Der Gendarmstien

Auf den Spuren der dänischen Grenzschützer 

Regionen Provinzen Städte Kommunen Leuchttürme Landschaftsrouten 

Grenzübergang Schusterkate, Grænseovergang Skomagerhus, Grænseovergange Tyskland-Danmark, , Gendarmstien

In den Jahren 1920 bis 1958 wurde auf dem Gendarmenpfad die Grenze zwischen Dänemark und Deutschland überwacht, heute gehört der Gendarmstien zu den beliebtesten Fernwanderwegen in Dänemark: der Gendarmstien.

Abwechslungsreich geht es 74 Kilometer zwischen Høruphav (Höruphaff) und Padborg großteils entlang der Flensburger Förde parallel zur dänisch-deutschen Grenze. Für hiesige Verhältnisse könnte die Tour kaum abwechslungsreicher sein. Derzeit wird die Strecke über Høruphav hinaus ausgebaut. Auf der Wanderung warten schöne und geschichtsträchtige Städte, wirklich spannende und sehenswerte Museen, Wiesen, Felder und Wälder. Diese Wanderung zeigt Dänemark von einer Seite, wie man es sich wahrscheinlich bisher nicht vorstellen konnte.
Die gesamte Strecke ist je nach Kondition in zwei bis vier Tagen zu schaffen. Leichtes, wasserfestes und rutschfestess Schuhwerk ist empfehlenswert. Aufgrund des Tourenverlaufes bietet sich die Streckenführung für das Wandern an und ist für Radfahrer streckenweise ungeeignet.

Wir haben die Strecke in unterschiedlich großen Etappen beschrieben, sodass auch kleine Strecken entspannt mit ihrer Umgebung entdeckt werden können.

Gendarmstien - Kodak Porta 160 | © mare.photo

Drejby – Høruphav

wie gemalt

Das erste bzw. letzte Etappenziel zwischen Drejby und Høruphav ist neu hinzugekommen. Sie gehört nicht unbedingt zum originalen Gendarmstien, ist aber nicht minder schön.

Es gibt in der Nähe direkt am Meer unterhalb des Leuchtturmes einen kleinen Parkplatz. Zunächst führt der Weg durch die Felder und bald schon durch einen bewaldeten Küstenstreifen.

Ein kurzer Abstecher ins Landesinnere führt in ein kleines Freilichtmuseum.

Erst bei Høruphav erreichen wir die ersten Siedlungen. Sie bestehen zum Teil aus der typisch dänischen Küstenarchitektur.Die Ruhe, die die Etappe zwischen Drejby und Høruphav ausstrahlt, ist eine wundervolle Einstimmung wie aber auch ein entspannter Ausklang des Gendarmstien, je nach Start- und Zielpunkt.

Diese Etappe hat eine Länge von etwa 10 Kilometern.

Weitere Artikel und Geschichten

Die Torpedostation

 

Høruphav – Sonderborg

vom romantischen Fischerort und dem urbanen Leben

Die Etappe von Høruphav nach Sonderborg verbindet zugleich zwei Seiten Dänemarks: Der traditionellen mit ihrer Fischerei und dem modernen urbanen Leben der jungen Stadt Sonderborg.

Gleich am Hafen in Høruphav geht es los. Dabei lohnt es sich, im schönen Hafen von Høruphav ein wenig zu verweilen. Hier gibt es gute Parkmöglichkeiten, die aber ausdrücklich nicht für Wohnmobile zur Verfügung stehen. 

Ziemlich schnell wechselt das maritime Leben in die Natur. Es geht durch den bewaldeten Küstenstreifen geradewegs nach Sonderborg. Sonderborg ist eine historisch gewachsene Stadt, durch den deutsch-dänischen Krieg mit anschließender Besetzung architektonisch durchaus preußisch markiert.

Gendarmstien - Kodak Porta 160 | © mare.photo

Sonderborg hat zwei Facetten die unterschiedlicher nicht sein können. Diesseits der Klappbrücke zeigt sich die beliebte historische Stadt, jenseits dieser der moderne und faszinierende Wissenschaftsstandort. Flensburg und Sonderborg sind mit gemeinsamen Studiengängen an den Universitäten eng miteinander verbunden.

