenze immer wieder mit Fahrzeugen ab, nahmen Rücksicht auf einzelne Höfe und Gemeinden und markierten dann 279 Grenzpunkte. Am 25. November bestätigte die Grenzkommission ganz offizell den neuen Grenzverlauf. Dieser trat zum 1. Januar 1921 um 8 Uhr morgens in Kraft.
 

Mit dem Beitritt Dänemarks zum Schengener Abkommen 2001 fielen die Grenzkontrollen weg. Zunehmend wurden Barrieren abgebaut. Doch seit 2015 ist Dänemark bemüht, die Grenze wieder deutlich sichtbar zu machen und entgegen dem Schengener Abkommen auch feste Kontrollpunkte und durchgehende digitale Überwachung zu installieren. Aber auch aus vergangenen Tagen finden sich zahlreiche Hinweise in Form alter Schlagbäume und verlassener Grenzhäuschen.

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