Weites.Land besucht immer wieder das KZ in Dänemark nahe der Grenze Dänemark-Deutschland. Das Fröslevlager, im dänischen „Frøslevlejren“ liegt vor den Toren von Padborg am Ortsrand von Fröslev.

Die vielleicht universellste Brennweite: 50mm Standardobjektiv (Kleinbild/ Vollformat)

Portrait des Förslevlejren in Fröslev bei Padborg

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Sehen, was man normal auch sieht

was ist schon normal?

Seit vielen Jahren gehört das Leica M Summilux 1.4 50 asph. zu meinen Favoriten. Dabei liegt mir nicht einmal die hohe Lichtstärke am Herzen. Als besonders vielseitig empfinde ich die 50mm Brennweite als Normalbrennweite. Denn in meinen Augen ist die Normalbrennweite 50mm ideal für das wahrscheinlich vielseitigste Objektiv. Ganz gleich, von welchem Hersteller.

Mit der Normalbrennweite 50mm, genauer gesagt mit dem Leica M Summilux 1.4 50 asph. haben wir aktuell wieder das dänische KZ Fröslvelejren bei Padborg portraitiert.

Wir sehen auch nur Ausschnitte

unser normales Sehverhalten

Irgendwie versuchen wir beim Fotografieren ständig so viel wie möglich auf das Bild zu bekommen. Weitwinkelfotografie führt teilweise extreme Züge. Immer wieder schaue ich mir Bilder an und lasse sie auf mich wirken. Bleiben meine Augen am Bild haften oder haste ich schon zum nächsten Motiv? Komme ich innerhalb des Bildes zur Ruhe? Werden meine Augen und meine Sinne geführt?

In der Regel sehen wir selbst  auch nur einen kleinen Teil unserer Umgebung und konzentrieren wir oft nur auf ein Detail.

 

Kein Tele- und auch kein Weitwinkelobjektiv

Die 50mm Brennweite: Zwischen den Stühlen

Die 50mm Brennweite ist bei den einen verpönt und bei den anderen geliebt. Bei den überwiegenden Fotografierenden wahrscheinlich einfach akzeptiert.

Bietet die 50mm Brennweite (Normalbrennweite) doch genau die Brücke zwischen dem Weitwinkel und der Familie der Teleobjektive.  

 

Fröslev Fröslevlejren, Leica SL 601, Leica M Summilux 1.4 50asph. | © mare.photo
Fröslev Fröslevlejren, Leica SL 601, Leica M Summilux 1.4 50asph. | © mare.photo

Eine für alles

Die 50mm Brennweite kann vieles richtig, aber nichts falsch

Zugegeben, die 50mm Brennweite als Normalbrennweite schafft es nicht, eine Kirche aus der Nähe abzubilden. Und sie schafft auch keine beeindruckende Tiefenwirkung bei einem Portrait wie ein Teleobjektiv.

Aber sie fordert auf, einen Ausschnitt zu finden und mit diesem Ausschnitt eine Geschichte zu erzählen. Denn auch innerhalb der Normalbrennweite, der 50mm Brennweite, habe ich noch eine Menge Gestaltungsspielraum, den ich in der Form nicht bei einem Weitwinkelobjektiv oder Teleobjektiv habe. 

Aus dem Geschehen

Der Fokus aufs Detail.

Die Normalbrennweite bzw. das Normalobjektiv zwingt in gestalterischem Sinne zur Ausschnittssuche. Klar kann man heute zutage auch mit einem Weitwinkelobjektiv aufnehmen und dann eine Ausschnittsvergrößerung vornehmen. Das ist etwas, was ich zu 99,5 Prozent ablehne. Bei mare.photo werden Bilder gemacht, die anschließend genauso wieder gegeben werden.

Bei vielleicht 5 von 1000 Bildern wird ein Ausschnitt gesucht, wenn ich zum Fotografieren einfach nicht dichter an das Motiv heran komme.

Aber eine Festbrennweite wie das 50mm Objektiv kann wirklich hilfreich sein, seinen Ausschnitt zu suchen und festzulegen. Die Bildwirkung wird dabei eine wesentlich ruhigere und konzentriertere sein, ähnlich unserem natürlichen Sehverhalten.

