Der Grenzübergang Sofiedal – Fehle: Grenzübergänge Dänemark – Deutschland

Grenzübergang Sofiedal - Fehle, Grenzübergänge Dänemark - Deutschland, Kodak Tri X, Leica M Elmarit 2.8 28 asph.
Grenzübergang Sofiedal - Fehle, Grenzübergänge Dänemark - Deutschland, Kodak Tri X, Leica M Elmarit 2.8 28 asph. | © mare.photo

Wir reisen entlang der dänisch – deutschen Grenze und beschreiben hier den kleinen Grenzübergang Sofiedal – Fehle.

Der Grenzübergang Sofiedal – Fehle: Grenzübergänge Dänemark

Der  Grenzübergang Sofiedal – Fehle einer der kleinen Grenzübergänge Dänemark – Deutschland.Westlich von Ellund und nördlich von Medelby und der deutschen Grenzstraße gelegen wird der Grenzübergang Sofiedal – Fehle vornehmlich von den Landwirten und Bewohnern der Umgebung genutzt. Die Serie über die Grenzübergänge Dänemark fotografieren wir analog mit dem klassischen Reportagefilm Kodak Tri X und dem Objektiv Leica Elmarit M 2.8 28 asph.

Biegt man auf Höhe von Medelby auf der Grenzstraße nördlich ab, führt die schmale Allee mit ihren von Wind geformten Bäumen geradezu über Felder und Weiden zum Grenzübergang Sofiedal – Fehle. Zahlreiche Windräder prägen hier auf deutschen Gebiet die Landschaft.

Am Ende der kleinen Straße, hauptsächlich landwirtschaftlich genutzt, gabelt sie sich am Grenzübergang Sofiedal – Fehle, in westliche Richtung geht es nach Tondern, in östliche Richtung nach Fröslev und Padborg. Das alte Grenzhaus auf dänischer Seite ist heute so etwas wie ein kleines Bürgerhaus. Direkt unterhalb der dänisch-deutschen Grenze liegt ein deutscher Bauernhof, dessen Bewohner sicherlich viel zu erzählen haben.

Geschichten um das Gebiet am Grenzübergang Sofiedal – Fehle

Ursprünglich prägten weite Heide- und Moorflächen die Landschaft. Das Gebiet war unzugänglich, an Landwirtschaft oder Bebauung gar nicht zu denken. Doch König Friedrich V. von Dänemark wollte diese Region besiedeln und bewirtschaften. Er lockte mit einem Programm zwischen 1761 und 1765 Menschen aus Württemberg, der Pfalz und Hessen, sich hier in dieser unwirtlichen Gegend anzusiedeln und aus den Sand- und Sumpfgebieten fruchtbare Felder zu machen. Zur Belohnung versprach er ihnen ein Stück Land, ein Haus und zusätzliche Unterstützung des dänischen Königreiches.

Zu der Zeit gab es ja weder Internet, noch Auto oder Eisenbahn. Auch an Straßen im heutigen Sinne dachte noch niemand.  Solch eine Auswanderung nach Dänemark war schon ein Aufbruch ins Ungewisse und so brachen die Aussiedler, angelockt durch die Versprechungen des Königs, in langen Trecks mit Pferd und Wagen in den Norden auf. Bis zu sieben Wochen dauerte solch eine anstrengende und durchaus gefährliche Tour, bis die neuen Siedler und zukünftigen Kolonisten das Elend sahen, was ihren Traum vom Aufbruch in eine neue Zukunft umgehend zum Platzen brachte.

Sie standen nun hier, an der heutigen dänischen Grenze und fanden nur unfruchtbares und unerschlossenes Land vor. In absehbarer Zeit würde das hier keinen Ertrag bringen. So kehrten sie enttäuscht wieder um oder zogen weiter nach Osten, bis nach Russland. 

Der dänische König wollte sie zum Bleiben motivieren und erweiterte sein Angebot, in dem er ihnen   40 Hektar Land, Egge und Flug, Saatgut, Arbeitstiere, Möbel für das Haus, medizinische Versorgung, Feuerholz, eine zwanzigjährige Steuerbefreiung und die Freistellung vom Wehrdienst versprach.

Das berzeugte viele, zu bleiben. Sie bauten sie ihre Höfe und machten das Land urbar. Sofiedal ist eine solcher Kolonien, die dadurch urbar gemacht werden konnten.

Im Jahr 1920 wurde auch hier, in der Kolonie Sofiedal,  die Grenze neu gezogen. Eigentlich sollte diese noch weiter südlich verlaufen, doch dort wollten die Hofbesitzer unbedingt deutsch bleiben und so einigte man sich, die Grenze nördlich ihrer Höfe zu ziehen.

Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 wurde die Grenze geschlossen. Diese Schließung der kompletten Grenzlinie sollte bis 1947 andauern. Für den alten Krog auf Fehle blieben damit die Gäste aus, die zu einen Großteil aus Dänemark kamen. Der Krog  musste schließen.

Die Schließung des Grenzübergang Sofiedal – Fehle bedeutete aber auch eine Trennung von Familien, die sich beispielsweise regelmäßig im Krog zuvor trafen. So traf man sich jetzt zu einen Punsch am Grenzzaun oder dem Schlagbaum.

Auch gab es hier am Grenzübergang Sofiedal – Fehle Kaufmann auf der Seite von Fehle. Dessen Geschäft litt ebenfalls unter der Grenzschließung.  Er hoffte auf Ende des Krieges und damit verbunden wieder mit einem Aufwärtstrend. Doch nach dem Krieg wurde von dänischer Seite der Warenverkehr an diesem Übergang untersagt.

Doch die dänischen Anwohner versuchten trotzdem, das ein oder andere mit rüber zu nehmen, mitunter waren ihre Jacken schon so ausgefüllt, dass es nicht mehr zu verheimlichen war. Doch die Grenzschützer, oft selbst aus der Umgebung, drückten immer wieder mal ein Auge zu und meinten grinsend: „Da kommt schon wieder der Kaufmann“.

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