Gotland entdecken | Lilla Karlsö + Nils Holgersson (Selmar Lagerlöf)

Gotland, Lilla Karlsö, Nils Holgersson, Selmar Lagerlöf, Kodak Ektar, Leica Elmarit 2.8 28 asph. | © mare.photo

Zur zweitgrößten schwedischen Ostseeinsel Gotland gehören noch einige kleinere vorgelagerte Inseln. Wir haben einige davon besucht und stellen sie vor.

Gotland entdecken | Lilla Karlsö + Nils Holgersson (Selmar Lagerlöf)

Lilla Karlsö hat es in die Weltliteratur geschafft- mit der berührenden Geschichte von Nils Holgersson. Im 13. Kapitel des berühmten Romans von Selmar Lagerlöf „Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen“  In der Handlung fliegt Nils Holgersson von Lilla Karlsö aus in die versunkene Stadt Vineta, die sich auf Visby /Gotland bezieht.

Lilla Karlsö ist eine fast kreisrunde Insel, gerade einmal drei Kilometer von der südwestlichen Küste der Hauptinsel Gotland entfernt. Bis zu 66 Meter hoch liegt das Plateau der Insel Lilla Karlsö, die zugleich die kleine Schwester-Insel von Store Karlsö ist. Von Klintehamn aus ist Lilla Karlsö mit dem Ausflugsschiff auf der Route nach Store Karlsö in etwa 30 Minuten erreichbar. Die Fahrt kann allerdings durchaus ein wenig unruhig werden.

Vor allem Vogelbeobachter und Naturliebhaber schätzen Lilla Karlsö, die in ihren Ausmaßen von 1800×1200 Metern doch eher bescheiden ausfällt.  Die größere Insel Store Karlsö liegt in direkter Sichtweite und ist deutlich populärer.

Aber wer am kleinen Pier aussteigt und sich am besten einen Führer nimmt, wird überrascht sein von den schönen Plätzen, die es auf Lilla Karlsö gibt. Außer etwa 200 Schafen lebt sonst niemand auf dieser kleinen Insel.

Auf der Westseite der Insel befindet sich die Steilküste mit ihren spektakulären Grotten. Heute liegen sie etwa 25-35 Meter über dem Meeresspiegel. Das hat zweierlei Gründe. zum einen ist der Meeresspiegel seit ihrer Entstehung gesunken, zum anderen hat sich Lilla Karlsö gehoben und tut es aktuell auch messbar weiter. Die Grotten auf Lilla Karlsö entstanden durch Ausspülungen des tosenden Meeres. Das liegt bis zu 10.000 Jahren zurück.

Die südliche Steilküste ist bewaldet und bekannt für ihre Schiffssetzung, vermutlich aus der Bronze- oder Eisenzeit. Auch ein beeindruckender Rauk, eines der fantasievollen und mystischen Felsgebilde, ist hier auf Lilla Karlsö zu entdecken.

Auf dem Plateau  wächst kein Baum. Vor allem im Winter tobt der Wind eiskalt über die Hochebene und wühlt zugleich das Meer erbarmungslos auf. Statt Bäume gibt es aber so viele Orchideen, dass man sich gar nicht satt sehen kann.

Auf diesem Boden grasen etwa 200 Schafe einer alten Rasse, die einst vom Aussterben bedroht war und auf Lilla Karlsö in ihrer eigenen Ursprünglichkeit leben dürfen. Sie tragen selbst Hörner und können durchaus schmerzhaft bocken, wenn man ihnen zu nahe kommt.

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