Gamvik auf Nordkinn an der Barentssee – Strand und Meer in der Sub Arktis

Gamvik, Nordkyn, Nordkinn, Kodak Ektar, Leica M Elmarit 2.8 28 asph. | © mare.photo

Gamvik gehört zur Kommune Mehamn und liegt in der subarktischen Klimazone. Das hört sich erst einmal trocken an, verbirgt aber zwischen den Zeilen, dass dieser kleine Ort eine wahre Perle in einer fast vergessenen Landschaft sein könnte. Daß Gamvik eine unserer Stationen wird, stand also nie zur Debatte. Nun sind wir hier.

Gamvik – Einsamkeit in Farbe

Gamvik, Nordkyn, Nordkinn, Finnmark, Kodak Ektar, Leica M Elmarit 2.8 28 asph.

Gamvik, Nordkyn, Nordkinn, Finnmark, Kodak Ektar, Leica M Elmarit 2.8 28 asph.

In Gamvik gibt es keinen Sommer. Zumindest nicht nach meteorlogischen Gesichtspunkten. Bäume gibt es hier in Gamvik auch nicht. Wer einmal in die echte Tundra möchte, in der Umgebung von Gamvik an der Barentssee ist er richtig. Die Umgebung ist weitgehend flach und grün. Pflanzen wachsen hier langsam und entsprechend achtsam darf man sich in der Natur bewegen. Zum Meer hin wird die Küste wie überall auf der Insel Nordkinn recht schroff, unterbrochen allerdings hier in Gamvik von schönen weitläufigen Stränden.

Wer glaubt, sich in Gamvik im T-Shirt an den Strand begeben zu können, dem können wir auch diese Illusion rauben.In der wärmsten Jahreszeit steigen die Temperaturen bis auf maximal 12 Grad, im Winter dagegen fallen sie kaum auf unter minus acht Grad Celsius.

Das ganze hat seinen Vorteil: Die Grundstücke sind in Gamvik preiswert und entsprechend groß. Nachbarschaftskonflikte wegen Grenzstreitigkeiten kann man getrost vergessen, der Nachbar wohnt viel zu weit weg. Im Schnitt lebt im Gebiet um Gamvik gerade einmal ein Mensch auf einen Quadratkilometer.

Gamvik, Nordkyn, Nordkinn, Finnmark, Kodak Ektar, Leica M Elmarit 2.8 28 asph.

Gamvik, Nordkyn, Nordkinn, Finnmark, Kodak Ektar, Leica M Elmarit 2.8 28 asph. | © mare.photo

Und so wirkt es hier, rau und herzlich. Wie auf einer Modelleisenbahn sind ein paar bunte Holzhäuser verstreut in der grünen Landschaft. Die Barentssee zeigt sich am Horizont und kommt die Sonne heraus, taucht sie Gamvik in ein ganz bezauberndes Licht. Alles wirkt gelassen und friedlich, auch, wenn den Menschen hier nichts geschenkt wird.

Bis vor wenigen Jahren war Gamvik die nördlichste Station der Hurtigruten, auch den nördlichsten Campingplatz auf dem Festland weltweit konnte man hier nutzen. Doch wahrscheinlich hat er sich nicht gelohnt. Denn so viele Reisende verirren sich nicht hier her, vor allem aber ist die Saison sehr kurz.

Die Geschichte von Gamvik

Irgendwie hat es schon sehr früh Menschen hierher gezogen, vielleicht waren sie damals nicht so verfroren wie unsere Generation. Denn vor etwa 5000-8000 Jahren gab es weder Fleece noch Funktionskleidung, an Standheizung im Auto oder an Häusern mit Kaminen war gar nicht zu denken. Doch in der Tat haben Archäologen Funde aus jener Zeit zu Tage gebracht.

Im 18. Jahrhundert florierte hier der Handel mit den russischen Seeleuten, den Pomoren. Vor allem wurde aus den reichhaltigen Gründen der norwegischen Barentssee Fisch an die Russen verkauft, im Gegenzug nahm man gerne landwirtschaftliche Produkte und Holz ab, beides konnte hier nicht bewirtschaftet werden.

Gamvik, Nordkyn, Nordkinn, Finnmark, Kodak Ektar, Leica M Elmarit 2.8 28 asph. | © mare.photo

Gamvik, Nordkyn, Nordkinn, Finnmark, Kodak Ektar, Leica M Elmarit 2.8 28 asph. | © mare.photo

Während des zweiten Weltkrieges war die gesamte Küste der Barentssee Aufmarschgebiet der deutschen Wehrmacht für einen Angriff gegen Russland. Doch die russische Armee zwang die Deutschen 1944 zum Rückzug. Nicht nur in Gamvik zerstörten die Soldaten alles, was sie nur zerstören konnten. Wie fast überall im nördlichen Norwegen wurden auch hier in Gamvik die Häuser niedergebrannt, alleine drei mal hat man den Ort angezündet, bis er wirklich komplett niedergebrannt war.

Museum in Gamvik

Gamvik Museum, Leica M Elmarit 2.8 28 asph., Kodak Ektar | © mare.photo

Gamvik Museum, Leica M Elmarit 2.8 28 asph., Kodak Ektar | © mare.photo

Durch die deutsche Wehrmacht ist viel unvorstellbares Leid entstanden, aber auch ein kulturelles Loch. Neben der Existenz der Fischerfamilien wurde auch ihre Herkunft zerstört. Wie zu dieser Zeit überall in der Finnmark. Mit der Zerstörung gingen auch Morde an den Fischern einher.

Das kleine Museum Gamvik hat sich aus diesem Grund in der alten Fischverarbeitung eingerichtet und versucht die Zeit vor der Zerstörung zu rekonstruieren. Dazu gehört auch das kulturelle Leben und die Fischerei vor dem zweiten Weltkrieg.

Leuchtturm Slettnes Fyr

Slettnes Fyr, Nordkinn, Nordkyn, Gamvik, Kodak Ektar, Leica M Elmarit 2.8 28 asph. | © mare.photo

Slettnes Fyr, Nordkinn, Nordkyn, Gamvik, Kodak Ektar, Leica M Elmarit 2.8 28 asph. | © mare.photo

Gamvik hat den wohl nördlichsten Leuchtturm der Welt. Nur drei Kilometer vom Ort entfernt wartet der Leuchtturm Slettnes fyr. Diesen beschreiben wir hier.

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