Kåfjordbrua (Kåfjordbrücke) bei Alta auf der E6

Die Geschichte der Kåfjordbrua (Kåfjordbrücke) bei Alta

Norwegen ist ein Eldorado der Brücken-Architektur. Zahlreiche Brücken in Norwegen führen über die Ausläufer der Fjorde. So auch die Brücke der E6 über den Kåfjord bei Alta, die Kåfjordbrua.  Sie befindet sich an der Stelle, an der sich einst eine der größten Kupferminen in Norwegen befand. Und so begegnen wir zugleich zwei Geschichten aus unterschiedlichen Epochen.

Wir sind unterwegs auf Europastraße E6 weiter nach Norden. Unser nächstes Ziel ist die Nordlicht-Stadt Alta. Einen langen Weg sind wir an der Küste entlang gefahren und haben dort auf einem kleinen Rastplatz übernachtet. 

Bald erreichen wir Kåfjord am gleichnamigen Fjord. Hier lag in den Jahren 1826 bis 1909 eine der bedeutendsten Kupferminen in Norwegen. Zu jener Zeit lebten annähernd 1000 Menschen in Kåfjord, etwa 18 Kilometer westlich von  Alta gelegen, heute sind rund 300 Menschen hier zuhause. An die Kupfermine und ihre Geschichte erinnert ein 1200 Meter langer Lehrpfad und der bietet eine herrliche Aussicht auf die Kåfjordbrua (Kåfjord-Brücke), welche die Europastraße E6 an dieser Stelle über den Fjord direkt in einen Berg führt.

Bei der Kåfjordbrua bei Alta handelt es sich um eine Schrägseilbrücke bzw. Schrägstrebenbrücke.

Bei einer Schrägseilbrücke handelt es sich um eine Art moderne Hängebrücke, wie man sie mittlerweile recht oft in Norwegen vorfindet. Die Kåfjordbrua bei Alta ist eine recht junge Brücke, iim Jahr 2013 wurde sie fertiggestellt und dem Verkehr übergeben.

Die Kåfjordbrua ist Teil eines gigantischen Infrastruktur-Projekts, welches die Modernisierung der E6 und den Neubau zahlreicher Brücken in Norwegen bedeutet.

Die technischen Details

Von weitem ist der 72 Meter hohe Pylon sichtbar, von dem aus 64 Schrägseile die Fahrbahn neun Meter über den Kåfjord tragen. Mit den beiden Fahrspuren kommt die Kåfjordbrua (Kåfjordbrücke) auf eine Breite von 9,50 Metern.

Die längste freie Spannweite liegt mit 149,50 Metern auf der Ostseite der Kåfjordbrua. Auf der westlichen Seite beträgt sie 30 Meter. Das Fundament, was als Ballastbox die Schrägstreben der Kåfjordbrua aufnehmen, ist stolze 32 Meter lang. Die gesamte Brückenanlage kommt auf eine Länge von 169,50 Meter.

Allein die Ballastbox der Kåfjordbrua (Kåfjordbrücke) hat es in sich. Alleine 48 Stahlrammpfähle wurden 46 Meter tief in den Boden gerammt. Darauf liegt eine vier Meter dicke Betonplatte.

Insgesamt wurden 1.600 Tonnen Bewehrungsstahl, 150 Tonnen Baustahl und 7.840 m³ Beton verarbeitet.

Am 13. Dezember 2013 konnte sie zusammen mit dem 9,3 Kilometer langen neuen Teilstück inkl. drei weitere kurzen Brücken und drei Tunnel der Europastraße E6 dem Verkehr übergeben werden. Gekostet hat das ganze etwa 64 Millionen EUR.

Die Bauphase

Die Kåfjordbrua (Kåfjordbrücke) bei Alta liegt in einer technisch sehr anspruchsvollen Umgebung. Als wir hier sind, haben wir den Polarkreis bereits vor über 1000 Kilometer in nördliche Richtung verlassen. Luftlinie ist das ungefähr 500 Kilometer. Der polare Teil von Norwegen ist bekannt für seine starken Stürme, die durchaus Geschwindigkeiten jenseits der 200km/h aufbringen können. Die Temperaturen können im Winter auf unter minus 20 Grad Celsius fallen.

Der Bau der Kåfjordbrua (Kåfjordbrücke) begann im Frühjahr 2011. Im Sommer ist es hier bei etwa 10 Grad Tagestemperatur vielleicht noch ganz angenehm. Auch bietet die Mitternachtssonne viele Wochen bis zu 24 Stunden Tageslicht. Aber dann kommt der Herbst und der Winter mit Sturm, Regen, Schnee und schneidender Kälte. Die totale Finsternis bietet vielleicht ein paar wenige Stunden am Tag wenigstens ein wenig Dämmerung, ansonsten kann ein Bauwerk wie die Kåfjordbrua (Kåfjordbrücke) nur bei Flutlicht gebaut werden.

Fällt das Thermometer unter minus 15 Grad Celsius, kann man nicht mehr betonieren. Dabei sind Temperaturen bis minus 30 Grad keine Seltenheit. 

Und so verwundert es uns nicht, wenn wir in den Sommermonaten selbst noch am Abend um 23.00 Uhr Arbeiter auf ihren Baustellen antreffen.

Wer hat es gemacht?

Norwegen hat aufgrund seiner Größe und im Verhältnis dazu geringen Bevölkerungsdichte gar nicht die Kapazitäten, solche Bauwerke wie die Kåfjordbrua (Kåfjordbrücke) bei Alta zu errichten. Aber es hat das Geld dazu. Und so sucht es für seine Bauvorhaben international renommierte Architekten und Ingenieure und leistungsstarke Baufirmen.

Im Fall der Kåfjordbrua (Kåfjordbücke) hat die dänische Straßenverwaltung das Projekt konzipiert. Ausgeführt hat es der zweitgrößte Baukonzern aus Österreich, die Fa. Alpin. Als Spezialist für die Schalung kam eine weitere Firma aus Österreich zum Zuge, die Firma Doka.

Der Abschnitt

Das neue Teilstück befindet sich zwischen Hjemmeluft und Møllnes. Die Europastraße E6 verlief zuvor zwischen Kåfjord und Kvenvik.

 

 

 

 

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