Nolde-Museum Seebüll – entlang der Grenzroute Deutschland-Dänemark

Emil Nolde gehört zu den umstrittendsten zeitgenössischen Künstlern der Gegenwart. Umstritten ist dabei eher weniger seine Kunst als seine Ideologie. Die aber nutzte ihm wenig in einer Zeit, in der er sie dachte einsetzen zu können. Einen spannenden Querschnitt seines Schaffens bietet das Nolde-Museum Seebüll nahe der dänischen Grenze. Zuvor sollte man alles vergessen, was man glaubte über Nolde zu wissen. 

Im Nolde Museum werden regelmäßig etwa 140 Werke von Emil Nolde gezeigt. Diese setzen sich zusammen aus Grafiken, Aquarelle, Gemälden, Kunsthandwerk und den „ungemalten Bildern“. Dabei beinhaltet die Ausstellung des Nolde Museum Seebüll regelmäßig spannende Wechselausstellungen.

Doch diese Ausstellungen alleine sind nur ein Teil der Lebensbiographie von Emil Nolde, die sich hier entdecken lässt. Denn zum Gesamteindruck zählen die Architektur seines Wohnhauses, in dessen Räumen das Museum eingezogen ist. Ebenso die landschaftliche und kulturelle Umgebung des Grenzlandes und des nördlichen Nordfriesland und nicht zuletzt der viel beachtete Nolde-Garten.

Emil Nolde hat sein Wohn- und Atelierhaus selbst entworfen und im Jahr 1927 errichten lassen. Zuvor lebte er vorübergehend auf dem östlich angrenzenden Friesenhof. Dabei lehnte er sich an die junge Bauhaus-Architektur der 1920er Jahre an. Bewusst nahm er den starken Kontrast seiner gewählten Architektur zur traditionell geprägten Umgebung in Kauf. Seinen Neubau errichtete er auf einer Warft, um den umgebenen Höfen auf Augenhöhe zu begegnen.

Im Erdgeschoss seines Wohn- und Atelierhauses kann man zum Teil seine original möbilierten Räume bewundern. Neben seinen Wohnräumen befindet sich auch das Atelier im Erdgeschoss. Hier gibt es seine berühmtesten religiösen Bilder zu entdecken. Ebenso spannend ist der für seine Zeit sehr moderne Bildersaal mit den schmalen hohen Fenstern. Dieser wurde im übrigen erst im Jahr 1937 auf das vorhandene Gebäude aufgesetzt. 

Ebenso schön anzusehen ist der selbst gestaltete Nolde-Garten, der das Gebäude umgibt. Aber das Nolde Museum und die Nolde Stiftung Seebüll sind weit mehr als eine Ausstellung. Zahlreiche Seminare, Veranstaltungen und Kind-gerechte Angebote machen eine Auseinandersetzung durch alle Generationen spannend. Ein modernes Café rundet den Ausflug ins Nolde-Museum Seebüll ab. Die Kinder freuen sich auf einen einzigartig gestalteten Spielplatz, der die Elemente der Malerei zum Ausdruck bringt.

 

Kontakt:Nolde Stiftung Seebüll

Öffnungszeiten:
März bis November
Mo – So: 10.00 Uhr – 18.00 Uhr

Telefon: +49 (0)4664-98 39 30
Fax:+49 (0)4664-98 39 329
E-Mail: info@nolde-stiftung.de
Webseite: http://www.nolde-stiftung.de

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