Beton für die Sinne

Gorgnetak Norge, Varangerfjord, Beton, Kodak Ektar, Leica Elmarit 2.8 28 asph. | © mare.photo
Gorgnetak Norge, Varangerfjord, Beton, Kodak Ektar, Leica Elmarit 2.8 28 asph. | © mare.photo

Auf unserer mehrmonatigen Tour durch Norwegen begegnen uns in den einsamsten Gegenden die innovativsten Rastplätze. Die kommen alles andere daher als man sich die Architektur in Norwegen touristisch romantisch verklärt vorstellt. Im äußersten Norden von Norwegen stossen wir bei einem Halt an der Raststätte Gorgnetak auf Beton, auf Sichtbeton.

Kodak Ektar und der Beton: Rastplatz  Gorgnetak (Gornitak) am Varangerfjord – das geht ins Auge

Wir sind in Norwegen unterwegs und portraitieren u.a. mit dem Kodak Ektar neben der vielfältigen Landschaft auch die ebenso außergewöhnliche Architektur. In Norwegen nutzt man seit einigen Jahren Architektur bewusst dazu, Touristen in die einsamen Gebiete zu locken, denen sich Reisende eher selten nähern. Nun gab es an der Landschaftsroute Varangerfjord hier in Gornetak (samisch) bzw. Gornitak (norwegisch) ein Steingebäude mit einer sehr unschönen Epoche. Es diente der deutschen Besatzung während des Zweiten Weltkrieges als Munitionsdepot.

Das Statens Vegvesen Norwegen plante nun aber einen Rastplatz mit einer für beworbene Landschaftsroute entlang des Varangerfjordes, der in seiner Architektur Botschafter dieser Region werden sollte.

Beton – es kommt drauf an, was man daraus macht

Es war einst der Werbespruch der Beton-Industrie: „Beton: es kommt darauf an, was man daraus macht“. Und zugleich war und ist es eine Aufforderung an kreative Architekten, sich mit diesem nicht ganz unumstrittenen Material auseinander zu setzen und es über seine normalen konstruktiven Fähigkeiten hinaus einzusetzen.

Warum etwas verstecken, was man zum Bauen sowieso benötigt. 

Was also benötigt ein guter Rastplatz? Eine Toilette, Bänke und Tische, Informationen, Windschutz, Barrierefreiheit und entsprechende Größe. Zudem muss ein Rastplatz robust und pflegeleicht sein. Vor allem aber einladend. Dazu darf ein Rastplatz gerne in die Landschaft passen.

Gorgnetak Norge, Varangerfjord, Beton, Kodak Ektar, Leica Elmarit 2.8 28 asph. | © mare.photo

Gorgnetak Norge, Varangerfjord, Beton, Kodak Ektar, Leica Elmarit 2.8 28 asph. | © mare.photo

Die Kriegsarchitektur des Herrn Hitler und seiner Willigen bestand nur zu gerne aus Beton. Die Architektin, die nun die Aufgabe bekam, einen Rastplatz zu entwerfen, dachte sich, aus einer seelentoten, abstoßenden und kalten Architektur etwas Gutes entstehen zu lassen. Es kommt also darauf an, was man daraus macht.

Und so schuf die Architektin Margrete B. Friis ein lang gezogenes offenes Gebäude mit säulenförmigen Räumen für die WC-Bereiche und Betonmöbeln, die wiederum die Form des Gebäudes aufnehmen. Akzentuiert werden die Möbel mit dicken und massiven Holz-Quadern, mal als Sitzbank, mal als Tischplatte.

Ebenso sind in den Stützsäulen Entsorgung, Wasser- und Stromanschlüsse integriert.

Von der Farbe des Beton

Gorgnetak Norge, Varangerfjord, Beton, Kodak Ektar, Leica Elmarit 2.8 28 asph.

Gorgnetak Norge, Varangerfjord, Beton, Kodak Ektar, Leica Elmarit 2.8 28 asph. | © mare.photo

Ich habe mir immer wieder überlegt, wie ich wohl die Rastplätze entlang der schönsten, aber auch entlegenen Landschaftsrouten in Norwegen fotografisch einfange. Nicht ohne Grund habe ich mich generell für die Norwegentour hauptsächlich für den analogen Kodak Ektar entschieden, der für seine kräftige Farbwiedergabe bekannt ist, ohne aber zu übertreiben. Vor allem bei Landschaftsfotografen ist der Kodak Ektar sehr populär. 

Der Kodak Ektar hat aber noch einen weiteren Vorteil: Auch bei grauem und diffusen Wetter sorgt der Kodak Ektar für klare Kontraste und eine warmtonige Anmutung.

Beton selbst ist grundsätzlich erst einmal grau, aber Beton hat auch ein ganz eigenes Muster, welches durch die Verschalung, den Gießvorgang und der Verdichtung individuell geprägt wird. Zudem verändert sich die optische Oberfläche im Laufe der Zeit durch die Witterungseinflüsse.

Durch seine hohe Auflösung und harmonischen Schärfe ist der professionelle Film Kodak Ektar in der Lage, die feinen und unterschiedlichen Strukturen des Beton auf Film zu bannen. Genauso sauber zeigt er seinen hohen dynamischen Umfang und bildet sowohl die dunklen Schattenbereiche wie auch die hellen Partien sichtbar ab.

Insgesamt geben die mit dem Kodak Ektar aufgenommenen Bilder genau die Stimmung der Beton-Architektur des Gorgnetak – Rastplatzes wieder, wie wir sie auch empfunden haben.

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