Die Route von Høruphav nach Sonderborg beträgt etwa acht Kilometer

Gendarmstien - Kodak Porta 160 | © mare.photo

Sonderborg – Stensigmose

Sehenswert ist das Museum 1884 und die Düppeler Schanze

Vom Schloss Sonderborg, vor dem man recht gut parken kann (sofern keine Veranstaltungen stattfinden) geht es entlang des Hafens über die Klappbrücke auf die gegenüberliegende westliche Seite. Stadtnah warten hier kleine romantische Strände mit Blick auf das Schloss Sonderborg.

 

 

Gleich hinter Sonderborg folgt der ehemalige Kriegsschauplatz Dybol Schanke (Düppeler Schanze). Dazu bitet sich ein Abstecher aufwärts nach Dybol an, um hier das Kriegsmuseum 1864 zu besuchen und eine rekonstruierte Stellung kennen zu lernen. Dabei genießt man von oben einen traumhaften Blick über große Teile der Flensburger Förde.

Abwärts geht es bald nach Vemmingbund, an der Spitze der gleichnamigen Bucht gelegen. Hier wartet ein langgezogener naturbelassener Strand zum verweilen, eh es weiter zum Endpunkt dieser Etappe geht.

Das heutige Ziel liegt am abgelegenen Campingplatz Broager. Während des Krieges zwischen Preußen und Dänemark wurden von hier aus Kanonenkugeln auf Sonderborg und Dybol abgeschossen.

Die Etappe Sonderborg – Stensigmose ist 13 Kilometer lang

Stensigmose – Brunsnæs

immer am Meer entlang

Bevor wir diesen Abschnitt des Gendarmstien starten, lohnt sich ein etwa zweistündiger Rundgang durch den kleinen spannend-schönen Ort Broager. Von weiten sieht man seine beeindruckende Kirche mit ihren zwei Türmen.

Die Umgebung dieser Etappe war schon vor etwa 4.500 Jahren besiedelt. Der Gegend ist sehr fruchtbar, entsprechend gab es Nahrung und eine reiche Tierwelt. Das wiederum war gut für eine erfolgreiche Jagd. Wer aufmerksam ist, wird die ein oder andere Spur aus der frühen Zeit entdecken, 

An der Steilküste von Steningsmose befanden sich in erdgeschichtlichen Zeiten verschiedene Moore, So kommt auch der Ortsname zustande, nenn „Mose“ ist die dänische Übersetzung für Moor. Vor etwa 75.000 Jahren soll das letzte Moor entstanden sein. Die schwarzen Schichten an der Steilküste weisen auf das Moor hin.

Der Weg entlang des Kobbelskov bei Skelde vorbei. Hier kann man recht gut erhaltende Rund- und Langdolmen entdecken.

Dabei handelt es sich um Grabstätten. Unter den Runddolmen beerdigte man einzelne Menschen, während die Langdolmen bei Gemeinschaftsgräbern aufgestellt wurden. Für Wanderer, die so gar nicht mit der Archäologie vertraut sind, werden die hunderte Jahre alten Gräber einfach nur Erdhügel sein, allerdings ist auch nicht jeder Erdhügel wirklich ein Grab. Vielleicht entdeckt man ja noch alte Knochenreste oder Grabzugaben wie Steinbeile, Tongefäße oder Schmuck aus Bernstein.

Östlich von Kragesand der Liebestunnel.

Gendarmstien - Kodak Porta 160 | © mare.photo

Wie zu einem Tunnel geformt biegen sich die Bäume über die Böschung und machen den Durchgang zu einem lauschigen und romantischen Erlebnis.

Vor der Küste liegt im Meer ein großer Stein. So groß, dass man ein Pferdefurhwerk darauf abstellen konnte. So soll sich zugetragen haben, dass ein Paar aus Flensburg nach Sønderborg aufbrach um dort zu heiraten. Mit dem Schiff ging es zur Kirche. Doch auf der Rückfahrt gerieten die beiden gerade verheirateten in Streit und der frisch gebackene Ehemann setzte seine Frau auf genau jenem Stein aus. So gab man ihm auch den Namen „Brautstein“.

Im Mittelalter brauchte man Holz. Un dieser hohe Bedarf ging an den Wäldern nicht spurlos vorbei. Aufforstung war angesagt, doch wer sollte das bezahlen? So beschloss man Ende des 17. Jahrhunderts, dass jeder Bauer, der heiraten wollte, 10 Eichen oder 15 Buchen pflanzen und drei  Jahre lang aufziehen musste. Erst dann ging es zum Altar. Über 100 Jahre hatte diese Regel Bestand. Und einige der damals gepflanzten Bäume  stehen in diesem Gebiet noch immer.

