Filmvorstellung Kodak Tri X flensburg

Statt Ansichtskarten: Ilford HP5 Plus 400

Portrait der Stadt Flensburg mit dem Ilford HP5 Plus 400

Regionen Provinzen Städte Kommunen Leuchttürme Landschaftsrouten 

Schuhe Norderstraße, Ilford HP5 Plus 400, Leica M Elmarit 2.8 28 asph.

Flensburg Sightseeing

unterwegs mit dem Filmklassiker Ilford HP5 Plus 400

Der Ilford HP5 Plus 400 war schon lange fällig, bei uns eingesetzt zu werden. Vor vielen Jahren oft verwendet ist er gerade unserer Vorliebe für den vergleichbaren Kodak Tri X gewichen. Aber vergleichen wollen wir den Ilford HP5 Plus 400 nicht, sondern vorstellen. Denn Vergleiche sind überflüssig wie ein Kropf. Vergleiche diskriminieren nur das Andere. Wir aber lieben Vielfalt statt Gleichheit.

Museumshafen Flensburg, Leica M Elmarit 2.8 28 asph., Ilford HP5 Plus 400

Flensburg und seine Punkte

In zwei Stunden die schönsten Flensburger Punkte entdecken

Wir lieben leichtes Gepäck. Unser Equipment ist überschaubar. Heute schrauben wir das Leica M Elmarit 2.8 28 asph. vor unsere M7 und setzen ihr einen Orangefilter vor und legen den Ilford HP5 Plus 400 ein. Denn wir wollen Flensburg an neuralgischen Punkten in alten Ansichten abbilden. Was bietet sich dazu mehr an als solch ein Klassiker? Und so starten wir, wie wir es immer gerne tun, am Museumshafen in Flensburg.

Großer Belichtungsspielraum

wofür das in einem Stadtportrait gut sein kann

Im Gegensatz zu den modernen Filmen mit ihren Flachkristallen haben Filme wie der Ilford HP5 Plus 400 und der Kodak Tri X kubische Kristalle. Sie verfügen über einen großen Belichtungsspielraum.

Man kann also ungenau belichten und erhält trotzdem sehr gute Ergebnisse. Die modernen Filme wie Kodak Tmax  oder Ilford Delta benötigen schon eine sehr genauer Belichtung.

Das heißt also, helle Flächen werden bei der Belichtung nicht aus weiße Flächen ausgefressen und dunkle Flächen werden nicht in schwarz ersaufen. Sowohl in den Weißtönen wie auch in den Schwarztönen bleibt eine gute Durchzeichnung. Das ist bei Schiffen mit schwarzem Rumpf und weißem Aufbau genauso wichtig wie bei einem Hochzeitspaar mit schwarzem Anzug und weißem Kleid.

Flensburg historischer Hafen, Leica M Elmarit 2.8 28 asph., Ilford HP5 Plus 400
Hansens Brauerei Flensburg, Ilford HP5 Plus 400, Leica M Elmarit 2.8 28 asph.

Die ganze Palette an Grautönen

Auf Augenhöhe. Respektvoll. Frei

Durch die Kornstruktur zeigt der Ilford HP 5 400 selbst bei starken Kontrasten eine erhebliche Bandbreite von Grautönen. Und damit ein wesentlich robusteres Verhalten als bei den feineren und modernen Emulsionen.  Dabei zeigt der HP5 Plus ein sichtbares aber sehr harmonisches Korn, welches den Bildeindruck charakterlich unterstreicht.  Idealer Weise wird der Ilford HP5 Plus 400 auf die mittleren Grauwerte belichtet, dann hat man im gesamten vorhandenen Belichtungsbereich die meisten Reserven.

Keine Angst vor dunklen Schatten

dunkle Schluchten, helle Schatten.

Häuserschluchten, zu denen auch Fußgängerzonen gehören, sind bei Sonne kaum zu fotografieren. Meinst liegt eine Hälfte in dunklem Schatten. Viele Farbbilder sehen in solchen Situationen einfach nicht schön aus. Warum also nicht auch mal eine Stadt monochrom fotografieren?

