Holländermühle Sörup Schwensby, Windmühlen Schleswig-Holstein, Leica SL 75mm
Holländermühle Sörup Schwensby, Windmühlen Schleswig-Holstein, Leica SL 75mm
Holländermühle Sörup Schwensby, Windmühlen Schleswig-Holstein, Leica SL 75mm


Galerie

WINDMÜHLE RENATA IN SÖRUP (SCHLESWIG-HOLSTEIN)

Noch aktiv: Die Holländer-Windmühle Renata in Sörup (Schleswig-Holstein)

Man trifft sie noch recht oft, die legendären Holländer-Windmühlen. Einige bereichern die Freilichtmuseen, andere sind zu Wohnungen umgebaut. Doch die ein oder andere Holländermühle ist noch aktiv. Eine solche finden wir als Galerie-Holländer-Windmühle Renata in Sörup im nördlichen Schleswig-Holstein. Heute sind wir zu Gast und atmen die Atmosphäre eines echten traditionellen Müllerbetriebes.

Als die Holländer kamen

Einst kamen viele Flüchtlinge von Holland nach Schleswig-Holstein. Die Remonstranten flohen vor Verfolgung aufgrund ihres Glaubens. Im Gepäck hatten sie eine Menge Innovationen, die unser Land bereicherten. Neben Käse und Milchviehwirtschaft kamen Deichbau und Windmühlen aus dem Nachbarland nach Norddeutschland.

So gibt es zahlreiche Holländer-Höfe und Holländer-Windmühlen. Wurden letztere in Holland vor allem zur Entwässerung eingesetzt, trieben sie in Deutschland große Maschinen an. Neben Sägewerken oder Webereien wurden die Holländermühlen oft zur Getreideverarbeitung eingesetzt. Sie lösten überall die wesentlich kleineren Bock-Windmühlen ab, die heute fast nur noch in Skandinavien zu finden sind. Eine solche Mühle, der Galerie-Holländer Renata, ist in Sörup sowohl als Denkmal wie auch als echte Müllerei erhalten geblieben.

Architektur trifft Maschine

Landläufig würden wir die Holländer-Windmühle in Sörup als Gebäude einordnen. In Wirklichkeit aber sie die Holländermühlen riesige Maschinen, die durch Wind angetrieben werden. Dabei wird von der Galerie aus der Mühlenkopf in den Wind gedreht und dort auch fixiert. Und so sprechen wir bei der Holländer-Windmühle in Sörup mit ihrem Holzbalkon von einem Galerie-Holländer.

Im Inneren treibt die Königswelle die schweren Malsteine an. Sie werden oft fälschlicherweise als Mühlengetriebe bezeichnet und sind komplett aus Holz. Die Mühlensteine selbst bringen ein Gewicht von 800 bis 1.200 kg auf die Waage. Etwa 30 Jahre lang kann ein Mühlenstein eingesetzt werden, dann wird er durch Abnutzung zu leicht. 

Dreht sich bei Wind und Wetter auch mal ohne Wind

Zwar haben wir in Schleswig-Holstein so gut wie immer Wind. Aber manchmal doch nicht soviel davon. Dann stehen die Räder der Holländer-Windmühlen still. Außer die der Holländer-Windmühle Renata in Sörup-Schwensby. Denn neben dem reinen Windantrieb wird die Windmühle Renata in Sörup heute zusätzlich elektrisch betrieben. Um es genauer zu sagen, im inneren der Windmühle Renata gibt es unterschiedliche Mahlwerkzeuge.

Mit dem großen Mühlenstein wird heute Tierfutter aus Getreideschrot produziert, das feinere Mehl entsteht gleich gegenüber in der elektrisch betriebenen Mühle. Die alte Weizenquetsche hat schon lange ausgedient und ist heute als Zeugnis der Mühlengeschichte zu bewundern.

Windunabhängig –  Die Holländer-Windmühle Renata in Sörup – Schwensby

Schon früh hat man sich mit der im Jahr 1883 komplett aus Holz errichtetet Holländer-Windmühle Renata in Sörup unabhängig vom Wind gemacht. Denn nichts ist fataler als wenn eine Maschine nicht läuft. Um 1943 baute man einen kleinen Technikraum an die Windmühle und platzierte dort einen Dieselmotor und eine Dampfmaschine. Über Getriebe und große Riemen wurden bei Flaute die Mahlwerke angetrieben.

War die Holländer-Windmühle Renata in Sörup-Schwensby eine der letzten Entwicklungen der Holländer-Windmühlen überhaupt, wurde sie kontinuierlich modernisiert. So tauschte man in den Jahren 1903 und 1918 die Segelflügel gegen die Jalousieflügel aus.

Stürmische Zeiten für die Holländer-Windmühle Renata in Sörup

Im Jahr 1962 richteten verheerende Stürme enorme Schäden vor allem an der Nordsee an. Doch auch die Holländer-Windmühle Renata in Sörup blieb nicht verschont. Ein Windantrieb war nicht mehr möglich. Von nun an wurden die Mühlen nur noch von denMotoren angetrieben. Die zerstörten Flügel wurden entfernt. Der wirtschaftliche Mühlenbetrieb der Holländer-Windmühle in Sörup endete im Jahr 1977. Kurz später begann die Instandsetzung der Technik und so konnte der Betrieb 1980 wieder aufgenommen werden.

100 Jahre später…

Trotz allem stand das 100-jährige Jubiläum an. Wind und Wetter hatten der Holzkonstruktion in den vielen Jahren heftig zugesetzt. Doch bis zum 100.sten Geburtstag renovierte man die Windmühle wenigstens optisch. Doch bereits 1999 musste die Holländer-Windmühle Renata in Sörup erneut und dieses Mal grundlegend restauriert werden. Die Fundamente mussten komplett erneuert werden. Ebenso wurden große Teile der Tragekonstruktion überarbeitet. Die durch Holzwurm und Korrosion beschädigten Teile tauschte man aus.

Engagiert für eine neue Zukunft

Es gab viele Menschen, die sich ehrenamtlich zum erhalt der Holländer-Windmühle Renata in Sörup engagierten. So übernahm die eigens gegründete „Interessengemeinschaft zur Erhaltung der Schwensbyer Mühle“ 1999 die Verantwortung. Im gleichen Jahr bekam die Holländer-Windmühle Renata in Sörup neue Flügel und wurde bis 2001 wieder in einen traditionellen betriebsfähigen Zustand versetzt.

Heute ist die Holländer-Windmühle Renata in Sörup eine der wenigen noch aktiven betriebsfähigen Windmühlen von immerhin noch 100 Mühlenrädern in Schleswig-Holstein. Vor der Industrialisierung waren es über 1000. 

Aus regionalem Getreide wird hochwertiges Mehl für die Brotbäckereien und Schrot als Tierfutter hergestellt. Zahlreiche Produkte der Windmühle Renata sind im Mühlenshop oder im Online-Shop der Windmühle Renata erhältlich.

Herzlich willkommen

Die Holländer-Windmühle Renata in Sörup-Schwensby kann besichtigt werden. Auch werden individuelle Führungen angeboten. Zur offiziellen Website der Holländer-Windmühle Renata in Sörup-Schwensby geht es hier….

Aufnahmetechnik

Alle Bilder sind mit dem Leica SL 2.0 / 75mm bei vorhandenem Licht aufgenommen. Bei allen Bildern handelt es sich im JPEG direkt aus der Kamera.