Bramstedtlund in Nordfriesland – Gemeinden entlang der deutsch-dänischen Grenze

Bramstedtlund ist eine der nördlichsten Gemeinden in Schleswig-Holstein und liegt direkt an der Grenze Deutschland – Dänemark. Auf dem Gebiet der Gemeinde Bramstedtlund befindet sich der kleine Grenzübergang Pebersmark – Neupepersmark. Er verbindet Bramstedtlund mit der dänischen Gemeinde Rens / Renz. In dessem Umland erlebte der berühmte und umstrittene Maler Emil Nolde seine Kindheit. Bramstedtlund ist die nordöstlichste Gemeinde in Nordfriesland.

Wo liegt denn eigentlich Bramstedtlund?

Bramstedtlund liegt etwa auf der Mitte der Grenze Deutschland – Dänemark. Nach Flensburg sind es 24 Kilometer, nach Süderlügum etwa 15 Kilometer. Bis zum Amtssitz nach Niebüll benötigt man 21 Kilometer. Der nächste Bahnhof liegt in Niebüll bzw. Flensburg.

Was macht denn Bramstedtlund aus?

Es sollte die Einzigartigkeit dieser Region und dieses Ortes unterstreichen und so gab es die Überlegung, wie eine Verwechslung zum weit im Süden gelegenen Bad Bramstedt verhindert werden könnte.

Kurzum, die Gemeinde sollte Bramstedtlund heißen, diesen Namen gibt es also kein zweites Mal – weder als Name noch als vergleichbaren Ort. Torf und daraus gewonnene Torfkohle, das waren früher die Arbeitsfelder der Menschen und darüber gibt es eine spannende Chronik.

Etwa 200 Menschen leben in diesem beschaulichen Ort, der zugleich auch der nördlichste Standort der Bundeswehr ist. Doch die Abzugspläne sind beschlossene Sache, dann werden weniger als 15 Soldaten im Aufklärungs- und Fernmeldewesen verbleiben.

Branstedtlund liegt nur 24 Kilometer westlich von Flensburg, gleich an der dänischen Grenze. Wie die Nachbarorte spielt auch hier die Landwirtschaft eine bedeutende Rolle.

Bramstedtlund: Gegenwart und Zukunft

Die Überschrift könnte auch lauten: Branstedtlund und der letzte Kaugummiautomat. Hätte ich noch Groschen, ich wäre versucht zu testen, ob es noch irgendeinen Inhalt von vir etwa 40 Jahren gäbe. Irgendjemand hat einen der letzten dieser Automaten Deutschlands hier in Bramstedtlund mit gelbgoldener Farbe dem darüber hängenden Briefkasten angepasst. Ob die Bramstedtlunder wissen, über welch kleines Schätzchen sie hier verfügen?

Das ist es ja oft, dass man selbst nicht weiss, was für kleine Juwelen man vor der Nase hat. Auch der kleine Laden, an dessen Mauern Briefkkasten und Automat hängen, ist verwaist. 

Gleiches gilt wohl für gegenüber liegendes Gebäude, welches in Dornröschenschlaf verfallen ist und wartet, zu gewuchert zu werden. Nur Dornröschen war eine Hübsche  und so wird genanntes Gebäude maximal vom Bagger wachgeküsst. Das wird dann auch ein Weckruf wie eine Befreiung sein, aber weniger romantisch.

Aber Bramstedtlund ist das, was es ist: ein landwirtschaftlich geprägtes Dorf mit einer guten Wohnqualität, dessen Anbindung an den Nahverkehr einfach gut sein muss.

Und so leben hier Menschen im Grünen, ungestört für sich, die ihr Leben in einer gewissen Abgeschiedenheit genießen und trotzdem in einer halben Stunde die nächste Stadt erreichen können. Die vielen Bäume, sie sprechen diesbezüglich für sich und man darf für Branstedtlund hoffen, dass sie den Klimawandel überstehen oder die Gemeinde Bramstedtlund rechtzeitig mit anderen Baumarten die kommenden Lücken schließt. 

Was sollte man in und um Bramstedtlund unbedingt entdecken?

Im Bramstedtlund gibt es nichts zu entdecken, hier darf man einfach sein. Hier darf man nicht nur wohnen, hier darf man leben. Fragt man das Internet, dann kommen dutzende Seiten, die Angebote von Ferienwohnungen vorgaukeln. Das ist augenscheinlich völliger Quatsch. Bramstedtlund hat keine Ferienwohnung. Das ist aber auch kein Makel.

Wer im Bramstedtlund lebt, darf sich über seinen Standort glücklich schätzen. Von hier aus geht es in einer halben Stunde ins dänische Tondern oder zur Emil Nolde Stiftung nach Seebüll.

Immer wieder spannend sind vor allem die kleinen Grenzübergänge zu Dänemark mit ihren ganz eigenen Geschichten. Überhaupt ist das Leben im Grenzland weltweit ziemlich einzigartig. Denn beidseits der Grenzen hat sich eine ganz eigene grenzüberschreitende Kultur entwickelt.

Zum Einkaufen fährt man nach Leck, Süderlügum, Flensburg oder ins dänische Tondern.

Das Radwegenetz im Grenzland lässt noch sehr viele Wünsche offen, eigentlich wäre es ideal für Radausflüge.  Aber aktuell muss man sich eben die schmalen Landstraßen mit schweren Traktoren und teils rasenden PKW und Transportern teilen. Gerade die Grenzstraße wird von manchen Verkehrsteilnehmern als rechtsfreier Raum genutzt.

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