Die beschriebene Etappe hat eine Länge von etwa 17 Kilometern. Diese könnte man auch teilen, z.b. 10 Kilometer bis Kragesand, dann weitere sieben Kilometer bis Brunsnæs.

Brunsnæs – Rendberg

Die Geschichte der Ziegelfabriken

Der Gendarmstien führt auf dieser Tour von Rendbjerg nach Brunsnæs vorbei am Illerstrand mit seinem Ziegelmuseum Catherinaminde.

Diese sehr ebene Strecke hat eine Länge von etwa 6 km und bietet sich auch für Radfahrer an.

Rendberg – Egernsund

Die vergessene Künstlerkolonie.

Wir beginnen diese Etappe am Ziegelmuseum Rendberg. Rund um die Flensburger Förde gab es einst zahlreiche Schlote ebenso zahlreicher Ziegelfabriken. Sie haben das Leben und die Landschaft rund im die Förde geprägt.

Ein Stück weit folgen wir nun den Ziegelpfad mit spannenden Informationstafeln zur Geschichte der Ziegeleien. Überall im Uferbereich findet man noch heute Ziegelsteine. Die deutlichsten Spuren gibt es auf dieser und der folgenden Strecke und es lohnen sich wirklich auch Abstecher ins Haff von Nybøl Noor. Heute sind hier zwei aktive Ziegeleien geblieben.

Bald erreichen wir die maritime Feriensiedlung Marina Minde, die zum entspannten Verweilen einlädt. 

Bald erreichen wir die Gemeinde Egernsund, die mit Einzug der Dampfschifffahrt zahlreiche Künstler hier her brachte. Heute ist die Künstlerkolonie aus dem dänischen Gedächtnis verschwunden, auf dem Flensburger Museumsberg finden sich aber zahlreiche Werke der früheren Künstler von Egernsund.

In Egernsund endet die Etappe am Hafen unterhalb der Klappbrücke.

Diese Etappe hat eine Länge von etwa fünf Kilometern, sie ist sehr abwechslungsreich.

Weitere Artikel und Geschichten

Künstlerkolonie Egernsund

„Der Gendarmstien ist der erste Fernwanderweg in Dänemark und einer der Schönsten und Geschichtsträchtigsten."

Egernsund – Sandager

Ein Ausflug nach Gråsten einplanen

Unsere Etappe startet n der Klappbrücke auf östlicher Seite in Egernsund. Hier verbindet sich die Flensburger Förde mit den Nybøl Nor. Von der Brücke aus haben wir eine weite Sicht auf das Nybøl Nor mit seinen kleinen Industriehafen of östlicher und der modernen schwedisch anmutenden Ferienhaussiedlung auf westlicher Seite.  Lohnenwert ist sicher ein kleiner Abstecher hinein nach GrÅsten mit seinem königlichen weißen Schloss. Probieren sollte man gerne einmal einen echten Gravensteiner, einer eigenen Apfelsorte in Gråsten. Gravenstein ist die deutsche Variante für Gråsten. Aber zurück zum Gendarmstien.

Der Gendarmstien führt über einen schmalen Pfad den Strand entlang über Alnor mit seinem kleinen Park. In Sandager beenden wir dies Etappe oder hängen die folgende gleich mit dran.

Dieser Abschnitt des Gendarmstien hat eine Länge von etwa sechs Kilometern und ist nicht barrierefrei. 

Weitere Artikel und Geschichten

Mord an dem Grenzgendarm Oberst Paludan Müller

Sandager – Sonderhav

Auf verwunschenen Pfaden

Wir starten im kleinen Sandager, abgelegen von der Hauptstraße zwischen Krusau und Gråsten.  Ruhig ist es hier. Schnell fühlen wir uns mitten in der Natur.

Breite Wanderwege sucht man hier vergeblich. Mehr als ein Pfad ist es nicht, was zwischen hohem Schilf und entlang an Koppeln und einem Golfplatz vorbei führt.