Der Ilford HP5 Plus 400 gläänzt in solchen Situationen durch seinen weiten Belichtungsspielraum. Wenn man ihn grob überbelichtet, zeichnet er immer noch Konturen im Hellen, wenn man ihngrob unterbelichtet, sind immer noch Strukturen in den dunklen Bereichen erkennbar.  Da spielt es bei einem Kodak Tri X oder einem Ilford HP5 Plus 400 kaum eine Rolle, ob man nun wie in der analogen Fotografie empfohlen, auf die Schatten belichtet. Diese klassischen Filme bringen Hell und dunkel wunderbar ins Gleichgewicht.

Grosse Strasse Flensburg, Leica M Elmarit 2.8 28 asph., Ilford HP5 Plus 400

„Wenn der Kodak Tri X gerade mal nicht verfügbar ist, nehme ich eben den Ilford HP5 Plus. Oder umgekehrt."

Rathaus Flensburg, Ilford HP5 Plus 400, Leica M Elmarit 2.8 28 asph.

Der klassische Reportagestil

Einst gehörte der Ilford HP 5 Plus zum Standard der Pressefotografie

Zu analogen Zeiten gab es keine Schreibtisch eines Reporters, in der nicht duzende Ilford HP oder Kodak Tri X- Filme lagen.

Bei Ilford begann die Serie mit dem Ilford HP und wurde je nach Entwicklungsschritt fort nummeriert. Bis man irgendwann bei der Bezeichnung HP 5 landete und ihr noch das Plus versetzte. Die Marktreife für die Ilford HP Familie begann bereits im Jahr 1939. Ab 1954 verfügt der HP Film über eine Empfindlichkeit von ISO 400, dem analogen Standard der Presse- und Reportage-Fotografie. Der Ilford HP5 Plus kam 1989 uf den Markt. der Kodak Tri X wurde zwar genauso weiterentwickelt, dort verzichtete man aber an der Anpassung des Namens entsprechend der Entwicklungsschritte.

Mit Einzug der digitalen Fotografie fielen Kodak Tri X und Ilford HP5 Plus mitsamt der analogen Fotografie weg. Doch seitdem haben ihn vor allem Fotografinnen und Fotografen im künstlerischen Segment für sich entdeckt. Sie wissen, die Stärken des Ilford HP5 Plus in Kombination mit entsprechender Belichtung und Entwicklung für ihre Ergebisse zu nutzen.

Fazit?

Ein Film für alle Fälle. Fast.

Nun schauen wir lieber durch den Sucher der Kamera und später auf einen schönen Abzug anstatt ausschnittsvergrößert auf einen riesigen Bildschirm. Und da gibt es bei uns keine Pixel- oder Korn- Analyse. Bei uns zählt das Bild als Gesamtwerk, mit seiner Anmutung und technischen Ausstrahlung. Und da sind wir, wie erwartet, nicht enttäuscht. Ein Vergleich mit dem Kodak Tri X, der im gleichen Atemzug genannt wird, macht schlicht keinen Sinn.

Zwar gibt es kleine Unterschiede in der Umsetzung von Grün- und Rottönen, die sind aber so gering, dass man nicht unterscheiden kann, ob das Bild nun von einem Kodak Tri X oder einem Ilford HP5 Plus 400 stammt.

Und so wird bei eingefleischten Kodak Tri X Fans der Ilford HP5 mal genommen, weil der Wunschfilm gerade nicht verfügbar ist, oder umgekehrt.

Und was ist bei uns der Grund, meistens den Kodak Tri X zu bevorzugen? Die Verpackung gefällt uns aktuell irgendwie besser.

So banal kann es in der Fotografie sein. Oder so einfach.

Flensburg Industriehafen, Ilford HP5 Plus 400, Leica M Elmarit 2.8 28 asph.

Möchtest Du Dich weiter über die Region um Flensburg informieren oder einen Urlaub in dieser Region buchen, klicke hier…

5 Comments

  • es ist sicher reizvoll, nur mit einer Brennweite 28mm zu fotografieren. Wenn dann aber häufig Kirchturm oder Giebel an- oder abgeschnitten werden, tut das dem Bildergebnis nicht gut. Dann lieber auf das Bild verzichten oder eine kürzere Brennweite nehmen, oder weiter zurück oder stürzende Linien in Kauf nehmen.
    Hier und besonders bei der Serie von der Schlei ist mir der Himmel viel zu fade grau in grau. Ich benutze meistens einen Rotfilter oder sehr oft dann gleich Infrarot, um dem Himmel richtig Drama zu geben.
    Wolken habe ich bei Ansel Adams kennen und lieben gelernt.
    VG Dierk

Leave a Comment