Forsøl bei Hammerfest auf der Insel Kvaløya

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Die Grenzen verschwimmen zwischen Troms und der Finnmark. Die Umgebung wird immer karger und einsamer. In diesem Jahr gönnen wir uns den Abstecher auf eine der vielen Inseln und besuchen auf dieser ein kleines Fischerdorf am Rande der Welt. Und das nur wenige Kilometer von der offiziell nördlichsten Stadt Europas entfernt.

Forsøl bei Hammerfest auf der Insel Kvaløya

Als wir Forsøl nur acht Kilometer von Hammerfest entfernt auf der gar nicht so kleinen Insel Kvaløya besuchen, ist es Mitte Juni. Jetzt, am Vormittag, zeigt das Thermometer nicht mehr als sechs Grad Celsius an. Wir sind im Norden. Das ist jetzt nicht mehr zu leugnen. Glaubten Menschen immer noch, die Erde wäre eine Scheibe, hier wäre sie zu Ende.

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Forsøl, Forsol, Hammerfest, Kvaløya, Kvaloya, Kodak Ektar, Leica M Elmarit 2.8 28 asph. | © mare.photo

Wir sind bereits seit gestern Abend auf der Insel Kvaløya hier in Forsøl, nachdem wir uns einen ersten Eindruck von Hammerfest gemacht haben. Wir parken hier an der Kirkebukt, der Kirchenbucht. Über Nacht lief die Standheizung in unserem VW Bus, denn die Temperaturen  sanken nahe des Gefrierpunktes.

Forsol, Forsøl, Hammerfest, Kvaløya, Kvaloya, Leica M Elmarit 2.8 29 asph., Kodak Ektar | © mare.photo

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Im Mittelalter muss es in Forsøl hier an der Kirkebukt eine Siedlung gegeben haben. Grund genug, diesen Teil von Forsøl unter Denkmalschutz zu stellen. Ein mit Holzplanken belegter Weg führt durch das ehemalige Siedlungsgebiet direkt zum Wasser. Diesen Weg nehme ich am Morgen, vorbei an den grasenden Rentieren, für ein kurzes Bad im vier Grad warmen Polarmeer. Flach und schön geht hier der feinsandige Strand ins Meer. Erfrischt geht es jetzt auf Erkundungstour durch Forsøl.

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Forsøl, Forsol, Hammerfest, Kvaløya, Kvaloya, Kodak Ektar, Leica M Elmarit 2.8 28 asph. | © mare.photo

Über die mit Splitt befestigte Straße entlang der Bucht zum Ortszentrum. Es wird noch lange dauern, bis die an Holzpfählen montierten Laternen wieder leuchten, denn es ist bis September bis zu 24 Stunden taghell. Um Mitternacht fühlen wir uns, abgesehen von den Temperaturen, wie zur Mittagszeit.

Bäume suchen wir hier vergebens, einige kümmerliche Sträucher schaffen es gerade einmal in dieser Mondlandschaft. Immerhin den Rentieren reicht diese Umgebung rund um  Forsøl, sie sind genügsam und zufrieden mit Gras, Flechten und Heide. Sie bewegen sich in aller Gemütlichkeit und vielleicht spiegelt auch dies das Leben auf der Insel Kvaløya wieder.

Am Ufer wartet eine kleine Fischverarbeitung, mit Nordland-typischer hauseigenen Müllhalde. Und vielleicht auch ein wenig typisch für Forsøl. Was man in Forsøl nicht mehr braucht, legt man hinter das Haus, oder auch davor. So wie im Hafen das gekenterte Boot. Knapp unter der Wasserlinie liegt es. Nur die Geländer der Kajüte schauen noch heraus. So lange es niemanden stört, bleibt es hier liegen. Und sollte es doch eines Tages stören, zieht man es an Land und lässt es dort bis…., na, ihr wisst schon.

Forsol, Forsøl, Hammerfest, Kvaløya, Kvaloya, Leica M Elmarit 2.8 29 asph., Kodak Ektar | © mare.photo

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Wir laufen über die kleine Brücke, unter der das Schmelzwasser der hügeligen Umgebung zum Hafen von Forsøl hin fließt, einzelne Flecken Schnee erinnern noch an den gerade vorüber gegangenen Winter. Aber es könnte hier auch wieder von jetzt auf gleich schneien. Wir sind im Norden. Ein Schild erinnert uns als Autofahrer, dass hier bereits sechsjährige Kinder ihren Schulweg haben.

Kinder scheint es auf Kvaløya und hier, in Forsøl, wirklich zu geben. In jeden Garten stehen hier die Kinderräder, Spielgeräte und Spielzeuge. Die Winter sind lang. Und die Norweger kinderfreundlich.

An einer Gartenpforte erinnert ein Schild, doch bitte diese zu schließen, damit die Rentiere nicht in den Garten kommen. Vor einigen Häusern erzählen nicht mehr fahrbereite Autos aus ihren vergangenen Tagen und warten darauf, irgendwann zuzuwachsen. Das allerdings kann im Norden dauern. Hier wächst alles langsamer. Und so verzieren die Einwohner, die ihren Garten ein wenig über das Gras hinaus gestalten wollen, einfach mit bepflanzten Blumentöpfen.  

Forsol, Forsøl, Hammerfest, Kvaløya, Kvaloya, Leica M Elmarit 2.8 29 asph., Kodak Ektar | © mare.photo

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Am Ende der kleinen Dorfstraße liegt die nächste Fischfabrik, hier finden die Menschen aus Forsøl Arbeit und vielleicht sogar Menschen aus Hammerfest. Irgendwann am Vormittag legt ein Kutter an, löscht seinen Fang, während auf der anderen Seite der Fabrik der Kühllaster auf die fertig verpackte Ware wartet. Unter anderen werden hier Fischstäbchen produziert.

Oberhalb der Fischverarbeitung stehen die riesigen Holzgestelle, an denen bis vor wenigen Tagen der Klippfisch trocknete. Nur noch ein paar Tiere hängen hier in der polaren Luft unter einem Netz, einem Vogel scheint im Netz die Gier auf diese Beute zum Verhängnis geworden zu sein.

Endstation Sehnsucht oder Sehnsuchtsziel hier in Forsøl auf Kvaløya

So besonders Forsøl auf Kvaløya erscheint, also jenseits von schön jenseits von malerisch und romantisch, so ist er doch für die Menschen, die hier leben, ein Zuhause, was sie kaum eintauschen möchten. Das zeigen auch die zahlreichen Neubauten, die man kaum in dieser Umgebung vermuten würde. Etwa 215 Menschen leben in Forsøl, und augenscheinlich werden es zur Zeit wieder mehr.  Uns ist es schon im Sommer fast zu kalt, zu windig, zu unstetig.

Im Herbst ziehen die ersten Orkane über Forsøl und Kvaløya, im Winter zwei Monate totale Dunkelheit. Un das sollte uns bei einem Besuch in solchen Orten wie Forsøl auf Kvaløya immer begleiten: Die Herausforderung, welche die Menschen hier jeden Tag zu meistern wissen und dadurch so besonders sind wie Forsøl auf Kvaløya.

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