Immer wieder laden kleine Plätze zum Verweilen ein und bieten einen traumhaften Blick auf die beiden Ochseninseln, die sich in jedem Tageslicht von einer ganz anderen Seite zeigen und eine gewisse Mystik ausstrahlen. Im letzten Bereich führt der Weg durch eine kleine märchenhafte Sumpflandschaft, eh die ersteh Häuser auftauchen . Kommt auf der gegenüberliegenden Straßenseite Annies, ist diese Etappe geschafft und man darf sich mit einem riesigen Softeis, Burger, Hotdog oder was auch immer belohnen. 

Diese Etappe hat eine Länge von etwa sieben Kilometern.

Sonderhav – Krusau

Durch den urigen Kollunder Wald

Ausgangspunkt für diese Etappe ist die wahrscheinlich berühmteste Hotdog-Bude in ganz Dänemark und natürlich auch in Schleswig-Holstein. Wir starten bei Annies. Anni lebt leider nicht mehr. Sie war eine Institution. In ihrer Bescheidenheit und Freundlichkeit hat sie aus einer normalen Imbissbude eben Annies gemacht. Und seitdem ist zu Stoßzeiten der Parkplatz voll, oft genug stehen wir Schlange vor dem Tresen, um einen Hotdog oder ein Softeis zu holen.

Anni wurde krank und starb. Es fand sich ein Käufer, der Annies in ihrem Sinn weiter führt. Gleich gegenüber liegen die beiden Ochseninseln als besonderes Naturschutzgebiet. Nun geht es ein Stück der Straße entlang direkt am Wasser, eh es in den Kollunder Wald führt. Hier gibt es sogenannte primitive kleine Zeltplätze für die Wanderer.
Der Kollunder Wald gehörte einst der Stadt Flensburg, die ihn aber in Zeiten klammer Kassen an einen Dänen verkauft hat. Es macht Spaß, durch den urigen Wald mit den kleinen Holzbrücken entlang der steilen Küste zu wandern und zu verweilen. Am Ende der Tour besuchen wir einen der kleinsten Grenzübergänge Europas, den Grenzübergang Schusterkate. Sehenswert ist ganz in der Nähe der kleine Ort Kupfermühle mit seiner zum Museum umfunktionierten Kupferfabrik.

Diese Etappe hat eine ungefähre Länge von fünf Kilometer.

Krusau – Padborg

Der kleinste Grenzübergang Europs

Der beste Startplatz ist vielleicht der kleine Grenzübergang mitten über dem kleinen Fluss Krusau (Kruså). Eine kleine Holzbrücke führt für Fußgänger über die Krusau. Nun folgt ein kurzer Weg direkt an die Flensburger Förde entlang. Aber schon die nächste Gelegenheit führt links durch den Wald nach Krusau, einem der wichtigsten Grenzorte zwischen Dänemark und Deutschland.

Hier führt der Weg einmal quer durch den Ort, eh es vorbei an Wiesen und Koppeln geht und vor allem immer dicht entlang der dänisch-deutschen Grenze.

Leider ist sie wieder deutlich sichtbar, seit Dänemark den umstrittenen Wildschweinzaun errichtet hat. Er trennt seitdem vor allem Tierfamilien. Denn während Rotwild diesen Zaun überspringen kann, kommen die Kitze nicht mit und bleiben zurück. Sie verzweifeln an dem Zaun. Schon einige Tiere sind hier auch qualvoll gestorben, weil sie sich in den Maschen eingeklemmt haben und nicht mehr los kamen.

Eine weitere Strecke führt am Niehussee vorbei, ehe das Tunneltal, wie die Landschaft hier genannt wird, an der Grenze von Padborg endet. Die letzten 500 Meter verlaufen unterhalb des Bahndammes, der wie ein schmaler Streifen in das deutsche Gebiet hineinragt.

Dieses Stück Gleisanlage wurde den Dänen zugesprochen, damit sie auf eigenem Grund und Boden in ihrem Bahnhofsbereich rangieren konnten. Padborg selbst ist ein recht schöner aber leider viel zu unbeachteter Ort mit einer sehr guten Infrastruktur. Hier ist einer der größten Speditonsabfertigungen, selbst der deutsche Zoll hat hier seine Büros.

Die Entfernung dieser Etappe beträgt ca sechs  Kilometer.

Weitere Artikel und Geschichten:

Möchtest Du Dich weiter über die Region im Grenzland informieren oder einen Urlaub in dieser Region buchen, klicke hier…