Denn wenn wir Dinge uns anschauen, machen wir nichts anderes als uns ein Detail zu suchen und uns darauf zu konzentrieren. Natürlich ist rechts und links und oben und unten noch etwas im Blickfeld- aber wir sehen es nicht. Und wenn doch, bewegen wir unsere Augen oder unseren Kopf.  Also suchen wir uns mit der Normalbrennweite, dem Normalobjektiv, doch den Punkt heraus, der uns wirklich interessiert. Weniger Informationen auf einem Bild werden letztendlich besser wahrgenommen und länger betrachtet als ein dynamisch mit Informationen überfülltes Bild einer Weitwinkel-Aufnahme.

Fröslev Fröslevlejren, Leica SL 601, Leica M Summilux 1.4 50asph. | © mare.photo

„Die Normalbrennweite bzw. das 50mm Objektiv gehört zu den beliebtesten Brennweiten der Kleinbildfotografie."

Fröslev Fröslevlejren, Leica SL 601, Leica M Summilux 1.4 50 asph. | © mare.photo

Details sind spannender als das Große Ganze

Mit der Normalbrennweite entdecken wir das ehemalige KZ in Dänemark, Fröslevlejren bei Padborg

Immer wieder fahren wir unweit der dänischen Grenze gelegen zum Fröslevlejren bei Padborg. wir leben nicht weit weg der dänisch-deutschen Grenze. So ist das Fröslevlejren einer uns immer wieder berührenden Orte geworden.

Wir können nun uns in die Mitte des Fröslevlejren stellen und einmal rund herum schauen und entsprechend auch rund herum fotografiere. Damit können wir das gesamte Fröslevlejren in wenigen Bildern komplett abbilden. 

Oder wir suchen uns Details, die wir für das Fröslevlejren prägnant halten. Und fotografieren genau diese. Genau da hilft uns die Normalbrennweite, oder das Normalobjektiv. 

Das Schicksal des Einzelnen erzählt mehr als ein statistischer Überblick

Man kann Bilder fühlen. Oder nur sehen.

Recht oft habe ich im Fröslevlejren das Leica M Summilux 1.4 50 asph. Zugegeben, es braucht diese hohe Lichtstärke nicht. Ab Blende 2 käme ich hervorragend zurecht. Denn oft muss ich entsprechend abblenden, um mein Bild zu gestalten. Und da hilft mir der Hype um die heute in der digitalen Fotografie eigentlich überflüssigen Lichtstärken im Extrembereich wenig.

Aber ich habe generell eben die Möglichkeit, bei einer Normalbrennweite, mit einem Normalobjektiv, den Schärfepunkt zu steuern und damit innerhalb des Bildes den Fokus auf ein weiteres Detail zu legen.

Jedes Detail eine Geschichte

Wie ein KZ funktioniert

Im Bild mit den Telegraphen-Masten geht es um die Kommunikation mit der Befehlsstelle, im anderen steht die Lampe für die ständige Kontrolle.

Oder das Eingangstor, welches nur in eine Richtung zeigt. Der Stacheldrahlt, der durch den unscharfen Hintergrund die Wahrnehmung und Teilnahme nach außen begrenzt.

Oder die Baracke, deren Hinweisschild im Vordergrund scharf abgebildet ist und damit verdeutlicht, dass jedes Gebäude seine eigene Funktion hat bzw. hatte. Neugierig machend, was wohl im nächsten Gebäude vor sich ging.

Der Gedenkstein, der entrückt erinnert, was dort in vergangener Zeit passiert ist oder die Gedenktafel mit den vielen Namen, in der man nach dem einen Schicksal sucht und in der Menge doch Mühe hat, es zu finden.

Im Titelbild habe ich den Fokuspunkt umgedreht. Das vorne liegende Gesicht ist nicht erkennbar. Dafür aber der Ort dieser Menschen. von denen man wissen möchte, wer sie waren. Ganz gleich, ob Täter oder Opfer.

Auf die Suche nach dem Motiv

und damit auf die Suche nach der Geschichte

Ganz gleich, mit welchem Objektiv man fotografiert, man sollte dem Ort, den man fotografiert, mit Respekt begegnen. Damit einher geht, dass man sich für den Ort interessiert. In diesem Fall auch für dessen Geschichte. 

Wir sollten den Sucher auch als Sucher nutzen und nicht unser Hauptaugenmerk auf den Auslöser legen. 

Und dieser Vorgang hilft bei der Verwendung der Normalbrennweite, dem Normalobjektiv. Weil der Blickwinkel einfach eingeschränkt ist. Und so werden wir motiviert, zu überlegen, was mit auf dieses Bild soll und welche Informationen für uns keine Priorität haben

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